0800 081 82 831

„Wieviel Kirche braucht die Stadt?“

Projekt: Bürgergutachten 2020

Auftaktveranstaltung des Bürgergutachtens findet am Donnerstag, 13. Februar, um 19 Uhr, im Düsseldorfer Rathaus, Marktplatz 2, statt.

Das Bürgergutachten 2020 startet mit einer Auftaktveranstaltung am 13. Februar im Düsseldorfer Rathaus. Foto: evdus 

Düsseldorf (evdus). Mit einem Beteiligungsprojekt für Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger, dem sogenannten Bürgergutachten 2020, geht der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf in den nächsten Wochen an den Start. Was denken Düsseldorferinnen und Düsseldorfer –unabhängig davon, ob sie der Evangelischen Kirche nahe stehen –über die Rolle und Aufgabe der Kirche? „Wieviel Kirche braucht die Stadt?“ lautet die Kernfrage des Bürgergutachtens – ein Verfahren des Instituts für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) der Bergischen Universität Wuppertal.

„In Zeiten abnehmender Finanzmittel und Kirchenmitglieder möchten wir in der Stadt eine erlebbare Position einnehmen. Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt können uns wesentliche Impulse geben, in welche Richtung der Transformationsprozess der Kirche gehen kann“, sagt Pfarrer Heinrich Fucks, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf.

Auftaktveranstaltung am 13. Februar im Rathaus

Die Auftaktveranstaltung des Bürgergutachtens findet am Donnerstag, 13. Februar, um 19 Uhr, im Düsseldorfer Rathaus, Marktplatz 2, statt. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Thomas Geisel und Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Die Auftaktveranstaltung am 13. Februar bietet der Öffentlichkeit Gelegenheit, sich über das Bürgergutachten umfassend zu informieren. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Thomas Geisel wird das Verfahren des Bürgergutachtens durch Prof. Dr. Hans J. Lietzmann der Bergischen Universität Wuppertal vorgestellt. Er leitet das Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung, das diese Art von Beteiligungsverfahren entwickelt und systematisiert hat. 

Bei der anschließenden Diskussion heißt die Kernfrage „Wieviel Kirche braucht die Stadt?“ Den Fragen nach Zukunft, Entwicklung und Zusammenarbeit von Stadt und Kirche gehen folgende Podiumsgäste auf den Grund:

• Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland
• Hanna Jokobs, Pfarrerin und Leiterin des „raumschiff.ruhr“ in Essen
• Dirk Sauerborn, Polizeihauptkommissar und Vorsitzender von „Lobby für Demokratie“ in Düsseldorf
• Maria Fischer, Vorsitzende des BKU, Bund Katholischer Unternehmer, Düsseldorf
• Jonas Einck, Vorsitzender der Evangelischen Jugend Düsseldorf

Befragung von 200 Düsseldorferinnen und Düsseldorfern

Geburtenrückgang, Vertrauenskrise in Institutionen und die Vielfalt moderner Lebensentwürfe sind Beispiele dafür, dass Religion im Vergleich zu anderen Lebensbereichen wie Familie, Freizeit und Beruf für viele Menschen einen immer geringeren Stellenwert im eigenen Leben einnimmt. Der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf will es nun von den Bürgerinnen und Bürgern wissen: wie muss Kirche in der Stadt sein, damit sie für Menschen wichtig bleibt?

Bunte Themenvielfalt von der Nachhaltigkeit bis zur Sonntagsfrage

„In den kommenden Wochen laden wir 200 Personen in Düsseldorf nach dem Zufallsprinzip ein, sich in sogenannten ‚Planungszellen‘ in Gruppen à 25 Personen jeweils vier Tage lang im April und im August Zeit für einen Dialog zu nehmen. Die Themen, um die es geht, reichen von Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Spiritualität bis zur Rolle der Kirche im Quartier und der Sonntagsfrage“, sagt Yazgülü Zeybek, Politikwissenschaftlerin am IDPF, welches das gesamte Projekt durchführt und wissenschaftlich begleitet.

Das Bürgergutachten gibt Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ihre Meinung zur Kirche zu äußern und ihre Lebenserfahrung konstruktiv in Entscheidungsprozesse einzubringen. Ein besonderer Akzent wird auf die Beteiligung von jungen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern gelegt: in zwei der acht „Planungszellen“ werden ausschließlich Jugendliche und junge Erwachsene über Zukunftsfragen von Kirche und Stadt diskutieren. „In Zusammenarbeit mit der Diakonie Düsseldorf lassen wir auch Wohnungslose zu Wort kommen bei den Bürgerdialogen, sie sind Teil unserer Stadtgesellschaft“, sagt Fucks.

Ergebnisse der Bürgerbeteiligung im Herbst 2020

Die Bürgergutachten, dass abschließend von den 200 Düsseldorferinnen und Düsseldorfern erstellt wird, enthält Empfehlungen zur Zukunftsausrichtung von „evangelisch in Düsseldorf“. Die Ergebnisse werden am Reformationstag, 31. Oktober 2020, der Öffentlichkeit vorgestellt. Einen Zwischenbericht gibt es bereits auf der Synode des Evangelischen Kirchenkreises im Juni 2020.

Weiterführende Informationen zum Bürgergutachten gibt es auf der Webseite www.wieviel-kirche-braucht-die-stadt.de. Hier werden in einem Blog aktuelle Ereignisse und Zwischenberichte bekannt gegeben. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die eigene Meinung in einem Kommentarfeld zu hinterlassen.

Christiane Otte/Ulrike Paas