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Toleranz und Verständigung

Das neue Programm von "Respekt und Mut"

Das Cover des neuen Respekt-und-Mut-Programmheftes

Düsseldorf (evdus). Die diesjährige Aktion "Respekt und Mut" in Düsseldorf steht unter dem Motto "Frieden - Freiheit - Demokratie". Den Auftakt macht eine vom Kreis der Düsseldorfer Muslime initiierte Veranstaltung zum Thema "Wie der NSU-Prozess Misstrauen hinterlässt" in der Zentralbibliothek der Stadtbüchereien in der NRW-Landeshauptstadt. Dabei geht es nach den Worten von Koordinator Volker Neupert vom Dienstag auch darum, zu fragen, was die rechtsextremistischen Morde in Bezug auf das Zusammenleben von Deutschen und Migranten hinterlassen haben.

Fucks: "Demokratie unterstützen"

Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf, Pfarrer Heinrich Fucks erklärte als Schirmherr von "Respekt und Mut", die insgesamt etwa 90 Veranstaltungen des Programms - bis zum März nächsten Jahres -  hätten "eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Demokratie, des Zusammenleben und der Gedenkarbeit" in der Stadt. Mit erneut etwa 60 Kooperationspartnern bilde das Programm die Düsseldorfer Stadtgesellschaft ab, "sofern sie sich bei der Förderung von Respekt und Mut wiederfindet," so Fucks.

Unter den Kooperationspartnern sind unter anderem die großen christlichen Kirchen, die Jüdische Gemeinde, der Kreis der Muslime, Vereine, Wohlfahrtsverbände, die Gewerkschaften, die Volkhochschule, das Schauspielhaus sowie Museen. Neupert rechnet in diesem Jahr mit insgesamt bis zu 4.000 Menschen, die mit den Veranstaltungen erreicht würden. Neben Literatur, Ausstellungen, Inszenierungen und Filmvorführungen stehen auch wieder Diskussionsrunden und Vorträge sowie einige Exkursionen auf dem Programm.

Brisante Themen

Auch diesmal fehlen im umfangreichen Programm von "Respekt und Mut" brisante Themen nicht. So etwa am 23. September in der Jüdischen Gemeinde eine Fachtagung zum Thema "Antisemitismus - Alter Hass in neuen Formen", bei der auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprechen wird. Die Diakonie Düsseldorf ist am 10. Oktober Mitveranstalter eines Workshops zum Thema "Der schwere Mut - Zivilcourage" und im evangelischen Haus der Kirche findet am 30. Oktober die Veranstaltung "Das Fremde, das in jedem wohnt. Wie Unterschiede unsere Gesellschaft zusammenhalten" statt.

Im Katholischen Maxhaus spricht ebenfalls am 30. Oktober Diakoniepräsident Ulrich Lilie, der früher Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf war, zum Thema "Unerhört - vom Verlieren und Finden des gesellschaftlichen Zusammenhaltes". Lilie ist bereits am 10. Oktober zu Gast im Rahmen der Seelsorgewoche des Düsseldorfer Kirchenkreises, wenn es um die Kunst des Zuhörens geht (19 Uhr, Rathaus, Plenarsaal: Von der Kunst des Zuhörens in "unerhörten" Zeiten)

Seit dem Jahr 2000

"Respekt und Mut" wurde Ende 2000, einem Jahr mit besonders vielen rechtsextremen Gewalttaten von namhaften Düsseldorfer Institutionen ins Leben gerufen. Motor der interkulturellen Initiative war und ist der "Düsseldorfer Appell gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit", der seitdem ein jährliches Programm entwickelt und herausgibt. Seit mehreren Jahren findet die Aktion "Respekt und Mut" in Trägerschaft der Diakonie Düsseldorf statt. Die Stadt Düsseldorf unterstützt die Arbeit finanziell laut Neupert mit rund 80.000 Euro jährlich. Der Integrationsrat der Landeshauptstadt gibt 2.500 Euro dazu.

Das Gesamtprogramm mit allen Veranstaltungen der Aktion "Respekt und Mut" gibt es in den Büchereien, dem Haus der Kirche und in den Kultureinrichtungen der Stadt. Das Programmheft gibt es zudem im Internet unter der Adresse www.respekt-und-mut.de.