„Kirche kann auch anders gehen“: Klinikseelsorger Dr. Ulrich Lüders nimmt Abschied

„Kirche kann auch anders gehen“: Klinikseelsorger Dr. Ulrich Lüders nimmt Abschied

„Kirche kann auch anders gehen“: Klinikseelsorger Dr. Ulrich Lüders nimmt Abschied

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„Kirche kann auch anders gehen“: Klinikseelsorger Dr. Ulrich Lüders nimmt Abschied

Als Pfarrer Dr. Ulrich Lüders seinen Eltern am Ende der Schulzeit eröffnete, Theologie studieren zu wollen, war das Erstaunen groß. Ohne akademischen oder tiefreligiösen Hintergrund in der Familie war dieser Weg keineswegs vorgezeichnet. Doch herausgefordert durch einen konservativen Konfirmationspfarrer hatte er eine Mission: Er wollte beweisen, „dass Kirche auch anders geht“. Nach 13 Jahren als Seelsorger im Florence-Nightingale-Krankenhaus (FNK) und insgesamt 24 Jahren in der Klinikseelsorge geht der 66-Jährige nun in den Ruhestand.

Für den gebürtigen Hamburger war das Krankenhaus stets ein besonderer Ort der Begegnung, ein „Zwischenraum“ im System. Dankbar blickt er auf die vielen Momente zurück, in denen er in den Patientenzimmern als Gast Vertrauen erleben durfte. „Ich empfinde meine Arbeit und meinen Beruf als absolutes Privileg“, sagt Lüders. Wichtig sei ihm dabei immer gewesen, „nicht abgehoben zu reden und zu handeln, sondern geerdet“ zu bleiben. Zu seinem Amtsverständnis gehört neben Verschwiegenheit und Offenheit auch eine Prise Humor: „Ein Glaube, der auch mal über sich selbst lachen kann“.

Letztes Projekt: Pilgertage

Besonders am Herzen lagen ihm in Kaiserswerth die Projekte, die Menschen in ihren verletzlichsten Momenten auffangen. Dazu zählten die Begleitung sogenannter „stiller Geburten“ gemeinsam mit Hebammen sowie ökumenische Gedenkgottesdienste für Verstorbene. Zuletzt initiierte Lüders Pilgertage für Mitarbeitende, um diesen eine geistliche Auszeit vom Klinikalltag zu ermöglichen.

Der Abschied markiert für den zweifachen Großvater nun eine Zäsur, die er gemeinsam mit seiner Ehefrau begeht, die zeitgleich als Gemeindepfarrerin am Niederrhein in den Ruhestand geht. Große Reisepläne schmiedet er bewusst nicht. Sein Konzept für die Zukunft beschreibt Lüders schlicht: „Keinen Plan. Erst mal gucken, dann mal sehen.“ Er freue sich darauf, einfach mal „Luft zu holen“ und alte Freundschaften zu pflegen.

Abschiedsgottesdienst

Zu seinem Abschied lädt er am Mittwoch, 20. Mai, um 15 Uhr in einen musikalischen Gottesdienst unter dem Motto „Von der Gnade Gottes singen“ (Psalm 89,2) in die Kaiserswerther Mutterhauskirche ein. Die Entpflichtung übernimmt Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth, Leiterin des Handlungsfelds Seelsorge im Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf. Für den musikalischen Rahmen sorgt Kirchenmusikdirektorin Susanne Hiekel. 

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