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Imam und Pfarrer kommen gemeinsam in die christliche Kindertagesstätte

Erstes evangelisch-muslimisches Projekt der Diakonie im Stadtteil Düsseldorf-Reisholz

Informationen gibt es im Internet unter www.diakonie-duesseldorf.de

Pfarrer Hartmut Wölk und Agata Hanifa Skalska vom KDDM betrachten mit den Kindern der Kita ein Bilderbuch. Foto: Christoph Wand  

Reisholz (evdus). Unter dem Motto „Miteinander leben, voneinander lernen, einander begegnen und einander verstehen“ hat die Diakonie Düsseldorf zusammen mit dem Kreis der Düsseldorfer Muslime (KDDM) das erste evangelisch-muslimische Gemeinschaftsprojekt in der Diakonie-Kindertagestätte an der Steubenstraße in Reisholz ins Leben gerufen.

„Wir möchten den Kindern vermitteln, dass Religion etwas Positives ist. Menschen dürfen verschieden sein. Wenn Kinder den eigenen Glauben und den des anderen von klein auf kennenlernen, zusammen Feste feiern, können sie sich daran erfreuen und wichtige Erfahrungen des Zusammenlebens sammeln. Wir glauben an denselben Gott, nur die Wege dahin sind verschieden“, sagt Diakoniepfarrer Thorsten Nolting. Er kann sich in der Zukunft auch eine muslimische Erzieherin in der Kita Steubenstraße vorstellen. Der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf begrüßt den neuen religionspädagogischen Ansatz.

Positive Reaktionen bei den Eltern

Pfarrer Hartmut Wölk von der Evangelischen Klarenbach- Kirchengemeinde arbeitet seit Jahren religionspädagogisch mit den 41 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren, davon sind etwa die Hälfte muslimischen Glaubens in der Kita Steubenstraße. Wölk erzählt ihnen zum Beispiel biblische Geschichten und spricht mit ihnen über Ostern und Weihnachten.

Ab April besucht er nun gemeinsam mit Imam Asmer Ujkanovic im Wechsel mit Agata Hanifa Skalska, muslimische Kindheitspädagogin und Arbeitskreis-Leiterin für das Projekt im KDDM, regelmäßig die Reisholzer Kindertagesstätte.

„Wir haben die Eltern bei einem Elternabend darüber informiert. Die Reaktionen waren zum größten Teil positiv. Kritische Stimmen respektieren wir, hören zu und versuchen, durch Aufklärung mögliche Ängste zu nehmen“, sagt Isabell Faßbender, Leiterin der Evangelischen Tageseinrichtung für Kinder an der Steubenstraße. 

Kinderbibel und Gebetsteppich in der Kita

Sie will das vorhandene religionspädagogische Material wie das Kreuz und die Kinderbibel durch Gebetsteppiche, Gebetsketten, einen Koran für Kinder und weitere Symbole aus dem häuslichen Umfeld vieler Kinder erweitern. „So fühlen sich die Kinder mit ihrer Religion in unserer Einrichtung wahrgenommen und wertgeschätzt“. Sie kommen aus vielen unterschiedlichen Ländern und sind Christen, Muslime und Kinder, die keiner Konfession angehören.

Für Dr. Dalinc Dereköy, Vorstandsvorsitzender des Kreises der Düsseldorfer Muslime (KDDM) ist bei dem neuen Projekt gegenseitiger Respekt, Akzeptanz und die Begegnung auf Augenhöhe besonders wichtig. Er lobt das gute Miteinander der Religionsgemeinschaften in Düsseldorf, das sich gerade wieder an Karneval gezeigt hat mit einem gemeinsamen Toleranz-Wagen im Rosenmontagszug.

Pfarrer Hartmut Wölk sieht in dem evangelisch-muslimischen Projekt einen Beitrag zur Friedenserziehung, die sich positiv auf das Zusammenleben im Stadtteil auswirken kann.

Erste Schritte sind verabredet. „Ein gemeinsames Thema wird die Fastenzeit und der Ramadan sein. Den Geburtstag des Propheten wollen wir ebenso aufgreifen wie das Neujahrsfest im Islam im Sommer. Und Gebete wollen wir gemeinsam sprechen. Alles andere wird sich entwickeln“, sagt Wölk.

Ulrike Paas