Von Apfelbäumen am Rhein und vollen Kirchen: Jugendgruppe aus Namibia in Düsseldorf

Von Apfelbäumen am Rhein und vollen Kirchen: Jugendgruppe aus Namibia in Düsseldorf

Von Apfelbäumen am Rhein und vollen Kirchen: Jugendgruppe aus Namibia in Düsseldorf

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Von Apfelbäumen am Rhein und vollen Kirchen: Jugendgruppe aus Namibia in Düsseldorf

„Es war ein sehr herzliches Wiedersehen“, beschreibt Co-Leiterin Fiona Menne den Moment, als die Jugendgruppe aus Namibia nach ihrem Nachtflug in Düsseldorf ankam. Ein Jahr nach dem Besuch von zehn Jugendlichen aus dem Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf in Namibia haben sie nun die Rollen getauscht: Bis zum 2. August sind die Rheinländer Gastgeber für ihre afrikanischen Freunde. Für die meisten der zehn Gäste aus dem Kirchenkreis Mariental ist es die allererste Reise nach Deutschland – so auch für Loydt (26) aus Stampriet und Luwellin (21) aus Hoachanas. Die Beiden begeistert vor allem das viele Grün in der Stadt. Während der Boden in ihrer Heimat extrem trocken ist, staunten sie am Rhein über Bäume voller Äpfel.

Untergebracht im CVJM-Hotel wuchs das Team aus je zehn Teilnehmenden sofort wieder zusammen. Die Müdigkeit war schnell vergessen, nach der Landung ging es direkt zur School-is-out-Party vom Jugendzentrum im Hinterhof in Wersten. Am Wochenende folgten die ersten Touren durch Düsseldorf und ein Kennenlern-Speeddating.

 

Kirche im Vergleich: Volle Bänke und frühe Gottesdienste

Spannend wurde es beim Besuch im Haus der Kirche bei Superintendent Heinrich Fucks. Im Gespräch ging es um die Frage, wie Kirche für junge Menschen attraktiv bleibt. Heinrich Fucks wies auf besondere Angebote für junge Menschen hin, wie zum Beispiel das Osterevent „Exult!" mit mehr als 500 Teilnehmenden im vergangenen Jahr in der Christuskirche. Oder die Jugendkirche. Mit einem Schmunzeln sagte er, dass der Gottesdienstbeginn um 9.30 Uhr für Jugendliche schlicht „zu früh“ sei – und erntete zustimmendes Lachen.

Während in Deutschland die Mitgliederzahlen sinken, wachsen manche Gemeinden in Mariental. Loydt erzählte, dass seine Kirche in Stampriet sonntags oft so voll sei, dass man keinen Platz mehr bekomme. Ein prägnanter Unterschied zeigte sich bei einer spontanen Umfrage in der Runde: Die zehn namibischen Teilnehmenden haben zusammen 34 Geschwister – die Düsseldorfer Gruppe kommt auf 20. Damit gibt es in diesen Familien mehr junge Menschen, die den Weg in die Kirchen finden können. Doch eine Herausforderung verbindet beide Welten: Nach der Konfirmation wird es schwer, die Jugend zu halten. Erst zu Taufen oder Hochzeiten finden viele zurück.

Als Dankeschön für den Empfang stimmten die jungen Gäste aus Namibia spontan zwei afrikanische Chorlieder an. Die mitreißende Musik hallte über den Hof, sodass viele Mitarbeitende neugierig an die geöffneten Fenster traten, um der Gruppe zuzuhören und den besonderen Moment mitzuerleben.

Ein Thema durchzieht den Besuch in Düsseldorf: Wie beim ersten Teil der Jugendbegegnung in Namibia beschäftigen sich die jungen Menschen in Workshops und Diskussionsrunden mit „Healthy in body & soul – for a better life“. Neben Freizeit, Kultur und Musik steht auch der gemeinsame Alltag im Fokus – etwa beim Kochen oder bei Ausflügen nach Köln, in den Kletterpark Velbert, zur VEM nach Wuppertal und ins Gasometer Oberhausen.

Für die Düsseldorfer hat sich die Rolle gedreht: „Letztes Jahr waren wir die Gäste, jetzt können wir viel erklären“, erzählt die 18-jährige Antonia aus Gerresheim. „Es ist toll zu sehen, was sich in dem Jahr bei vielen aus der Gruppe verändert hat.“ So hat die 20-jährige Queen inzwischen ihr Pädagogikstudium in Windhoek begonnen – und genießt das kühle Sommerwetter in Düsseldorf. Der 18-jährige Martin aus Düsseldorf erinnert sich begeistert an den Besuch in Namibia im vergangenen Jahr. Für ihn war die Reise nach Afrika die „coolste Zeit ever“. Sprachbarrieren? Spielten schon nach wenigen Stunden keine Rolle mehr, sagt er. Über eine WhatsApp hielten seit 2025 alle Kontakt und kommunizieren weiter – als Freunde.

 

Hintergrund des Projekts

Die internationale Jugendbegegnung wird vom Evangelischen Jugendreferat organisiert, die Leitung haben Kim Morrison und Fiona Menne. Weitere Unterstützung kommt von Matthias Schmid von Regionalen Dienst der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über das Programm Team Up – Jugendbegegnungen für nachhaltige Entwicklung im Rahmen des Deutsch-Afrikanischen Jugendwerks. Auch die beiden Kirchenkreise haben sich finanziell an der Jugendbegegnung beteiligt.

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