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Roboter Pepper und die Kita-App 

Diakonie Düsseldorf setzt auf Digitalisierung

Radiobeitrag zur Vorstellung des Roboter Pepper - siehe unten.

Nina Hundert, die Leiterin des Sozialdienstes im Pflegeheim Mutterhaus der Diakonie in Kaiserswerth, mit Roboter Pepper. Foto: Andreas Vollmert

Düsseldorf (evdus). Die Diakonie Düsseldorf rüstet auf für eine digitale Zukunft. In Kitas, Lerngruppen und in Pflegeheimen testet sie derzeit Handy-Apps, Projektoren und sogar einen kleinen Roboter, der für Abwechslung in den Einrichtungen sorgen soll.

Gehirnjogging mit Pepper

Nina Hundert, die Leiterin des Sozialdienstes im Pflegeheim Mutterhaus der Diakonie in Kaiserswerth, hat seit einigen Monaten einen neuen Mitbewohner. Er heißt Pepper und zieht in allen Wohnbereichen neugierige Blicke auf sich. Pepper ist ein kindergroßer, weißfarbiger Roboter. Mit seinen schwarzen Kulleraugen kann er blinken, er bewegt alle Körperglieder – und er spricht. „Ich imitiere jetzt ein Tier und Du musst raten, was ich bin“, schlägt er vor. Dann trötet es aus seinem Lautsprecher. „Nun, was war das für ein Tier,“ fragt er Nina Hundert. Die entscheidet sich für „Elefant!“ „Richtig ich war ein Elefant“, schmettert ihr Pepper entgegen. Zu bedienen ist er über ein Tablet am Bauch. Dann erzählt er den Seniorinnen und Senioren Märchen, spielt Memory oder schätzt das Alter der Bewohner ein. Anfängliche Angst ist längst gewichen. Stattdessen animiert Pepper zu Gehirnjogging, Liederraten oder zu einem Farbenmemory. „Eine Pflegefachkraft wird er nicht ersetzen können, aber er unterhält unsere Bewohner und sorgt für ständige Überraschungen“, bescheinigt ihm Nina Hundert. Seine Aufgaben könnten nach Wunsch von Wissenschaftlern weiterentwickelt werden. Denkbar wäre, dass er im Kontakt mit den Bewohnern herausfindet, ob sich jemand gesundheitlich unwohl fühlt und dies an das Personal weiterleitet.

Ein Zaubertisch für Demenzkranke

Die Pflegeheime der Diakonie in Düsseldorf treiben die digitale Revolution voran. Dazu zählen auch Spielekonsolen wie die Memore-Box. Auf deren Bildschirm können Senioren zum Beispiel ihren Traum vom Motorradfahren umsetzen. Dabei müssen sie Körperbeherrschung und Schnelligkeit zeigen, trainieren dadurch ihr Gedächtnis. Für schwer Pflegebedürftige und an Demenz Erkrankte wird bereits ein Zaubertisch eingesetzt. Ein Projektor lässt darauf Fische schwimmen, im Raum Herbstlaub fallen oder Fußbälle schweben. Für bettlägerige Menschen werden Wände zu einer Waldkulisse, die verstärkt wird durch Geräusche und Gerüche.

Info-App für Erzieherinnen und Eltern

Die Digitalisierung macht vor keiner Generation Halt, weiß Dr. Martin Herrndorf. Er leitet das Diakonie eigene Büro für Innovation. Die ersten Kitas in Düsseldorf erproben mit ihm eine Info-App für Erzieherinnen und Eltern – mit verblüffendem Erfolg: „Wir haben zum ersten Mal gesehen, dass wir keine Papierzettel auslegen mussten, sondern alle Eltern auf diesem digitalen Kanal erreicht haben. Das Zweite ist: die Eltern sind besser informiert. Es gibt einen Terminkalender, der immer aktuell gepflegt ist. Statt morgens anzurufen, können Eltern mit einem Klick ihr Kind krank abmelden. Wenn schwangere Mütter die Kita nicht betreten wollen, wenn Scharlach ist – über die App leuchtet das schon auf und ich sehe: Aha Scharlach. Dann schicke ich meinen Mann oder organisiere es anders.“

Auch in den heilpädagogischen Tagesgruppen der Diakonie für Kinder von der ersten bis fünften Klasse setzen die Teams verstärkt auf den Online-Dialog mit den Eltern. Regelmäßig erhalten diese Hinweise aus der Hausaufgabenbetreuung und damit auch über erzielte Lernerfolge. Mütter und Väter können dazu Rückmeldungen geben oder ein Elterngespräch im Chat führen. Torben Bruhn zieht ein erstes positives Fazit: „Über diese App hat sich eine kooperative und auch selbstbewusste Art der Eltern entwickelt. Das ist eine ganz tolle Erfahrung.“

Andreas Vollmert

Radiobeitrag zur Vorstellung des Roboters Pepper der Diakonie in Düsseldorf, gesendet in der Sendung "Himmel und Erde" bei Antenne Düsseldorf, 14. Juni 2020.