0800 081 82 831

Nachhilfe, Integration und viele tolle Begegnungen

Projekt „Jugend fördert Jugend“ seit drei Jahren erfolgreich

Nachhilfestunde: Zu sind dort (von links): Noee, Anuar, Ole und Aghyad. Foto: Kira Küster/Diakonie Düsseldorf

Düsseldorf (did). Miriam und Manuel sind Studenten. Und sie geben Nachhilfe. Soweit nichts Ungewöhnliches. Besonders aber sind ihre Schülerinnen und Schüler: junge Flüchtlinge und andere Jugendliche aus den Internationalen Förderklassen – wie Miriams Nachhilfeschüler Adam, der Hilfe beim Deutsch lernen brauchte.

Für sie ist das Projekt „Jugend fördert Jugend“ vor drei Jahren in Zusammenarbeit des Jugendmigrationsdienstes der Diakonie mit dem Rotary Club Düsseldorf Schlossturm entstanden. Inzwischen wird es als Gemeinschaftsprojekt aller Düsseldorfer Rotary Clubs weitergeführt.

Waren es anfangs nur eine Handvoll Jugendliche, die Hilfe beim Lernen bekamen, sind es zur Zeit bereits mehr als 150. Unterstützung bekommen sie von rund 90 Nachhilfelehrerinnen und Nachhilfelehrern, die eine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit bekommen.

„Auch wenn wir es natürlich intensiv pädagogisch begleiten: Es ist eigentlich ein Projekt komplett unter Jugendlichen, das macht es so einzigartig“, sagt Daniela Bröhl, Sachgebietsleiterin Integration, Migration und Flucht der Diakonie Düsseldorf. „Und das ist wichtig: Der Kontakt zu anderen Jugendlichen fördert die Integration ganz besonders.“

„Das ist eine großartige Sache. Die Unterrichtsleistungen der jungen Flüchtlinge haben sich teilweise stark verbessert, und nebenbei lernt man sich kennen und eventuell bestehende Vorurteile werden abgebaut“, ergänzt Margit Jandali vom Rotary Club Düsseldorf Schlossturm, der neben der finanziellen Förderung seine Kontakte nutzt, um weitere Nachhilfelehrerinnen und Nachhilfelehrer an Schulen und Hochschulen anzuwerben. Den Kontakt zu den Nachhilfeschülerinnen und -schülern vermitteln ebenfalls die Schulen. 19 nehmen mittlerweile teil, darunter die Albrecht-Dürer-Schule, das Lessing Gymnasium und das Theodor-Fliedner-Gymnasium, die von Anfang an dabei waren.

Das Projekt ist mittlerweile über die Grenzen Düsseldorfs hinaus bekannt geworden. Die Bertelsmann Stiftung fand es so spannend, dass sie der Diakonie nahegelegt hat, sich damit um den bundesweiten Jugendintegrationspreis zu bewerben.

„Wir freuen uns besonders, dass wir in diesem Projekt so viel Engagement vereinigen können“, sagt Diakoniepfarrer Thorsten Nolting. „Es engagieren sich Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten mit ihrer Zeit, und mehrere Rotary Clubs mit ihren Kontakten und den notwendigen Finanzen. Das hat wirklich Vorbildcharakter.“

„Für mich ist das eine tolle und lehrreiche Erfahrung gewesen“, sagt auch Nachhilfelehrerin Miriam, die Adam eineinhalb Jahre begleitet hat. Adam hat jetzt erfolgreich die 9. Klasse abgeschlossen und macht weiter. Sein nächstes Ziel: der Realschulabschluss.