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Seelsorge in Zeiten der Corona-Krise

Präses Manfred Rekowski von der Evangelischen Landeskirche besucht Kirchenkreis Düsseldorf

Präses Manfred Rekowski (vorne), rechts von ihm Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth, links von ihm Pfarrer Dr. Martin Fricke, dahinter von links Gemeindepädagogin Karin Martini, Ehrenamtler Sven Jorczig,und Ehrenamtlerinnen Marianne Reintke-Vedder und Brigitta Horster, hinten Pfarrer Peter Krogull.Foto: Sergej Lepke
Heike Schneidereit-Mauth, Leiterin der Abteilung Seelsorge im Kirchenkreis und Scriba, präsentierte die Kampagne „Wir hören zu“, mit der der Kirchenkreis auf die Corona-Krise reagiert hat. Foto: Sergej Lepke
Unter Beachtung der Corona-Abstands-Regeln fand der Austausch über die Seelsorge in Zeiten der Krise im großen Saal des Hauses der Kirche statt.Foto: Sergej Lepke

    Düsseldorf (evdus). Für einen seiner diesjährigen Sommerbesuche hat sich Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), den Düsseldorfer Kirchenkreis ausgesucht. Wie sieht Seelsorge in Zeiten von Corona aus? Um diese Frage ging es im Haus der Kirche in der Düsseldorfer Carlstadt.

    In seinem geistlichen Impuls nahm Peter Krogull, Pfarrer für Seelsorgefortbildung und -entwicklung im Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf, Bezug auf die biblische Elia-Geschichte. „Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ (1. Buch der Könige, Kapitel 19,7). Elia ist erschöpft, an seine Grenzen gekommen in der Wüste. Viele Menschen erleben gerade die Corona-Krise als Wüstenzeit. „Der kraftlose Elia erhält Glaubenshilfe in Gestalt von aufbauenden Worten und Lebenshilfe in Form von etwas zu essen und zu trinken. Seelsorge ist Glaubenshilfe und Lebenshilfe, daran erinnert uns die Elia-Geschichte“, sagt Pfarrer Peter Krogull.

    „Corona hat Innovation und Kreativität gefördert. Mitten im Lockdown haben wir uns darauf besonnen, dass die sonst so verborgene Seelsorge die Muttersprache der Kirche ist“, sagt Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth, Leiterin der Abteilung Seelsorge im Düsseldorfer Kirchenkreis. Beispiele dafür sind das zu Beginn der Corona-Pandemie vom Kirchenkreis ins Leben gerufene Seelsorgetelefon, bei dem die Anruferinnen und Anrufer innerhalb von 24 Stunden erfahrene Seelsorgende erreichen und die diakonische Kampagne „Wir hören zu“. Alle Kirchenmitglieder im evangelischen Düsseldorf erhielten eine Postkarte mit sämtlichen Hilfsangeboten in der Corona-Zeit auf einen Blick.

    Der ehrenamtlichen Seelsorge im Kirchenkreis Düsseldorf kommt nicht nur in der Corona-Krise eine wichtige Bedeutung für die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer zu.

    Ehrenamtliche berichteten Präses Manfred Rekowski zum Beispiel von den seelsorglichen Gemeinde-Angeboten „Nachbarschaft am Telefon“ und „Spaziergangspaten“, in denen sie sich engagieren. Mobilitätseingeschränkte Menschen im Stadtteil können sich regelmäßig auf einen Telefonanruf einer Ehrenamtlichen freuen. Und andere auf einen gemeinsamen Spaziergang im Stadtviertel. Weitere Praxisfelder der ehrenamtlichen Seelsorge am Flughafen, in der Notfallseelsorge und der Trauerbegleitung wurden exemplarisch vorgestellt.

    Für Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth ist die biblische Erzählung vom Jakobskampf am Jabbok eine der wichtigsten Krisen- und Veränderungsgeschichten. „Da geht es um Angst und Vertrauen, Verzweiflung und Mut. Jede schwere Krise hinterlässt eine Narbe, die uns noch Jahre an den Kampf erinnert. Aber auch das gilt: Überstandene Krisen stärken unsere Widerstandskräfte. In der Krise liegt auch ein Segen.“