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Sonderausstellung: „Die Körper der SS. Ideologie, Propaganda und Gewalt“ bis 27. Januar 2019

In der Mahn-und Gedenkstätte Düsseldorf

Informationen zu der Ausstellung gibt es Internet unter

www.gedenk-dus.de

Am Donnerstag, 18. Oktober 2018, um 19 Uhr, Rundgang durch die Ausstellung 

„Das Schwarze Korps“ vom 27.11.1936, S. 3, Foto: Archiv Kreismuseum Wewelsburg

Altstadt (evdus). Die SS verstand sich als Elite der nationalsozialistischen Bewegung und des gesamten deutschen Volkes. Ihr Anspruch einer „züchterischen“ Aufgabe bezog sich einerseits auf die Auswahl ihrer Mitglieder, andererseits auf die „Ausmerze“ all derer, die eines deutschen Volkes nordischer Rasse nicht würdig seien. Elitegedanken und Vernichtungswille paarten sich in diesem Anspruch auf verheerende Weise.

Die Ideologie und Propaganda des Nationalsozialismus im Allgemeinen, noch stärker aber die Selbstinszenierung der SS war geprägt von Körperidealen und Körperbildern. Die SS sollte in körperlicher Hinsicht ebenso wie in ihrer geistigen Verfassung „hart“ und „stark“, soldatisch und kriegerisch sein. Athletische, aufrechte und große Körper, unbestritten „arische“ Abstammung, „nordische“ Physiognomie – das waren Kriterien, die ein SS-Mann in der sogenannten Rassemusterung ab 1934 nachweisen sollte. Auch die Partnerinnen von SS-Männern wurden einer rassischen Auswahl unterworfen: Ihre Aufgabe war es, den „nordischen Neuadel“, nach rassischen Kriterien wertvolle Kinder zu gebären. Nur nach entsprechender Begutachtung wurde eine Hochzeit von den SS-Stellen genehmigt.

Neben den Kult der rassischen Auslese trat die brutale Herabwürdigung und Tötung all derer, die von den Nationalsozialisten als Gegner des Regimes klassifiziert wurden. Propagandistische Abbildungen zeigten körperliche Merkmale, die Minderwertigkeit und fehlende Charakterstärke belegen sollten.

Die Wanderausstellung des Kreismuseums Wewelsburg stellt dieses Spannungsfeld von Propaganda und Gewalt, Selbstverständnis und „Ausmerze“ ausführlich dar. Sie nimmt zunächst die Ursprünge und Grundlagen nationalsozialistischer Körperbilder in den Blick, um dann das darüber hinausgehende Verständnis der SS und die Nachwirkung solch körperbetonter Ideologie in die rechte Szene der Gegenwart zu präsentieren.

Die Ausstellung ist in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf bis 27. Januar 2019 zu sehen.