06/10/2026 0 Kommentare
Ein Statement im Herzen der Stadt: Sanierung der Johanneskirche vor dem Abschluss
Ein Statement im Herzen der Stadt: Sanierung der Johanneskirche vor dem Abschluss
# Revitalisierung Johanneskirche

Ein Statement im Herzen der Stadt: Sanierung der Johanneskirche vor dem Abschluss
Nach rund vier Jahren Bauzeit steht die Johanneskirche am Martin-Luther-Platz der Öffentlichkeit wieder fast vollständig zur Verfügung. Den Anlass feierten die Evangelische Kirche in Düsseldorf und Gäste am Sonntag mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Empfang.
Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1881 dient der evangelischen Kirche seit jeher als zentraler Anlaufpunkt in der Innenstadt – für Gottesdienste ebenso wie für Vorträge, Konzerte und Begegnungen. „Die Johanneskirche ist ein Statement. Sie sagt: Wir sind hier, wir gehen auch nicht weg“, so Stadt-Superintendent Heinrich Fucks im Gottesdienst.
Bröckelnder Putz und morsches Gebälk
Die Notwendigkeit der Arbeiten deutete sich schon vor über zehn Jahren an. An den Materialien, die beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verwendet wurden, zeigten sich mit der Zeit deutliche Spuren.
Auslöser für die Sanierung waren vor allem Schäden an den Verankerungen der Hauptschiffdecke. „Im Jahr 2015 haben die Küsterinnen und Küster auf dem Boden des Kirchenschiffs immer wieder Sand gefunden. Zwei Gutachten kamen zu dem Ergebnis: Wenn ihr nichts macht, kommt die Decke runter“, berichtete Fucks. Auf eine Machbarkeitsstudie folgte ab 2017 die Detailplanung. Während der Arbeiten traten schrittweise weitere Mängel am Baukörper zutage.
Unberechenbare Altbausubstanz
Die Betreuung des Großprojekts war auch für das Leitungsteam eine Herausforderung. „Eine Menge ist schon geschafft, etwa 90 bis 95 Prozent. Wir hatten gehofft, dass wir heute bei 99 Prozent stehen“, sagte Johanneskirchenpfarrer Dr. Gert Ulrich Brinkmann. „Aber Bauen im Bestand ist immer unberechenbar.“
Pfarrer Martin Fricke, Synodalassessor und Vorsitzender des Bauausschusses, ergänzte: „Ich habe nicht nur übers Bauen viel gelernt, sondern auch über die Kirche selbst. Die Johanneskirche ist ein riesiger Organismus mit Hauptschiff, Seitenschiffen, Emporen, verschiedenen Sälen, Türmen und so einigen Geheimnissen. Man bekommt Ehrfurcht vor diesem Gebäude.“
Kosten und Restarbeiten
Unvorhergesehene Verzögerungen und zusätzliche Ausbesserungen ließen die Gesamtkosten von ursprünglich 9,5 Millionen auf rund 17 Millionen Euro steigen. Gedeckt wird die Summe durch kirchliche Mittel, öffentliche Zuschüsse sowie Spenden: Über drei Millionen Euro kamen durch Unterstützerinnen und Unterstützer zusammen. Die Abnahme der verbleibenden Abschnitte – darunter der Bachsaal und der neue Aufzug – ist für Ende Oktober geplant.
Veranstaltungstipp: Im Endspurt der Revitalisierung findet am Samstag, 17. Oktober, um 20 Uhr ein weiteres Benefizkonzert von Wolf Doldinger & Best Friends statt. Als Special Guest spielt der bekannte Jazzmusiker Markus Stockhausen im Rahmen von Sounds of Jazz. Der Sohn des Komponisten Karlheinz Stockhausen ist beim Benefizkonzert mit Trompete und Flügelhorn dabei. Die Musiker verzichten auf ein Honorar, der Erlös kommt der Johanneskirche zugute.
Kommentare