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Zusammen mit Kirchen-Karlchen in den Ruhestand

Gerresheimer Gemeinde verabschiedet Pfarrerin Förster-Stiel

Geht jetzt in den Ruhestand: Pfarrerin Monika Foerster-Stiel.Foto: Kleiner

Gerresheim (evdus). Das Interesse am Vermitteln von christlicher Theologie mit evangelischer Ausprägung und die Frage danach, wie christliche Theologie Gestalt annimmt, zieht sich durch das ganze Leben von Pfarrerin Förster-Stiel. Nach über 30 Jahren als Gemeindepfarrerin, wurde Pfarrerin Monika Förster-Stiel (Jahrgang 1956) im Gottesdienst am Sonntag, 16. Juni, in den Ruhestand verabschiedet.

„Seit meiner Konfirmation bin ich immer im Kindergottesdienst aktiv gewesen. Als Gemeindepfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Gerresheim habe ich dann zusammen mit Kollegen den Gottesdienst für junge Menschenkinder entwickelt.“

Während sich herkömmliche Kindergottesdienste an Kinder zwischen drei bis elf Jahren richten, wurde der „Gottesdienst für junge Menschenkinder“ für Kinder von einem bis drei Jahren entwickelt. Unterstützend an ihrer Seite ist dabei die Puppe „Kirchen-Karlchen“. „Besonders den kleinen Kindern hilft die Puppe, zum Kirchenraum Vertrauen zu fassen“, erklärt Förster-Stiel.

Wie lange sie Kirchen-Karlchen schon begleitet, kann sie gar nicht mehr genau sagen. „Die Puppe habe ich persönlich geschenkt bekommen und habe mich deswegen auch entschieden, sie mit in den Ruhestand zunehmen“. Damit die Kleinsten trotzdem nicht allein bleiben, wird Kirchen-Karlchen seine Aufgabe an seine Puppen-Kollegin Frida übergeben.

Angefangen hat der Werdegang von Pfarrerin Förster-Stiel 1986 in der evangelischen Gemeinde von Velbert-Langenberg, dort hatte sie als erste Frau eine Pfarrstelle inne. „Im Pfarrkonvent war es schon so, dass, wenn ein Lied angestimmt wurde, es ein männlich gesungenes Lied war. Als Frau musste man dann schauen, wo man seine Stimme dann unterbringen konnte“, erinnert sich Förster-Stiel lachend. Besonders das Betreuen und lange Begleiten der Gemeindemitglieder hat ihr ebenso Freude bereitet wie das Halten von Gottesdiensten. In Erinnerung geblieben sind ihr die Momente, wenn die Menschen zusammen etwas geschaffen haben und so die Botschaft Gottes weitergeben – wie etwa beim Krippenspiel zum Weihnachtsgottesdienst.

Eine besondere Bedeutung hatte für sie immer das Wort „Gott ist größer als unser aller Herz“, der gerade bei der Umstrukturierung der Gerresheimer Gemeinde für sie spürbar wurde. „Es war schön Gemeindemitglieder dabei zu begleiten, die sehr mit dem Abriss der Kirche zu kämpfen hatten. Und dann zu erleben, wie sie beim Kaffee in guter Gemeinschaft im neu erbauten Gemeindezentrum gerne zusammenkommen“, so Förster-Stiel.

Als ihr zweites Kind auf die Welt kam, entschied sie sich dann für eine halbe Stelle. 25 Jahre lang war Pfarrerin Förster-Stiel für die Evangelische Kirchengemeinde Gerresheim tätig, dabei hatte sie immer eine halbe Stelle inne. Rückblickend sagt sie zu der Zeit, „Es war eine bewegte und teilweise nicht leichte mit Kämpfen verbundene Zeit, aber auch eine sehr schöne. Es ist gut, jetzt zu gehen und so Raum zur Entfaltung von anderen und neuen Kräften zu geben“.

Nach ihrer Zeit als Pfarrerin möchte sie erstmal ein Sabbat -Jahr nehmen und überlegen, wie sie ihren neuen Lebensabschnitt gestalten möchte. Begleiten wird sie dabei die Puppe Kirchen-Karlchen.

Abschiedsgottesdienst

Die Evangelische Kirchengemeinde Gerresheim verabschiedete Pfarrerin Monika Förster-Stiel in einem Gottesdienst am Sonntag, 16. Juni,  in der Gustav-Adolf-Kirche, Heyerstraße 93, in den Ruhestand.

Das Kindergottesdienstteam und die Kantorei unter der Leitung von Evelin Affolderbach gestalteten den Gottesdienst mit. Der Kinder- und Jugendchor unter der Leitung von Christiane Sauer hatte das Musical „Jericho“ vorbereitet. „Das Schöne an einem Musical ist, dass es die Möglichkeit bietet, weltliche Musik mit den christlich-evangelisch Inhalten zu verbinden“, so Förster-Stiel. Nach dem Gottesdienst lud die Gemeinde um 12 Uhr im Gemeindesaal, Hardenbergstraße 3, zu einem Empfang ein.

Verfasserin: Hannah Kleiner