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Tetz in die Kirchenleitung gewählt

Düsseldorfer Superintendentin leitet künftig Bildungsabteilung der Landeskirche

Mit einem Blumenstrauß gratuliert der Präses der Rheinischen Kirche, Manfred Rekowski (rechts), der frischgewählten Leiterin der landeskirchlichen Bildungsabteilung. Superintendentin Henrike Tetz ist in die Kirchenleitung gewählt worden. Dazu gratulierte auch Oberkirchenrat Klaus Eberl, der jetzige Stelleninhaber, der in den Ruhestand geht. Foto: Ulrich Erker-Sonnabend

Düsseldorf/Bad Neuenahr (evdus). Superintendentin Henrike Tetz verlässt den Düsseldorfer Kirchenkreis. Die 54-jährige Theologin ist von der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland bei ihrer Tagung in Bad Neuenahr in die Kirchenleitung gewählt worden. Damit übernimmt sie zugleich als Oberkirchenrätin die Leitung der Abteilung „Bildung und Erziehung“ der Rheinischen Kirche.

Bildungsarbeit ist herausragende Stärke der Kirche

Die Wahl Tetz‘ war eine Nachfolgewahl, weil der noch derzeitige Amtsinhaber, Oberkirchenrat Klaus Eberl (61), aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand geht. Tetz wird am 4. März in der Düsseldorfer Johanneskirche in das Amt eingeführt. Tetz ist gewählt für die Dauer der noch verbleibende Amtszeit des jetzigen Stelleninhabers bis zum Jahr 2021.

Tetz sieht die Bildungsarbeit als „eine herausragende Stärke“ der Kirche an. Sie arbeitete dreieinhalb Jahre lang als Schulseelsorgerin am Theodor-Fliedner-Gymnasium in Kaiserswerth. Im Jahr 2000 wechselte Tetz als Schulpfarrerin an das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Im Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf übernahm sie ab 2007 zunächst die Abteilungsleitung für die seelsorglichen Dienste. 2010 wurde sie erstmalig zur Superintendentin gewählt.

Wandlungsfähige Kirche

Auf der landeskirchlichen Ebene war die 54-Jährige bislang Vorsitzende des Ständigen Ausschusses für Bildung der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Zu den Motiven, ein Amt in der Kirchenleitung zu übernehmen sagt Tetz: „In meinem derzeitigen Superintendentinnen-Amt in Düsseldorf arbeite ich auf unterschiedlichen Ebenen – im Kirchenkreis, in den Gemeinden, an der Basis. Ich war Seelsorgerin und Schulpfarrerin. Diese Erfahrungen und dann besonders die aus meiner Leitungstätigkeit haben mich zur Kandidatur bewogen.“

Im Rückblick auf ihre Düsseldorfer Zeit sagt die neue Oberkirchenrätin: „Eine Zusammenarbeit der verschiedenen Ebenen ermöglicht der Kirche, wandlungsfähige und offene Kirche zu sein. Darum geht es! In Düsseldorf gibt es derzeit einen Prozess, der unsere Kirche in den Stadtteilen und vor Ort noch mehr als bisher öffnet. Das dabei positiv Erfahrene nehme ich bewusst mit. Und: Ich werde die Stadt Düsseldorf nicht vermissen; denn mein neuer Arbeitsplatz ist ja auch in der Landeshauptstadt – die Düsseldorfer Kirche und Kultur ist mir weiterhin nahe.“

Bergsteigen und Tote Hosen

Das Amt wurde bundesweit ausgeschrieben. Neben Tetz gab es eine weitere Kandidatin. Mitbewerberin war Pfarrerin Dr. Sabine Federmann aus Hattingen. Federmann erhielt 70 Stimmen, Tetz 104.

Privat pflegt die jetzt gewählte Tetz ein Interesse für Musik von Bach bis zu den Toten Hosen, sie liest viel und hat eine Passion für das Bergsteigen.

Tetz ist in Bochum aufgewachsen, hat in Bonn, Tübingen und Oxford Evangelische Theologie studiert. Ihr Vikariat leistete sie in Essen Stoppenberg und im Londoner Stadtteil Putney ab. In Düsseldorf war sie zunächst Pastorin an der Johanneskirche und dann Schulseelsorgerin. 2007 übernahm sie die Leitung der Abteilung Seelsorge im Kirchenkreis. Seit November 2010 ist sie Superintendentin. 


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