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Woche der Brüderlichkeit

„Mensch, wo bist du? – Gemeinsam gegen Judenfeindschaft“

Das gesamte Programm zur Woche der Brüderlichkeit in Düsseldorf finden Interessierte im Internet unter www.cjz-duesseldorf.de und unter der Rufnummer 0211/9 57 57 792 erhältlich.

Die Düsseldorfer Synagoge lädt zu vielen Veranstaltungen im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit ein. Foto: Archiv

Düsseldorf (evdus). Die Woche der Brüderlichkeit steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mensch, wo bist du? – Gemeinsam gegen Judenfeindschaft“. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf (CJZ) lädt zu zahlreichen Veranstaltungen zur Woche der Brüderlichkeit ab Donnerstag, 7. März, ein.

„Das Jahresthema greift die vielen Facetten und Erscheinungsformen von Judenfeindschaft auf, die uns in unserem Alltag begegnen. Es fragt ganz bewusst nach der Verantwortung jeder und jedes Einzelnen, sich gegen Antisemitismus zu engagieren und einzubringen. Dies kann nur gemeinsam gelingen“, sagt Andrea Sonnen von der CJZ.

Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille 2019

Mit der Buber-Rosenzweig-Medaille 2019 werden die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitimus (KIgA) und das Netzwerk für Demokratie und Courage ausgezeichnet. Die Buber-Rosenzweig-Medaille erinnert an die jüdischen Philosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig, die dem dialogischen Denken in jüdischer und christlicher Theologie.

Spurensuche im Judentum

Oskar Gottlieb Blarr referiert am Donnerstag, 14. März, über seine Jesus-Passion, die 1985 in Düsseldorf uraufgeführt wurde. Beginn ist um 19 Uhr im Haus der Kirche, Bastionstraße 6.

Während seines Shabbaticals 1981/82 in Israel begab sich der Düsseldorfer Komponist, Kirchenmusiker und Autor Oskar Gottlieb Blarr auf Spurensuche nach Jesus und der biblischen Geschichte. Mit seinem Aufenthalt in Jerusalem begann zugleich eine neue Schaffensphase des Komponisten, unter dem Einfluss dieser besonderen historischen Umgebung entstand seine Jesus-Passion (Uraufführung in Düsseldorf 1985), die erste Passion, die ohne Antisemitismus auskommt.

Sie verbindet eine eindrucksvolle Musik mit Texten der Bibel, des Talmud und jüdischer Gegenwartslyrik. Der Komponist, der am 6. Mai 2019 seinen 85. Geburtstag begehen kann, stellt sein Werk im Vortrag und mit musikalischen Ausschnitten vor und erzählt von den Begegnungen in Jerusalem: mit Shalom Ben-Chorin, David Flusser und Pinchas Sadeh, die ihn und sein Schaffen stark beeinflusst haben.

Anschließend reflektiert er sein Werk im Gespräch mit Herbert Rubinstein, dem jüdischen Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf.

Sakrale und weltliche Lieder aus dem alten und neuen Israel

Mit dem Konzertprogramm „Numi Numi“ benannt nach einem bekannten israelischen Wiegenlied präsentiert die Sängerin Esther Lorenz im Rahmen der Sonntagsorgel  am 17. März israelische und spanisch-jüdische Musikkultur in der katholischen Andreaskirche, Andreasstraße 10. Diese musikalische Reise durch das Judentum führt in die biblische Zeit der Psalmen Davids, der Gott auch in der Wüste suchte und anbetete (Psalm 63), lässt vertonte Worte des im 11. Jahrhundert geborenen spanisch-jüdischen Gelehrten Solomon Ibn Gabirol erklingen, dessen Verse noch heute beim jüdischen Versöhnungsfest gesprochen werden, zitiert die Worte zweier Geliebter aus dem Hohelied („Dodi li“) und besingt den „Abend der Rosen“ in „Erev shel shoshanim“ - ein modernes israelisches Liebeslied, das oft auf Hochzeiten gespielt und gesungen wird.

Erläuterungen über Feiertage und Bräuche, Anekdoten und die berühmte Prise Humor im Judentum vervollständigen dieses musikalische Kaleidoskop, das jüdisches Leben und Fühlen von verschiedenen Seiten beleuchten möchte.

Beginn ist um 16 Uhr.

Veranstalter ist die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf in Kooperation mit den Dominikanern Düsseldorf.

Das Erinnern gehört zum Wesen des Menschen

Das Erinnern bedarf ständiger Übung, um die Erinnerung lebendig zu halten. In ihrem Vortrag erinnert Vorstandsmitglied Natascha Janovskaja am Montag, 18. März, im Haus der Kirche, Bastionstraße 6, an verdiente Mitglieder der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) , die zu Lebzeiten den Charakter des Vereins stark geprägt haben und sich für den christlich-jüdischen Dialog engagierten und vielen heutigen Mitgliedern noch in guter Erinnerung sind.

Beginn ist um 18 Uhr.

Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute

Die Ausstellung „Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute“ ist vom 25. März bis zum 11. April in der Aula der Elly-Heuss-Knapp-Schule zu sehen.

Die von der Zeitbild-Stiftung konzipierte Ausstellung beleuchtet Fragen zu jüdischem Leben und Judentum in Deutschland. Die Ausstellung zeigt Jugendlichen anhand von Portraittafeln junger Jüdinnen und Juden anschaulich die Vielfalt jüdischer Biografien im 21. Jahrhundert. Die fast 2000-jährige Geschichte der Juden in Deutschland macht deutlich, dass sich die deutsch-jüdische Geschichte nicht auf den Holocaust beschränkt und jüdische Bürger und Bürgerinnen die deutsche Gesellschaft mitprägten und bis heute prägen.

Die Ausstellung im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr 2019 wird am Montag, 25. März, mit Grußworten, Musik der Schulband der Elly-Heuss-Knapp-Schule, Siegburger Straße 137 – 139, und Köstlichkeiten kosher style um 11 Uhr eröffnet.

Veranstalter ist das Bündnis „Respekt und Mut“ verbunden mit dem Projekt „Demokratie-Lernen“ und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Kabbalat Shabbat oder der Empfang einer Königin

Düsseldorf (evdus). Der Shabbat ist der siebte Tag der Woche, kehrt wöchentlich wieder und ist damit vielleicht der höchste jüdische Feiertag. Er ist der Ruhetag, an dem keine Arbeiten erlaubt sind, an dem der hektische Alltag hinter sich gelassen wird und der Mensch Atem holen kann. Dieser Tag wird wie eine Königin empfangen.

Der Shabbat beginnt wie alle jüdischen Feiertage am Vorabend, in der Familie wird eine festliche Mahlzeit bereitet und gemeinsam gegessen. Jüdische Gemeinde und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) Düsseldorf  laden am Freitag, 29. März, zur Teilnahme am Shabbatgottesdienst in der Synagoge, Paul-Spiegel-Platz 1, ein. Beginn ist um 19 Uhr. Vorher um 18.30 Uhr gibt es eine Einführung in den Gottesdienst.

Anschließend findet der Kabbalat Shabbat, der Empfang des Shabbats, mit Abendessen, Gesprächen und Liedern im Leo-Baeck-Saal der Jüdische Gemeinde statt.

Die Teilnahmekosten betragen 15 Euro pro Person. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, einen Personalausweis mitzubringen und die Herren bitte eine Kopfbedeckung. Um eine Anmeldung unter der Rufnummer 0211. 957 57 792 wird gebeten.

Schwarz und Weiß - Autorenlesung mit Irene Dische

Mit ihrem Buch „Schwarz und Weiß“ durchschreitet Schriftstellerin Irene Dische die letzten drei Jahrzehnte des letztenJahrtausends, um nichts weniger als die Gegenwart auszuleuchten. Am Donnerstag, 4. April, stellt Dische ihr Werk im Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12 - 14, vor.

Was als großartiger, scharfsinniger wie auch scharfzüngiger New York-Roman beginnt, entwickelt sich zur brillanten Auseinandersetzung mit Projektionen und Heilsversprechen, mit individuellen Träumen und sozialen Realitäten. Ein Roman, der große Fragen stellt, ohne sich der Illusion auf Antworten hinzugeben. Zehn Jahre hat sich Irene Dische Zeit genommen für diese mitreißende, bitterbös lakonische und sehr berührende Erzählung über die Verfasstheit ihrer Heimat, die USA.

Veranstalter ist die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) gemeinsam mit der Heinrich-Heine-Gesellschaft und dem Heinrich-Heine-Institut im Rahmen der der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr.

Der Eintritt beträgt acht Euro, ermäßigt sechs Euro.

Erschütterung - ein kluges Plädoyer für unsere freiheitliche Werte

Für Paris und ganz Europa begann 2015 eine neue Zeit: Der brutale Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo sowie der Terror vom 13. November setzten den grausamen Rahmen für ein Jahr, das nicht nur in Frankreich von einer Vielzahl weiterer Übergriffe mit islamistischem Hintergrund, antisemitischen Attentaten und einem erschreckenden Zulauf für den Front National geprägt war.

Die in Paris lebende Schriftstellerin Gila Lustiger hat auch die jüngsten Terrorakte miterlebt, aus dieser Erfahrung ist ihr Essay „Erschütterung“ entstanden. Der kluge Versuch, einer tief empfundenen Erschütterung mit Vernunft zu begegnen und vehement unsere freiheitlichen Werte zu verteidigen – als Pariserin, Mutter, Jüdin, Europäerin.

Eine Lesung mit Lesung mit Schriftstellerin Gila Lustiger findet am Mittwoch, 10. April, um 19.30 Uhr im Heine Haus, Bolkerstraße 53, statt.

Der Eintritt beträgt fünf Euro. Karten sind in der Literaturhandlung Müller und Böhm im Heine Haus erhältlich.

Veranstalter ist die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) in Kooperation mit dem Heine-Haus im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr 2019.