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Menschenwürde und Soziale Medien

Kirchenkreis hatte zum Reformationsempfang eingeladen

Synodalassessor Pfarrer Heinrich Fucks hielt die Ansprache beim Reformationsempfang des Kirchenkreises. Foto: Sergej Lepke
Das Singen gehört zur Reformationsandacht.Foto: Sergej Lepke
Gastredner beim Reformationsempfang war Professor Paul Melot de Beauregard (rechts). Pfarrer Fucks bedankte sich bei dem Redner mit einemTopf Düsseldorfer Senf.Foto: Sergej Lepke

    Düsseldorf (evdus). Zum Reformationstag am 31. Oktober im 501. Jahr nach dem historischen Thesenanschlag Martin Luthers sind viele Vertreterinnen und Vertreter aus Stadt, Kirche, Politik und Wirtschaft der Einladung des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf gefolgt und haben sich zur Andacht in der Johanneskirche und anschließendem Reformationsempfang eingefunden.

    In seiner kurzen Predigt bezog sich Pfarrer Heinrich Fucks, Synodalassessor des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf, auf das 8. Kapitel des Römerbriefes in der Bibel. Da heißt es: „Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ha mehr noch, der auch aufgeweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt.“

    Verdammen verbiete schon die Menschenwürde und der christliche Wertekanon, dennoch geschehe es heute viel zu oft, zum Beispiel in den Sozialen Medien, wo Menschen verbal herabgewürdigt, beleidigt und ihre Menschenwürde verletzt würde, so Fucks, der auch die segensreichen Seiten der sozialen Medien kennt.

    Für Fucks ergibt sich aus dem Römerbrief des Apostel Paulus die Botschaft: „Jesus Christus ist der Grund unserer Freiheit und Verantwortung. Er tritt für uns ein, und daraus ergibt sich die theologische Begründung für die unzerstörbare Würde des Menschen. Er gibt mir Hoffnung in diesen Tagen, die so arm an Trost sind, und trägt mich durch, das Gebotene zu und nicht zu vergessen, die Hände zu falten und Danke zu sagen – nicht zuletzt immer gewiss zu sein: Ich bin nicht Gott, ich bin Mensch.“

    „Die digitale Revolution gestalten – eine evangelische Perspektive“

    „Die digitale Revolution gestalten – eine evangelische Perspektive“, darüber sprach der Referent Rechtsanwalt Professor Dr. Paul Melot de Beauregard, Mitglied des Bundesvorstandes des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU), beim Reformationsempfang im Bachsaal der Johanneskirche.

    Digitalisierung, ein sich ständig beschleunigender Prozess, der alle Lebensbereiche umfasst, beleuchtete Melot de Beauregard in seinem Vortrag anhand von drei Stichworten: der künstlichen Intelligenz, damit verbunden neue Geschäftsmodelle, die der digitale Wandel hervorbringt und eines dadurch entstehenden Kulturwandels.

    Wesentlich bei allen diesen Veränderungen durch die Digitalisierung weltweit ist für ihn die eigene Haltung zu den Wandlungsprozessen im Netz. Neben der Bereitschaft zum lebenslangen Lernen betrachtet er die „evangelische Tradition des Fragenstellens“ als hilfreich, um zu einer eigenen Haltung zu finden. Als Gerüst für das eigene Handeln dient das Erbe der Reformation: „Freiheit und Verantwortung“.

    Ulrike Paas