25 Jahre Seelsorge am Düsseldorfer Airport: Orientierung, Trost und Menschlichkeit

25 Jahre Seelsorge am Düsseldorfer Airport: Orientierung, Trost und Menschlichkeit

25 Jahre Seelsorge am Düsseldorfer Airport: Orientierung, Trost und Menschlichkeit

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25 Jahre Seelsorge am Düsseldorfer Airport: Orientierung, Trost und Menschlichkeit

Düsseldorf. Seit 2001 gibt es am Düsseldorfer Flughafen ein besonderes Angebot für Reisende, Mitarbeitende und Gäste: die Flughafenseelsorge. Mit ihrer verlässlichen Begleitung und Beratung in schwierigen Situationen ist sie zu einem festen Bestandteil des sozialen Netzes am Airport geworden.

Ein bedeutender Einschnitt war die gelungene Neuausrichtung im Jahr 2016: Was in den Anfängen mit einem evangelischen Pfarramt begann, wird seit zehn Jahren gemeinsam von der Katholischen Kirche und dem Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf getragen.

Heute bilden die evangelische Seelsorgerin Ute Clevers und der katholische Pastoralreferent Johannes Westerdick das hauptamtliche Seelsorgeteam am Airport. Gemeinsam rund 45 geschulten Ehrenamtlichen aus Düsseldorf und Umgebung sind sie für die Menschen am Flughafen da – am eigenen Schalter im Terminal A, in der Abflughalle oder überall dort, wo Unterstützung gebraucht wird.

Bedarf an Seelsorge am Flughafen ungebrochen

Das 25-jährige Jubiläum ist nicht nur Anlass für ein Festprogramm vom 7. bis zum 17. Mai im Terminal, sondern auch für die Frage, was es heute bedeutet, an einem Ort tätig zu sein, an dem täglich viele unterschiedliche Lebensgeschichten aufeinandertreffen.

Die „Gemeinde“ der Flughafenseelsorge ist der Flughafen selbst – ein Ort zwischen Ankommen und Abschiednehmen, zwischen Vorfreude und Sorge. Mit jährlich über 30.000 Kontakten zeigt sich, wie groß der Bedarf ist. In einem Umfeld, das geprägt ist von Zeitdruck, emotionalen Erlebnissen und zunehmender Digitalisierung, bietet die Flughafenseelsorge Orientierung und Halt. „Für Menschen mit belastenden Ereignissen ist es wichtig, dass ihnen jemand in scheinbar ausweglosen Situationen einfach zuhört und ihre Sorgen mit ihnen auszuhält“, sagt Clevers.  Wenn etwa vor lauter Aufregung das richtige Gate nicht gefunden wird oder der Flug zur Hochzeit der Schwester gecancelt wird, helfe das Gespräch mit Seelsorgenden, um zur Ruhe zu kommen und eine gute Lösung zu finden.

„Entscheidend ist diese Offenheit, für einem Moment ganz für einen Menschen da zu sein und für ihn Zeit zu haben. Viele gehen gestärkt aus den Gesprächen, weil sie  einfach mal loswerden konnten, was sie bewegt“ berichtet Westerdick. Genau das motiviere auch die Ehrenamtlichen, so Clevers: „45 Personen engagieren sich hier ehrenamtlich, meist schon über viele Jahre hinweg. Sie haben Freude daran, solche Geschichten zu erleben und für andere ihre Zeit zu investieren.“

Hilfe in akuten Notlagen und Krisenintervention

Die Flughafenseelsorge  leistet auch praktische Hilfe – etwa für Menschen in akuten, psychischen Notlagen oder für gestrandete Reisende, deren Situation sich über Tagen bis Wochen hinziehen kann. Auch für die Mitarbeitenden am Standort des Düsseldorfer Airports ist die Flughafenseelsorge eine vertrauliche Anlaufstelle  für persönliche Krisen oder berufliche Belastungen.

Darüber hinaus übernehmen Clevers und Westerdick Aufgaben in der Krisenintervention: Bereits kurz nach der Gründung im September 2001 zeigte sich,  wie weltweite Katastrophen sich auf den Flughafen auswirken. So wurden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sowie nach der Tsunami-Katastrophe in der Weihnachtszeit 2004 ankommende Reisende und Angehörige von Verstorbenen empfangen und seelsorglich betreut. „Daraus hat sich ein Teil unserer Aufgabe entwickelt, für Krisenlagen hier das Personal des Flughafens zu schulen und zu qualifizieren“, erklärt Westerdick. Heute ist die Flughafenseelsorge in das Notfall- und Safety-Managements eingebunden und führt regelmäßig Deeskalations- und Krisentrainings durch.

Gedenken am Flughafen

Ein besonderer Ort ist der Gedenkraum, der im Jahr 2000 zum Gedenken an den verheerenden Flughafenbrand im Jahr 1996 eröffnet wurde.  „Es gibt heute noch Mitarbeitende des Flughafens, die damals im Dienst waren und die zu den Gedenktagen kommen. Sie sind froh, dass es diesen Ort gibt, auch wenn die Brandkatastrophe schon 30 Jahre zurückliegt“, berichtet Clevers.  Heute steht der Raum allen Menschen aller Religionen und Weltanschauungen offen – als Rückzugsort zum Innehalten, Beten oder Kraftschöpfen. Finanziert wird die Arbeit der Flughafenseelsorge überwiegend durch den Düsseldorfer Flughafen sowie durch die beteiligten Kirchen. Zusätzliche Hilfen für gestrandete oder mittellose Reisende werden durch Spenden oder durch das Krisenteam der Stadt Düsseldorf und Dienste von Diakonie und Caritas ermöglicht.

Nach 25 Jahren zeigt sich: Die Flughafenseelsorge ist weit mehr als ein kirchliches Angebot. Sie ist ein verlässlicher Anker für Menschen in Bewegung, mitten im Alltag eines internationalen Flughafens.

Festtage zum 25-jährigen Jubiläum

Vom 7. bis zum 17. Mai 2026 wird das 25-jährige Bestehen mit verschiedenen Aktionen am Flughafen gefeiert: Den Beginn markiert ein Festakt am Donnerstag, 7. Mai, mit geladenen Gästen. Dabei werden auch drei Ehrenamtliche geehrt, die sich seit über 15 Jahren für die Flughafenseelsorge engagieren.

Am Freitag, 8. Mai, gibt es von 10 bis 18 Uhr himmlische Harfenklänge an verschiedenen Orten der Abflugebene. Weitere Highlights im Programm sind am 9. Mai die Mitsing-Aktion von 11 bis 13 Uhr in der Ankunftebene sowie ein Kabarettstück mit Ulrike Böhmers am 11. Mai um 18.30 Uhr im Abflugbereich C. Am 12. Mai sorgt ab 16 Uhr die Cover-Band „Alacoustic“ für Partystimmung auf der Bühne im Abflugbereich C.

Ehrenamt am Airport

Wer sich für ein Ehrenamt bei der Seelsorge am Flughafen interessiert, kann das Team direkt am Seelsorge-Terminal ansprechen oder per E-Mail kontaktieren:

flughafenseelsorge@dus.com

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