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„Wie wollen wir leben?“

Kick-Off zum Bürgergutachten 2021 „Glaube in der Stadt“

Auftakt zum Bürgergutachten "Glaube in der Stadt": Die Live-Gesprächsrunde wurde auf YouTube übertragen. Foto: evdus
Hinter den Kulissen: Bild, Ton und Stream hatten Laura-Alina Blüming und Karl Federschmidt fest im Griff. Foto: evdus
Der Livestream der Gesprächsrunde dienste als digitale Auftaktveranstaltung des groß angelegten Bürgergutachtens. Filmstudentin Laura-Alina Blüming steuerte das technische Equipment. Foto: evdus.

    Düsseldorf (evdus). „Miteinander sprechen ist die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben in der Stadt. Gerade ist die Stadt verstummt. Wir möchten wieder ins Gespräch kommen mit ganz unterschiedlichen Menschen im interkulturellen Düsseldorf. Wir wollen unsere Nachbarn kennenlernen und sehen, was und wie wir etwas zusammen machen können“, sagt Heinrich Fucks, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf am 12. Februar bei der digitalen Auftaktveranstaltung zum Bürgergutachten 2021. Die Live-Gesprächsrunde moderierte Helene Pawlitzki, Redakteurin der Rheinischen Post Düsseldorf. 
    Das Video ist auf dem YouTube-Kanal von "evangelisch in Düsseldorf" zu sehen.

    „Glaube ist grundsätzlich eine Frage des Vertrauens“

    Der Evangelische Kirchenkreis lädt in Kooperation mit dem Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung der Bergischen Universität Wuppertal (IDPF) Düsseldorfer:innen im Rahmen eines groß angelegten Beteiligungsprojektes zum Austausch über Zukunftsfragen von Kirche und Stadt ein. Das Ergebnis, ein von Bürger:innen erstelltes Gutachten, wird dann der Stadtspitze und dem Evangelischen Kirchenkreis übergeben.

    Schirmherr des Dialog-Verfahrens mit 200 per Zufallsprinzip ausgewählten Personen ist Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. Er sagte zum Motto „Glaube in Stadt“: „Uns allen ist bewusst, das Glaube grundsätzlich eine Frage des Vertrauens ist. Vertrauen zu Gott, Vertrauen in die Kirche, aber auch zum Staat, zu den Wissenschaften und unserem unmittelbaren Umfeld. Nur wer sich aktiv einbringen kann und das Gefühl hat, etwas bewirken zu können, findet Vertrauen zu den Institutionen. Bürgerbeteiligungen sind deshalb von enormer Wichtigkeit“.

    „Das ist eine gute Chance, gehört zu werden“

    Margarete Preis ist Mitglied im Leitungsgremium des Kirchenkreises und ihrer Kirchengemeinde in Düsseldorf-Urdenbach sowie Prädikantin, eine Art Laien-Predigerin. Sie sagt bei der Kick-Off-Veranstaltung: „Wir befinden uns in einem Strukturveränderungsprozess durch geringer werdenden Mittel, und wir beschäftigen uns mit der Frage: welche Bedeutung haben wir in der Gesellschaft? Es geht dabei darum, wie wir als Kirche glaubhaft bleiben, ohne uns nur um uns selbst zu drehen. Was können wir in die Stadtgesellschaft geben?“

    Dirk Sauerborn, Polizeihauptkommisar und Initiator des Vereins „Lobby für Demokratie“, sieht in dem Bürgergutachten eine gute Chance, mit den eigenen Anliegen, Fragen und Ideen gehört zu werden. „Die Beteiligten sind Expertinnen und Experten für ihren Lebensraum, sie kommen zu ganz vielen Themenfeldern zu Wort. In der heutigen Zeit finde ich es wichtig, Menschen Orientierung zu bieten, um eigene Haltungen zu überdenken und eventuell auch zu ändern. Diesen Raum bietet das Bürgergutachten“, so Sauerborn.

    Das Bürgergutachten beruht auf einem Drei-Säulen-Modell

    Politiologin Yazgülü Zeybek, wissenschaftliche Mitarbeiterin des IDPF, begleitet das Bürgergutachten, das von den Teilnehmenden selbst erarbeitet und geschrieben wird. Zusammengefasst beruht das Dialogverfahren auf einem Drei-Säulen-Modell: Erstens die Zufallsauswahl der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger, die eine große Vielfalt an Lebensentwürfen, einen breiten Querschnitt der Gesellschaft gewährleiten soll. Zweitens die Information durch Expertinnen und Experten. Sie geben zu verschiedenen Themen wie Klimawandel und Gesundheitsförderung Impulse für die anschließende Diskussion der Teilnehmer:innen in Kleingruppen. Drittens geht es um das Lernen voneinander durch die Diskussionen und den Austausch an vier aufeinander folgenden Tagen. Im April geht es los.

    Ausführliche Informationen gibt es auf der Webseite zum Bürgergutachten: www.wieviel-kirche-braucht-die-stadt.de. Ergänzend zum Bürgergutachten können Interessierte dort eigene Anregungen, Ideen und Fragen beisteuern.

    Text: Ulrike Karpa