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Seelsorge ‚to go‘ mitten in der Altstadt 

Pop-Up Seelsorge in der Bergerkirche

Bergerkirche

Berger Straße 18 b, Altstadt

hier gibt es Informationen zur Pop-Up Seelsorge und zur Seelsorgefortbildung.

Pfarrer Peter Krogull und ehrenamtlicher Seelsorger Rainer Jeschke vor der Bergerkirche. Foto: Andreas Vollmert

Altstadt (evdus). Ein großes Transparent hängt am eisernen Gitter, dem Eingangstor zu evangelischen Bergerkirche, Berger Straße 18 b. ‚Pop-Up-Seelsorge‘ wird darauf angeboten. Passant:innen haben die Möglichkeit, die Ruhe im Innenhof vor dem etwas versteckt liegenden Gotteshaus zu genießen, aber auch in der Bergerkirche ein seelsorgliches Gespräch zu führen. Heute stehen dort der Seelsorgepfarrer im Kirchenkreis Düsseldorf Peter Krogull sowie der ehrenamtlich tätige Rainer Jeschke bereit. Immer dienstags, das nächste Mal wieder am 22. Juni, öffnet die Bergerkirche für die Pop-Up Seelsorge von 15.30 bis 17.30 Uhr ihre Türen.

„Die Kirche soll sich ja mehr auf den Weg zu den Menschen machen. Deshalb sind wir hier“, sagt Jeschke selbstbewusst. Mit dem Fahrrad kommt er zu seinen regelmäßigen Einsätzen. Auch während der Pandemie hält er die unverbindlichen Gesprächsangebote der Kirche für sinnvoll und hilfreich. „Gerade auch weil die Familienkontakte reduziert sind, so dass die Kinder sich nicht so kümmern können. Die Enkel – also das ist ein Thema.“ 

Die Ressourcen der Seelsorge-Suchenden stärken

In seiner Heimatgemeinde in Garath engagiert sich der Chemiker seit Jahren als Prädikant, die frühere Bezeichnung ist Predigthelfer. Zusätzlich hat er eine Seelsorgefortbildung gemacht. „Es gehört auch mit dazu, dass man sich selbst ein Stück kennenlernt, sich mit seinen eigenen Werten auseinandersetzt. Dass man sich ganz bewusstmacht: wie spreche ich mit jemandem, wie reflektiere ich das, was ich höre. All diese Dinge bewusst aufzunehmen, ist im Zentrum dieser Ausbildung.“

Die Gespräche können sehr intensiv sein, so seine Erfahrung. Manchmal muss er sich selbst bremsen, wenn er sich in die Lebenssituation Anderer vertieft. „Ich bin so ein Problemlöser. Gib mir ein Problem und ich besorge dir die Lösung. Genau das ist in der Seelsorge nicht gefragt. Es geht darum, die Ressourcen der seelsorgesuchenden Person aufzunehmen und zu stärken.“ 

Ruhepol zum hektischen Treiben in der Stadt

Manchmal schauen nur vereinzelt Passant:innen in der Bergerkirche vorbei. Fragen und Unwissenheit über das neue Angebot greift Peter Krogull als Seelsorgepfarrer dabei gern auf. „Wir hatten Menschen hier in der Bergerkirche, die ganz gezielt gekommen sind und mit einer Ehrenamtlichen ein Gespräch geführt hat, das über eine Stunde dauerte. Aber wir haben auch Menschen, die gar nichts mit dem Begriff Seelsorge anfangen können und neugierig ins Gespräch kommen.“

Die evangelische Pop-Up Seelsorge soll auch nach der Corona-Zeit ein fester Bestandteil im Alltag der Menschen bleiben, hat sich Krogull vorgenommen. „Ich finde wichtig, dass die Kirche mit ihren Gotteshäusern in einer durchkommerzialisierten Stadt wie Düsseldorf Orte anbieten kann, wo man hingehen kann ohne Geld zu bezahlen, wo man sich hinsetzen und völlig zweckfrei und ein bisschen über das Leben nachdenken kann; also zu dem hektischen Treiben in der Altstadt Orte der Ruhe und Stille zu haben.“

Andreas Vollmert

Radiobeitrag zur Pop-Up Seelsorge für die Sendung "Himmel und Erde" bei Antenne Düsseldorf: