Frühjahrssynode: Auf dem Weg - Eine Gemeinde zwischen Heute und Morgen

Frühjahrssynode: Auf dem Weg - Eine Gemeinde zwischen Heute und Morgen

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Frühjahrssynode: Auf dem Weg - Eine Gemeinde zwischen Heute und Morgen

Die Kreissynode der Evangelischen Kirche in Düsseldorf ist am Freitag, den 12. Juni, und Samstag, den 13. Juni 2026, in der Kirchengemeinde Düsseldorf-Mitte zu ihrer Frühjahrstagung zusammengekommen. Die 116 anwesenden, stimmberechtigten Synodalen vertraten die rund 82.500 evangelischen Mitglieder der Gemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf. Zentrales Thema war erneut das Programm „Eine Gemeinde 2028“.

Erster Synodentag mit Wahlen und Berufungen

Am ersten Tag fand die Mitgliederversammlung der Diakonie Düsseldorf mit einer Vorstellung des Jahresberichts 2025/2026 statt. Oliver Jenssen komplettiert den Vorstand seit April 2026 und zeichnet für den Bereich Finanzen und Services verantwortlich.

Für den Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf wurde Pfarrer Lars Schütt als 1. Stellvertretender Skriba in den Kreissynodalvorstand gewählt. Er folgt auf Pfarrer Peter Krogull, der im April 2026 aus seinem Dienst des Kirchenkreises ausgeschieden war. Ebenfalls in Nachfolge von Pfarrer Peter Krogull wurde Pfarrer Dr. Gert Ulrich Brinkmann als Vertreter der funktionalen Dienste (Stadtkirche) in den Nominierungsausschuss gewählt. Jörg Langenhorst wurde als Synodalbeauftragter für Ökumenische Partnerschaften berufen.


Zweiter Synodentag: Veränderung beginnt mit einem Vertrauensschritt

Der zweite Synodentag stand im Zeichen des Zukunftsprogramms „Eine Gemeinde 2028“. Den Einstieg bildete ein gottesdienstlicher Impuls in der Kreuzkirche zu Josua 3,14-17. Im Bibeltext wird geschildert, wie das Volk Israel auf wunderbare Weise den Jordan überquert. Ausgehend von dieser Erzählung tauschten sich die Synodalen in Kleingruppen über mehrere Fragen aus. Angeleitet von Pfarrerin Johanna Kalinna diskutierten die Synodalen, wo uns im Gemeindealltag „stehendes Wasser“ begegnet, das eine Veränderung blockiert? Was hält uns davon ab, unsere "Füße ins Wasser zu setzen"? Welche Traditionen, Werte oder Strukturen tragen wir mit uns und geben uns Halt? Auf Karten wurden Eindrücke gesammelt und symbolisch "ins Wasser gelegt" – als Zeichen dafür, dass Veränderung mit einem Vertrauensschritt beginnt.

Gemeindeberichte

In diesem Jahr berichteten die Gemeinden in anschaulichen Plakatpräsentationen darüber, was sie im Jahr 2025 bewegt hat, welche Neuerungen es gab, wovon sie Abschied nehmen mussten und welche Ideen auch an anderen Orten in Düsseldorf umgesetzt werden könnten. Die Synodalen hatten bei einem „Gallery-Walk“ die Möglichkeit, sich ein Bild von den Situationen der Gemeinden zu machen und sich auszutauschen.


Eine Gemeinde 2028

Die Synode beschäftigte sich im Plenum mit einer weiteren Konkretisierung eines zukunftsfähigen Organisationsmodells für die Evangelische Kirche in Düsseldorf. Synodalassessor Dr. Martin Fricke leitete erinnernd ein: „Wir wollen eine Gemeinde werden, gerade um die Vielfalt vor Ort zu bewahren.“ Jesu Christi sei der Fixpunkt für diesen Weg. Anschließend präsentierte er das Bild eines Stadtparks als Leitgedanken für das Programm: „Wir stellen uns die eine Gemeinde wie einen einladenden lebendigen Stadtpark vor – sie ist einerseits ein besonderer Ort, andererseits eng verbunden mit der Stadt.“ Die zentralen Aussagen für das Arbeitsprogramm finden sich in dem Bild vom Stadtpark wieder:

  • „Wir sind gemeinsam stark – Kräfte und Ressourcen bündeln“
  • „Wir sind in der Stadt präsent – Viele Orte und gemeinsame Begegnungen“
  • „Wir fördern Vielfalt – Bewährte und neue Formen evangelischen Lebens“



Das organisatorische Zielbild 2035: Eine professionelle Einheit

Programmleiter Holger Wegmann stellte das Zielbild für das Jahr 2035 vor: Nach dem Vorbild einer kreisfreien Stadt sollen die Kirchengemeinden und der Kirchenkreis bis 2035 zu einer gemeinsamen „Stadtkirchengemeinde“ verschmelzen. Ziel ist eine hohe Professionalisierung durch die zentrale Verantwortung für Finanzen, Immobilien und Personal. Das Service-Center soll Ehrenamtliche und Pfarrpersonen von Bürokratie entlasten, während weniger Gremien flexiblere Beteiligungsmöglichkeiten für alle Mitglieder schaffen. Gleichzeitig soll sich evangelisches Leben in den Gemeindebereichen flexibel entwickeln können.

Der erste Schritt zum Zielbild in 2028

Als Zwischenschritt soll zunächst eine große Stadtkirchengemeinde neben dem weiterhin eigenständigen Kirchenkreis gegründet werden. Auch wenn der Wunsch nach einer großen Beteiligung besteht, können sich zögerliche Gemeinden auch zu einem späteren Zeitpunkt anschließen.

Während der Kirchenkreis in dem vorgeschlagenen Organisationsmodell vorerst noch die Aufsicht und Verwaltung übernimmt, soll sich die Stadtkirchengemeinde mit ihren Gemeindebereichen ganz auf das inhaltliche kirchliche Leben vor Ort konzentrieren können. Gemeindebereiche vor Ort sorgen für die lokale Präsenz, während funktionale Gemeindebereiche bestimmte Themen oder Zielgruppen bedienen (wie z.B. Seelsorge, Stadtakademie). Um sicherzustellen, dass sie sich ganz auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren können, soll ihnen das zentrale Service-Center bei allen administrativen Aufgaben unterstützend zur Seite stehen. Auch Ideen zur Leitungs- und Organisationsstruktur wurden präsentiert, die detaillierte Ausgestaltung im Rahmen des Erprobungsgesetzes ist derzeit Gegenstand von Beratungen mit der Landeskirche.

Absichtsbeschluss zur Fusion

Die Presbyterien werden gebeten, bis zum Beginn der Sommerferien einen formellen, nicht bindenden Beschluss zu fassen, der die Bereitschaft zur Fusion mit den anderen Gemeinden signalisiert. „Wir wollen uns mit denen auf den Weg machen, die sagen, wir können uns das vorstellen“, sagte Holger Wegmann.

Vier Perspektiven auf das Evangelische Leben

Bereits heute erarbeiten vier Projektgruppen, wie die künftige Zusammenarbeit in einzelnen Arbeitsfeldern konkret gestaltet werden kann. Auf der Synode stellten sie ihre Ideen für die Bereiche Gottesdienstliches Leben, Kasualien, Konfirmation und Kirche mit Kindern vor. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie zentrale Stellen und die inhaltliche Arbeit vor Ort Hand sinnvoll ineinandergreifen können.

Für den Bereich Kasualien ist beispielsweise eine zentrale Servicestelle denkbar, die Erstkontakte, Termine und Vermittlungen übernimmt. Moderne Formate wie Tauffeste oder Pop-Up-Hochzeiten könnten von einem eigenen Team organisiert werden. In der Konfirmandenarbeit sowie der Kirche mit Kindern besteht der Wunsch, die Arbeit gemeinsam mit den Menschen und Partnern vor Ort individuell zu gestalten und zugleich auf administrative Unterstützung, zentrale Fachberatung und Vertretungslösungen zurückgreifen zu können.

Synodentermine

Die nächste Kreissynode ist für den 13./14. November 202, geplant. Am 20. November 2026 wird in einer Sondersynode ein/e neu/e Superintendent*in für den Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf gewählt.

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