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Usambaraveilchen für die Nachbarn

Projekt „Nachbarschaft stiften“ für Grafenberg und Düsseltal

Interessierte können sich telefonisch unter 0178. 311 42 79 bei Birgit Keßel und unter 0178. 311 42 78 bei Andreas Vollmert oder per Mail unter birgit.kessel@  osterkirchengemeinde.de und andreas.vollmert@   osterkirchengemeinde.de melden. 

Birgit Keßel überreicht Seniorin Käte Bartels ein Usambaraveilchen. Andreas Vollmert singt dazu Goethes Lied vom Veilchen auf der Wiese. Foto: upa

Düsseltal/Grafenberg (evdus). Mit einem geschenkten Usambaraveilchen aus der Einsamkeit heraus und wieder mitten ins Leben kommen, davon erzählt eine überlieferte Geschichte um den weltbekannten Arzt Milton Erickson aus den USA und eine alte, zurückgezogen lebende Dame.

Birgit Keßel, Quartiersmanagerin der Evangelischen Oster-Kirchengemeinde, verschenkt diese kleine Geschichte gern zusammen mit einem Usambaraveilchen, um mit Menschen aus den Stadtteilen Grafenberg und Düsseltal ins Gespräch zu kommen und ihr Projekt „Nachbarschaft stiften“ vorzustellen. Einfach mal bei den Nachbarn anklopfen, kann der erste Schritt sein zu weiteren bereichernden Begegnungen.

Immer mittwochs vor der Apotheke am Staufenplatz

Gemeinsam mit Quartiersmanager-Kollegen Andreas Vollmert ist sie immer mittwochs vor der Grafenberger Apotheke in unmittelbarer Nähe zur Bahn-Haltestelle „Staufenplatz“, Grafenberger Allee 409, anzutreffen. Eine Beachflag, Sonnenschirm, Stehtisch und Klappstühle laden zum Verweilen ein.

„Unser Ziel ist, gerade ältere Menschen aus ihrer Isolation zu holen, wenn sie zum Beispiel aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr mobil sind und oft nur selten ihre Wohnung verlassen“, sagt Vollmert, der regelmäßig auf öffentlichen Plätzen unter freiem Himmel mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern zusammen singt. Bis zu zwanzig Sangesfreudige beteiligen sich daran.

Singen auf Straßen und Plätzen

Dazu gibt es Liedblätter mit Schlagern, Hits, Gassenhauern und Volksliedern, die oft längst vergessen sind. Neben der musikalischen Begleitung mit einer Gitarre sind die Singenden aufgefordert, auch Instrumente mitzubringen. „Sing mit uns!“ findet das nächste Mal wieder am Dienstag, 20. August, Grafenberg Ecke Grafenberger Allee / Geibelstraße, ab 18 Uhr statt.

Bei Regen oder Sturm wird entweder in Grafenberg im Stadtteiltreff das.RUND, Staufenplatz, oder in Düsseltal im Melanchthonhaus, Graf-Recke-Straße 211, gesungen. 

Spaziergangspaten gesucht

Spazieren gehen in Grafenberg, zum Beispiel im Ostpark oder im weitläufigen Grafenberger Wald, ein Spaziergang im Grünen ist eine Wohltat für die Sinne. Und in Begleitung von netten Menschen macht ein Gang durch die Natur noch mehr Freude, getreu nach dem Motto Albert Schweitzers „Das Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“.

Die Initiative „Nachbarschaft stiften“ der Evangelischen Oster-Kirchengemeinde sucht für Spaziergänge bei jedem Wetter Menschen, die gern im Freien laufen.

Bei den Spaziergängen können auch persönliche Sehsuchtsorte angesteuert werden, zum Beispiel die Rheinuferpromenade oder die Kö. Vielleicht bietet sich noch ein Cafébesuch an?

„Wer Interesse hat, ehrenamtliche Spaziergangspatin oder Spaziergangspate zu sein oder wer gern eine Spaziergangsbegleitung durch eine Patin oder einen Paten wünscht, kann sich bei uns melden“, sagt Birgit Keßel, Quartiermanager der Initiative „Nachbarschaft stiften“. Er und seine Kollegin Birgit Keßel bringen dann die Spaziergängerinnen und –gänger zusammen. Bewegungseingeschränkte Menschen mit Rollstuhl und Rollator sind ebenso willkommen.

Von der Männerkochgruppe bis zur Nähwerkstatt

Käte Bartels, deren Ehemann vor eineinhalb Jahren gestorben ist, und die sich im Rollstuhl fortbewegt, freut sich über das Angebot. „Mit meinem Mann war ich früher immer unterwegs. Jetzt fehlen mir der Kontakt und die Kommunikation. Ich wünsche mir jemanden, mit dem ich zusammen spazieren gehen kann, sagt die Seniorin aus Grafenberg. Für sie hat sich schon eine Spaziergangspatin gefunden.

„Nachbarschaft stiften“ lebt vom Mitmachen zum Beispiel in der Männerkochgruppe, der Nähwerkstatt „Nahtstelle“, der Malgruppe oder dem Frühstückstreff.

Kaffeetafel im Schloss Rheydt für Demenzkranke

Die beiden Quartiersmanager haben sich viel vorgenommen für den Herbst. So ist für Ende August mit Unterstützung des städtischen Gartenamtes eine Wildfrüchte-Führung durch den Zoopark in Düsseltal geplant.

Im Oktober halten Tiere für einen Tag Einzug ins Gemeindehaus an der Melanchthonkirche in Düsseltal. Seniorinnen und Senioren können sich auf Begegnungen mit einem Schwein freuen, und sie machen Bekanntschaft mit Reptilien aus dem Düsseldorfer Aquazoo. Und im November steht ein Ausflug zum Mönchengladbacher Schloss Rheydt auf dem Programm. Das Besondere: Demenzkranke und ihre Angehörigen sind zur Fahrt mit dem Bus eingeladen. Fachkräfte vor Ort organisieren eigens für Menschen mit Demenz eine Schlossführung und anschließend in den historischen Schlossgemächern eine Kaffeetafel, die Kindheitserinnerungen wachruft.

Wer sich für das Projekt „Nachbarschaft stiften“ interessiert, kann sich telefonisch unter 0178. 311 42 79 bei Birgit Keßel und unter 0178. 311 42 78 bei Andreas Vollmert melden. 

„Nachbarschaft stiften“ entstand auf Initiative der Diakonie-Stiftung Menchthon und wird mit Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie gefördert.

Verfasserin: Ulrike Paas