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Vor uns die Sintflut

Neue Ausstellung im Heerdter Paul-Gerhardt-Haus

Künstlerin Andrea Mohr stellt im Paul-Gerhardt-Haus aus. Foto: CO
Flusslandschaften und Boote sind die wiederkehrenden Motive. Foto: CO
Große, veredelte Fundhölzer hängen im Altarraum neben dem Kreuz. Foto: CO
Die Hölzer brauchten Platz. Für ihre Aufhängung wurde kurzerhand das Kreuz etwas verschoben. Foto: CO
Eine Besonderheit ist die im Raum hängende Schaukel. Sie präsentiert veredelte Objekte aus Treibholz. Foto: CO
Nutzloses, altes Holz setzt Andrea Mohr zu verspielten Figuren zusammen. Die Veredelung mit Blattsilber, -gold und –kupfer verleiht ihnen neuen Glanz. Foto: CO

    Hier finden Sie einen Radiobeitrag zur Ausstellung.

    Heerdt (evdus). „Vor uns die Sintflut“ heißt die neue Ausstellung, die vom 3. bis 24. November im Heerdter Paul-Gerhardt-Haus die Werke der Künstlerin Andrea Mohr präsentiert.

    Sintflut – bei dem Wort denkt man an die biblische Geschichte von Noah und der Sintflut und vom Überleben Weniger in einer Arche. Ein Thema, das auch die Malerin und Objektkünstlerin Andrea Mohr aufgreift: „Meine Flusslandschaften erzählen vom Lebensfluss und menschlicher Gemeinschaft. So steht die archaische Form des Bootes, die wir aus der Geschichte von Noah und der Sintflut als rettendes Element kennen, für unser Nachdenken über Werden und Vergehen, über Sterben und Überleben. Wir sitzen alle in einem Boot.“

    Mit Leidenschaft widmet sich die Urdenbacherin in ihren Bildern den Flusslandschaften des Rheins und den Szenen, die sich dort abspielen. Ein konstantes Motiv ist das Boot – es taucht immer wieder in ihren Bildern auf und scheint präsent im ruhigen Fahrwasser zu gleiten.

    Der Fluss – Symbol für das Leben

    „Ich habe für diese Ausstellung Bilder ausgesucht, die in ihrer Farbigkeit die Jahreszeiten wiederspiegeln. Auf jedem Bild spielt sich etwas anderes ab, aber es ist immer ein Boot zu sehen: mal ganz ruhig, mal isoliert oder befahren. Den Fluss sehe ich nicht nur als Transportweg sondern auch als Lebensfluss“, so Mohr. Durch ihre Bilder verläuft der Fluss wie ein Silberstreifen. Je nach Blickwinkel reflektiert die gemalte Wasseroberfläche das in das Paul-Gerhardt-Haus einfallende Tageslicht.

    Neben den Bildern zeigt die Ausstellung künstlerisch veredelte Fundhölzer. Andrea Mohr hat die zum Teil recht schweren Hölzer vom Rheinufer in ihr Atelier getragen.

    „Die Hölzer bekommen eine neue Botschaft“

    „Dort bewahre ich sie auf, bis sich das richtige Thema dafür gefunden hat. Dann bearbeite ich dieses verlorene, ausgesetzte, schon oft durchgeschwemmte, kaputte Holz, das aus anderen Zusammenhängen gerissen wurde. Die Hölzer bekommt in meinem Atelier ein neues Leben, eine neue Botschaft und Glanz, den sie vorher nie hatten: Zuvor waren sie Nutzgegenstände, jetzt werden sie zu Kunstwerken ernannt“, beschreibt Mohr den wesentlichen Aspekt ihrer Arbeit.

    Dinge, die niemanden mehr nützlich erscheinen, setzt sie zu neuen Objekten zusammen. Ob verspielte Figuren oder großformatige Planken – durch die Veredelung nach alter, klassischer Technik mit Blattsilber, -gold und –kupfer, verleiht Mohr diesen Fundstücken eine neue Wertigkeit.

    Programm zur Ausstellung

    Pfarrer Jerzembeck-Kuhlmann freut sich auf die Ausstellung, die am 3. November mit einem Gottesdienst im Paul-Gerhardt-Haus, unter der Überschrift „Vor uns die Sintflut“ eröffnet wird: „Eine Ausstellung muss Bezug haben zu unserer Kirche, zu unserer Botschaft. Mit diesen Kunstwerken haben wir etwas gefunden, dass gerade zum November mit den stillen, tristen und trüben Tagen passt, an denen man sich mit dem Thema Leben, und der Frage, wie es weitergeht, beschäftigt. Im Leben ist nicht alles gut, aber es gibt eine Perspektive, die rettenden Schiffe, wo ich andocken kann.“

    Die Ausstellungseröffnung findet statt am Sonntag, 3. November, um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst im Paul-Gerhardt-Haus, Heerdter Landstraße 30. Im Anschluss gibt es eine Einführung durch die Journalistin Irene Dänzer-Vanotti.

    Am Mittwoch, 13. November, gibt es um 15 Uhr eine Führung durch die Ausstellung mit Andrea Mohr. Martin Leyer-Pritzkow, Kurator und Kunstvermittler, führt vorab ein Gespräch mit der Künstlerin über ihre ausgestellten Werke.

    Der "Gottesdienst für Ausgeschlafene" am Sonntag, 17. November, um 18 Uhr, unter dem Thema "Tatort: Richterstuhl" bezieht sich auf die Ausstellung.

    Die Finissage findet statt am Sonntag, 24. November, um 11.30 Uhr nach dem Gottesdienst (Beginn 10.30 Uhr).