Lichtmomente - Gedanken zur Jahreslosung

Lichtmomente - Gedanken zur Jahreslosung

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# Hintergrundberichte und Schwerpunktthemen

Lichtmomente - Gedanken zur Jahreslosung

Alles neu? Das klang für mich im ersten Moment nach höher, schneller, weiter – danach, ständig die Vergangenheit abzuwerfen und immer nur stur nach vorne zu schauen. Gerade im Jahreswechsel ist genau das der Anspruch, den viele an sich stellen: Neues Jahr, neues Ich. Das kenne ich nur zu gut. Dieses Jahr wird alles anders, alles neu! Ist das ‚Neu‘-Machen, -Sein, -Werden wirklich der beste Weg und Altes gehört in die Tonne? Ich glaube, wenn Gott sagt: „Ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5), meint er* nicht das Vergessen oder Entwerten dessen, was war.

Schaut man den biblischen Kontext dieses Verses an, wird deutlich: Es geht um Hoffnung, um Trost, um neue Kraft – um Glauben mitten in einer Zeit, in der das manchmal schwerfällt. Wir selbst erleben täglich Nachrichten voll Ungerechtigkeiten, Schmerz und einer Welt, die sich zu spalten scheint. „Wo bleibt da Platz für Hoffnung?“ -  ich ertappe mich selbst immer häufiger mit dieser Frage im Kopf.

Gottes Zusage spricht damals, wie heute genau in diese Realität hinein: Dort, wo Gott alles neu macht, werden Tränen getrocknet, Schmerz und Tod verlieren ihre Macht, und wir begegnen uns mit einer Liebe, die Gott selbst innehat. Das ist kein materielles ‚Neu‘, sondern ein tiefes Hoffnungsversprechen – ein Licht in dunklen Tagen.

Und meine Hoffnung: Es braucht (hoffentlich) nicht erst ein Weltuntergangsszenario wie es im Buch der Offenbarung beschrieben wird, damit wir spüren können, wie heilsam dieses Versprechen von ‚Neu‘ sein und was für Kräfte es freisetzen kann. Indem wir weiter glauben, hoffen und uns davon leiten lassen. So können wir schon jetzt einiges neu machen und Lichtmomente – kleine Inseln der Hoffnung – schaffen.

So unterschiedlich unsere kleinen und großen Lichtmomente auch sein werden – zusammen erzählen sie davon, wie Gott uns durch Menschen, Worte, Melodien, Natur, Gesten und Momente berührt. Und dass wir (manchmal gegen alle Vernunft) sogar unsere Neujahrsvorsätze mit dem ‚alten‘ Ich verbinden können.

Selina Schulz, Gemeindepädagogin Emmaus-Kirchengemeinde

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