0800 081 82 831

„Lebenssituation von Alleinerziehenden verbessern“

14. Armutsbroschüre der Diakonie Düsseldorf

Alleinerziehende haben häufig Geldsorgen. Foto: Diakonie Düsseldorf

Düsseldorf (evdus). Mit wenig Geld im Portemonnaie fällt es schwer, Geburtstagsgeschenke zu kaufen, wenn die Tochter oder der Sohn zu einem Kindergeburtstag eingeladen ist, oder eine in der Schule verloren gegangene Jacke des Kindes zu ersetzen. Die Rede ist von der Lebenssituation Alleinerziehender, die in der gerade erschienenen 14. Armutsbroschüre der Diakonie Düsseldorf im Fokus stehen.

23,9 Prozent aller Düsseldorfer sind alleinerziehend, Tendenz steigend. Im gesamten Land wächst in jedem fünften Haushalt ein Kind mit nur einem Elternteil auf - meist bei der Mutter.

Diakonievorstand Rudolf Brune begrüßt, dass zum 1. Juli dieses Jahres die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende beschlossen worden ist. „Früher wurde ein Unterhaltsvorschuss nur für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr eines Kindes bezahlt und jetzt erhalten Kinder bis zum 18. Lebensjahr Geld. Ein wichtiger Schritt für die Entlastung Alleinerziehender“, sagt Brune, der in der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation Alleinerziehender einen der wichtigsten Punkte sieht, dem Armutsrisiko zu entkommen.

Eine zentrale Stelle zur Existenzsicherung schaffen

Häufig entziehen sich t unterhaltspflichtige Väter dem berechtigten Unterhaltsanspruch der Kindesmütter. Hier wünscht sich Brune mehr Engagement seitens der Behörden, den Unterhaltsforderungen nachzugehen.

Der 2016 veröffentlichte Familienreport der Bertelsmann-Stiftung schlägt als zusätzliche Unterstützung steuerliche Entlastungen speziell für Alleinerziehende vor.

Dorothee Hartmann, Abteilungsleiterin im Bereich Kinder, Jugend und Familie der Diakonie Düsseldorf, nennt einen der Gründe für die häufige Finanznot der Ein-Elternteil-Familien. „Um eine Arbeitsstelle anzunehmen, braucht es eine flexible Kinderbetreuung sowohl im Kindergarten als auch in der Schule, wo es viel zu wenige Plätze gibt. Oft reicht es nur für einen Teilzeitjob“, sagt Hartmann.

Daneben bliebe Alleinerziehenden oft die gesellschaftliche Anerkennung versagt. Sie fühlten sich sozial abgehängt und hätten Schuldgefühle, ihren Kindern weniger bieten zu können als andere Familien und seien oft erschöpft und überlastet, weil die Verantwortung für Erziehung und Haushalt in erster Linie auf ihren Schultern lastet.

Alleinerziehenden mit Respekt begegnen

Zur Entlastung Alleinerziehender fordert die Diakonie eine zentrale Stelle rund um die Existenzsicherung von Müttern und Vätern, die mit ihren Kindern alleine leben. „Heute ist es kompliziert und mit vielen Behördengängen für die Betroffenen verbunden, Hilfsmöglichkeiten wie Wohngeld, Sozialhilfe und andere Zuschüsse zu erhalten“, sagt Brune.

Die Diakonie hilft Familien im Rahmen der sozialpädagogischen Familienhilfe und der fünf Ehe-Lebens- und Familienberatungsstellen in Düsseldorf, die Trennung zu verarbeiten und Unterstützungsmaßnahmen aufzuzeigen.

Was Arbeitgeber, Nachbarn und Bekannte und Freunde tun können: Alleinerziehenden den Respekt und die gesellschaftliche Anerkennung geben, die sie verdienen.


Verfasserin: Ulrike Paas