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Von Düsseldorf nach Bangkok

Sommerserie: Pfarrer:innen im Auslandseinsatz

Fast 120 Pfarrerinnen und Pfarrer sind im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zurzeit im Auslandseinsatz – in Europa und auf dem ganzen Globus betreuen sie deutschsprachige Gemeinden.

Pfarrer Carsten Körber in Bangkok. Foto: C. Körber
Nach dem Gottesdienst mit Pfarrer Carsten Körber beim Kirchenkaffee unter freiem Himmel. Foto: C. Körber
Skyline von Bangkok mit Lumphini Park. Foto: C. Körber
Bunte Bänder zeigen, dass dieser Baum von einem Geist (Nang Mai) bewohnt wird. Der Baum steht in dem Heiligtum von Laem Sor auf Koh Samui. Foto: C. Körber
Morgendlicher Spaziergang eines buddhistischen Mönchs auf Koh Life (Andamanensee). Foto: C. Körber
Carsten Körber beim Tauchgang auf Koh Life (Andamanensee). Foto: C. Körber

    Düsseldorf (evdus). Die Sommerserie „Düsseldorfer Pfarrer:innen im Auslandseinsatz“ von „evangelisch in Düsseldorf“ endet mit dem Düsseldorfer Pfarrer Carsten Körber, der 2017 nach Thailand ging und seit vier Jahren in Bangkok die Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache in Thailand betreut. Der 61-Jährige war zuvor 17 Jahre lang Gemeindepfarrer in der Thomaskirche in Düsseldorf-Mörsenbroich.

    Menschen begegnen – Räume öffnen– Glauben leben

    „Seit vier Jahren lebe und arbeite ich in Bangkok. 15 Millionen Menschen leben in der Metropolregion Bangkok. Hektik, Verkehrsstau, Luftverschmutzung, Hitze und Regen prägen das Leben in Bangkok. Krung Thep, die Stadt der Engel, wie Bangkok traditionell heißt, ist ein Märchenwald mit geheimnisvollen Schriftzeichen und einer rätselhaften Sprache, mit funkelnden Gotteshäusern, bunten Schreinen und verwunschenen Ecken. Hier kann man sich leicht verirren. Hier kann man aber auch Juwelen entdecken.

    Die Gemeinde und das Gemeinde-Leben

    Die Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache hat ihren Ort in einem angemieteten Privathaus, das als Multifunktionszentrum für Gottesdienste und Veranstaltungen dient. Das Gemeindehaus liegt in der Nähe des Lumphini Parks, der mit alten Bäumen und Seen eine grüne Oase ist inmitten der betonierten Hochhausschluchten bildet. Gerne jogge ich dort oder drehe meine Runden mit dem Rad.

    Sonntags treffen wir uns zu Wohnzimmergottesdiensten mit anschließendem Kirchenkaffee und Mittagessen im Gemeindehaus. Hier feiern wir Taufen und Konfirmationen. Hochzeiten werden gerne vor romantischen Palmenkulissen gefeiert. Ich bin auch für Beerdigungen von Deutschsprachigen zuständig. Die Vielfalt der Bekenntnis- und Frömmigkeitsformen unserer Besucher:innen ist bemerkenswert. Die Grenzen zwischen Katholiken und Protestanten sind meist fließend. Aber auch strenge Lutheraner und dogmatische Calvinisten sitzen bei uns im Wohnzimmergottesdienst nebeneinander. Manchmal besuchen auch buddhistische Partner:innen unsere Gottesdienste. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt im Umgang mit liturgischen Formen. 

    Heimat und Frei-Raum 

    Die Gemeinde ist Anlaufpunkt, Anker und Hafen für Deutschsprachige, die in Thailand leben und arbeiten, Urlaub machen oder sich hier im Alter zur Ruhe setzen. Ein Stück Heimat in der Fremde. Dazu gehören St. Martin und Nikolaus, Weihnachten, Ostern und Pfingsten. In unserer Gemeinde erleben Menschen eine Unterbrechung im Trubel des Alltags, vom Druck in der Firma und vom Wettlauf um gute Noten in der Schule. Wir geben Menschen Frei-Raum zum Auf- und Durchatmen der Seele.

    Geld ist ein häufiges Thema

    Unsere Gemeinde finanziert sich größtenteils aus Beiträgen und Spenden der Mitglieder. Geld ist da ein häufiges Thema. ‚Haben wir noch genug?‘ ‚Wie kriegen wir mehr Einnahmen?‘. Es ist notwendig, direkt auf Menschen zuzugehen und sie für die Gemeinde zu gewinnen. Durch diesen engen Kontakt werden Mitglieder persönlich in das Gedeihen und Wachsen der Gemeinde einbezogen.

    Myanmar, Laos & Kambodscha

    Als Pfarrer der evangelischen Auslandsgemeinde bin ich auch für deutschsprachige Christen in den Ländern der Mekong-Region Myanmar, Laos und Kambodscha zuständig. Unter normalen Bedingungen (außerhalb der Pandemie!) reise ich regelmäßig in die Hauptstädte dieser Länder und treffe mich dort mit Deutschsprachigen.

    Auch als Notfallseelsorger gefragt

    Leider gibt es auch Unfälle und Hilfsfälle von Deutschsprachigen, die ich als Notfallseelsorger betreue und begleite. Zu meinen Aufgaben gehören ebenso Besuche bei Gefangenen.

    Christus in Thailand

    Es ist faszinierend, wie friedlich, harmonisch und respektvoll Menschen in religiöser Hinsicht miteinander in Thailand leben. In dieser bunten Götterwelt Südostasiens hat auch Christus einen festen Platz in Thailand. Sichtbar wird das für mich durch die vielen christlichen Krankenhäuser und Schulen und diakonischen Einrichtungen, die es im ganzen Land gibt, obwohl nur ein Prozent der Bevölkerung Christen sind.

    Die Unterwasserwelt neu entdeckt

    Thailand ist ein landschaftliches Paradies. Ich bin tief berührt von der reichen Schönheit und der Vielfalt des Landes. Für mich persönlich habe ich hier beim Tauchen ein eigenes Paradies und ein neues Hobby entdeckt: die Welt unter Wasser“.

    Zum Artikel "Von Düsseldorf nach Teheran/Iran mit Kirsten Woland 

    Zum Artikel "Von Düsseldorf nach Melbourne/Australien" mit Christoph Dielmann 

    Hier gibt es Infos zum Thema Auslandspfarramt der EKD