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Sorgen teilen beim Spazieren gehen

Evangelischer Kirchenkreis, Diakonie und Café in Flingern starten Projekt „Seelenwege“

Wer gern gemeinsam spazieren gehen und sich Sorgen von der Seele reden oder sich einfach mal austauschen möchte, kann sich melden bei Pfarrer Peter Krogull, Telefon 0211. 95 75 77 93, E-Mail: peter.krogull@evdus.de oder bei Constanze Jesteadt-Fischer vom Stadtteilladen Flingern: Telefon 0211 7 35 32 84, E-Mail: constanze.jestaedt-fischer@diakonie-duesseldorf.de

v.l.:Constanze Jestaedt-Fischer, Leiterin des Stadtteilladens der Diakonie, Peter Krogull, Leiter der Seelsorgefortbildung und -entwicklung im Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf und Maja Krohn von der MERCY coffee company in Flingern. Foto: Anne Wolf

Flingern (evdus). „Seelenwege-Quartiersseelsorge beim Spaziergang“ heißt das neueste Projekt, das Peter Krogull, Leiter der Seelsorgefortbildung und -entwicklung im Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf, gemeinsam mit Constanze Jestaedt-Fischer, Leiterin des Stadtteilladens der Diakonie in Flingern, und Maja Krohn von der MERCY coffee company gerade auf den Weg gebracht hat.

Die Idee: Seelsorger:innen schenken Menschen bei einem Spaziergang durch den Stadtteil Flingern ihr Ohr. Einen Kaffee to go gibt es im Café Merci um die Ecke vom Diakonie Campus an der Birkenstraße inklusive. Die Quartiersseelsorge bietet eine gelungene Verknüpfung von Kirche, Diakonie und Stadtteil. 

Vielen fehlen Gesprächsmöglichkeiten im Lockdown

„Wir haben seit dem ersten Lockdown 2020 festgestellt, dass es vielen Menschen an Gesprächsmöglichkeiten fehlt, und mangelnder Kontakt und soziale Isolation in unserem Stadtteil Flingern ein riesengroßes Thema ist“, sagt Constanze Jestaedt-Fischer. Die Gelegenheiten, zum Beispiel beim Einkauf im Supermarkt oder beim Apotheker mal einen kleinen Plausch zu halten, sind durch die Pandemie kaum mehr vorhanden. Jestaedt-Fischer hat gemeinsam mit Peter Krogull, deshalb im letzten Jahr das Projekt „Pop Up-Seelsorge“ aufgebaut.

In der Seelsorge ausgebildete Ehrenamtliche haben sich öffentlich an einem kleinen Tisch mitten auf dem Platz der Diakonie mit Menschen getroffen, die einfach mal über das reden wollten, was ihnen gerade auf der Seele lastet. 

Ehrenamtliche Arbeit kann eine Bereicherung sein

In etwas weniger öffentlichem Rahmen treffen sich ab sofort die Spaziergangspaare in Flingern. „Die besten Gespräche finden oft unterwegs statt. Es ist schön, wenn man in die gleiche Richtung schaut beim Gehen, eine gemeinsame Perspektive entwickelt“, weiß Peter Krogull, der in den „Seelenwegen“ auch ein gutes Engagementfeld für seine rund vierzig ehrenamtlich in der Seelsorge geschulten Mitarbeitenden sieht. Sie können Gesprächserfahrungen sammeln und gleichzeitig dafür sorgen, dass in Düsseldorf weniger Menschen einsam sind.

Hildrun von Wulffen arbeitet ehrenamtlich im Team von Peter Krogull mit. Sie betreut schon sein einiger Zeit eine ältere Dame in Flingern. „Ich merke immer mehr, dass die Hilfe, die gebe, für mich selbst eine Bereicherung ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich Spaziergänge gut eignen, intensive Gespräche zu führen“, sagt sie.

Schon zu Jesu Zeiten war ein Spaziergang inspirierend

Zusätzlich zu diesem neuen Gesprächsangebot, das übrigens auch in englischer Sprache möglich ist, gibt von montags bis freitags die „Fenster-Beratung“ seit einem Jahr von 9 bis 12 Uhr am Stadtteilladen an der Gerresheimer Straße 167. Hier geht es zum Beispiel um Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen zum Kurzarbeitergeld oder zu Hartz IV. „Um dem über die Beratung hinausgehenden oft großen Gesprächsbedarf vieler Menschen gerecht werden zu können, haben wir jetzt die ‚Seelenwege‘ ins Leben gerufen“, sagt Stadtteilladen-Leiterin Constanze Jestaedt-Fischer.

„Seelenwege sind eigentlich eine ganz alte Erfindung aus der Bibel. Am Ostermontag wird erzählt, dass Jesus mit den Emmaus-Jüngern unterwegs war bei einem langen Osterspaziergang und dabei auch ein gutes, inspirierendes Gespräch hatte“, sagt Pfarrer Peter Krogull. 

                                                                                                                                                                    Autorin: Ulrike Karpa