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Kirche, Synagoge und Moschee

Zum zweiten Mal: Kulinarisch-interreligiöser Rundgang

Pfarrerin Natalie Broich (rechts) hat zu einen kulinarisch-interreligiösen Spaziergang eingeladen. Patrick Pommé und Angelika Gracia (Mitte) nahmen daran teil. Foto: Hannah Kleiner

Düsseldorf (evdus). Der Geruch von Kartoffelsuppe geht durch die Kreuzkirche, während Pfarrer Stephan Scharf etwas über die Geschichte der Kirche erzählt. Im Rahmen eines kulinarisch-interreligiösen Rundganges ist der Ort der Ruhe und des Gebets so auch ein Ort der Begegnung und geselligen Zusammensein geworden. Vier Gotteshäuser hatten abends ihre Türen geöffnet und zum Essen geladen. 

Brückenbauen ohne Vorkenntnisse

Begonnen wurde der Abend in der Synagoge in Derendorf. Danach teilte sich die Gruppe zwischen der evangelischen Kreuzkirche und der katholischen Heilig-Geist-Kirche, um dann in der DITIB-Moschee in Oberbilk wieder zusammenzukommen.

„Uns geht es um das Brückenbauen ohne Vorkenntnisse“, fasst Pfarrerin Natalie Broich von der Emmaus-Kirchengemeindedie Idee des Spazierganges zusammen. Broich leitet die Organisationsgruppe „kulinarisch-interreligiöser Rundgang“.

Der Rundgang kommt an. „Ich wollte letzte Mal schon teilnehmen, aber leider waren keine Plätze mehr frei“ erzählt Angelika Garcia. So wie ihr ging es einigen Interessierten. Deswegen wurden diesmal 40 weitere Plätze geschaffen. „Wir haben diesmal 120 Plätz, mussten aber auch für diesen Abend wieder Leute auf die Warteliste setzen“, sagt Broich. 

Zum Synagogenbesuch einen Hut mitgebracht

Doch nicht nur das Essen stand an diesem Abend im Vordergrund. „Mir geht es vor allem darum, die Atmosphären der Religionen mitzubekommen“ erzählt ein Teilnehmer. Ein Freund hatte für ihn extra einen Hut für die Synagoge mitgebracht. Auch Mascha ist mit ihren zwei Kindern, Maya (9) und Janu (5) gekommen „Wir haben den Aushang im Kindergarten gesehen und uns direkt angemeldet“. Die Freundinnen Hildegard und Christel genießen es, zusammen was neues kennenzulernen „Wir waren heute zum ersten Mal in der Synagoge. Grade die Gastfreundschaft von allen hat uns sehr beeindruckt“.

Vor jedem kulinarischen Genuss gibt es immer Informationen über die Religionen und ihre Gotteshäuser. Rabbiner Kaplan scherzt über die große Gruppe „Ich würde mich freuen, wenn die Synagoge zum Freitagsgottesdienst auch so voll wäre“. 

Offen gesprochen

Bei jedem Rundgang gibt es auch die Möglichkeit für Fragen und Austausch. Der wahrscheinlich jüngste Teilnehmer Janu bringt die Gruppe ins Grübeln „Wie hoch ist die Kuppel der Kreuzkirche?“ Nach kurzer Diskussion einigt sich die Gruppe auf 20 bis 30 Meter. Seine ältere Schwester beeindruckt die Offenheit aller Religionen „Ich fand toll, dass alle auf alle Fragen geantwortet haben“.

Mit ihren 87 Jahren ist Frau Spaltmann die wahrscheinlich älteste Teilnehmerin „Ich fand besonders schön wie offen der Iman gesprochen hat“, sagt sie und beißt lachend in ein Baklava. „Wenn wir nächstes Mal einen Platz bekommen sind wir am 22. September wieder dabei!“ teilt Maschas kleine Familie, den Wunsch der meisten Teilnehmer, wieder mitzumachen.

Bei Tee und Gebäck lässt die Gruppe den Abend ausklingen und ist sich einig: Bei gutem Essen macht interreligiöser Austausch noch mehr Spaß.

Der nächste kulinarische-interreligiöse Rundgang findet am Sonntag den 22. September von 12 bis 15 statt. Anmeldungen bis zum 1. September bei Pfarrerin Natalie Broich per Mail: natalie.broich@evdus.de.

hak