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Herbstsynode 2020

„Wir bleiben zusammen - auf Abstand“

Auf der Herbstsynode stellte sich der neue Diakonie-Pfarrer, Nachfolger von Pfarrer Thorsten Nolting, den Synodalen vor.

Michael Schmidt wird Vorstandsvorsitzender der Diakonie Düsseldorf. Foto: Hornung

Düsseldorf (evdus). „Wir bleiben“ lautete das Leitmotiv der diesjährigen Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf am 14. November. Zum zweiten Mal hat die Synode ihre Tagung als Zoom-Konferenz durchgeführt.

In seinem Jahresbericht erinnerte Superintendent Heinrich Fucks an das Motto „Wir bleiben zusammen – auf Abstand“, mit dem der Kirchenkreis im Frühjahr in den ersten Lockdown ging. Ein Satz, der Ereignisse und Tendenzen auf den Punkt bringe, die den Berichtszeitraum maßgeblich geprägt haben.

Den Ausspruch „Wir bleiben“ bezog Fucks insbesondere auf die Erfahrung, dass Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises sowie der Diakonie Düsseldorf weiterhin in der Stadt gefragt sind. Dies sei deutlich in der Zeit des ersten Lockdowns erkennbar gewesen. Die vielen bestehenden und neuen, digitalen Angebote von Gemeinden, Einrichtungen und Diakonie wurden in der gemeinsamen Kampagne „Wir hören zu“ zusammengefasst und zugänglich gemacht. Kritisch betrachtete Fucks, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Diakonie und Kirche nicht zu einer „systemrelevanten“ Berufsgruppe gehörten: „Auch die Pfarrerinnen und Pfarrer zählten nicht dazu. In überregionalen Medien galt es als ausgemacht, dass die Kirchen kaum etwas zur Bewältigung der Krise beizutragen hätten. Dagegen wurden wir vor Ort vielfach als hilfreich und wichtig wahrgenommen. Es war und ist eine große Zeit von Seelsorge und Diakonie.“ Fucks betonte, dass ein Blick auf die Kampagnen-Webseite von „Wir hören zu“ vor Augen führe, wie kreativ und kraftvoll Gemeinden, Einrichtungen des Kirchenkreises und die Diakonie in dieser Zeit waren und es weiter sind. 

Grußworte von Stadtdechant und Oberbürgermeister

Stadtdechant Frank Heidkamp sprach in seinem Grußwort die vielen anstehenden Themen an, die die christlichen Kirchen zu bewältigen haben: die Corona-Pandemie, weniger Kirchenmitglieder, geringer werdende Kirchensteuereinnahmen, der Vertrauensverlust sowie die Missbrauchsdebatte lassen ihn auf den Punkt bringen: „Der Wind bläst uns ins Gesicht. Die Folgen sind oft Ängste, Sorgen, Fragen, Zweifel. Wir Kirchen sollen nicht Frustverkünder sein, sondern Hoffnungsträger. Wir müssen den Menschen von der Schönheit des Glaubens berichten und von unseren Hoffnungen erzählen.“

Für ein persönliches Grußwort an die Synodalen wurde auch der kürzlich in sein Amt eingeführte Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Dr. Stephan Keller, live zugeschaltet. Keller hatte die coronabedingten Auswirkungen auf die Kirchengemeinden im Blick: „Keine Sonntagsgottesdienste, keine Feiern zum Osterfest und Begräbnisse nur im engsten Familienkreis – das war eine dramatische Entscheidung damals und das sind Beispiele dafür, wie Kirchen aus Verantwortungsbewusstsein und Solidarität auch Einschränkungen ihres Rechts auf Religionsfreiheit auf sich genommen haben“, sagte Keller. Im gegenwärtigen „Teil-Lockdown“, der seit Anfang November besteht, stimme ihn sehr froh, dass bei allen Einschränkungen, die derzeit herrschten, die Kirchen diesmal offen bleiben, die Gottesdienste weiterhin möglich sind und die Seelsorgearbeit fortgesetzt werden kann.

Neuer Diakoniepfarrer vorgestellt

Michael Schmidt wird neuer Vorstandsvorsitzender der Diakonie Düsseldorf. Der 56-jährige Theologe wird Nachfolger von Thorsten Nolting, der im Juni nach München gewechselt war. Michael Schmidt war bisher theologischer Vorstand der Stiftung Friedehorst, einer großen diakonischen Stiftung in Bremen. Die während der digitalen Herbsttagung durchgeführte Mitgliederversammlung der Diakonie Düsseldorf gab ihm die Möglichkeit, sich den Synodalen persönlich vorzustellen. „Ich freue mich, dass man mir am vergangenen Samstag das Vertrauen ausgesprochen hat, die besonders schöne und verantwortungsvolle Aufgabe des Diakoniepfarrers im Kirchenkreis und gleichzeitig des Vorstands der Diakonie Düsseldorf zu übernehmen“, sagte Schmidt.

Nach seinem Theologie-Studium in Bielefeld-Bethel, Kiel und Marburg und einem Vikariat in Paderborn verbrachte er zehn Jahre als Gemeindepfarrer in Paderborn, bevor er 2005 als Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bremen in die Hansestadt wechselte.

„Ich bin gespannt auf die Stadt Düsseldorf und Sie alle nicht per Zoom, sondern auch bald von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen und gemeinsam an Themen zu arbeiten“, sagte Schmidt. Die Stelle biete die Besonderheit, gleichzeitig als Vorstand ein großes diakonisches Unternehmen zu leiten und als Diakoniepfarrer der Evangelischen Kirche in Düsseldorf den Menschen am Rande der Gesellschaft eine Stimme zu geben und für sie einzutreten. Sein Amt in Düsseldorf wird er zum 1. März oder 1. April 2021 antreten.

Neue Mitglieder in den Kreissynodalvorstand gewählt

Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth wurde in ihrem Amt der Skriba, und damit als Mitglied des Kreissynodalvorstands (KSV), bestätigt. Des Weiteren wurde für den Kreissynodalvorstand die Hälfte der Synodalältesten mit ihren Stellvertretungen neu gewählt: Die Wahl der Synodalältesten konnten Friedemann Bruhn, Helmut Schmitz und Christian Schröer für sich entscheiden. In die Position der Stellvertretungen für den KSV wurden Heike Rohland-Pfitzer, Dr. Michael Kiefer und Horst Gieseler gewählt.Der Kreissynodalvorstand ist das Leitungsgremium des Kirchenkreises, dem Theologen und Älteste – das sind nicht-theologische Mitglieder – angehören, die gemeinsam Verantwortung tragen.

Neustrukturierung des Kirchenkreises

Mit der Verabschiedung einer neuen Satzung ergibt sich  für den Kirchenkreis eine neue, schlankere Organisationsstruktur. Wichtig war dabei, den in den kirchlichen Handlungsfeldern Engagierten auch weiterhin Teilnahme- und Mitwirkungsmöglichkeiten zu geben.

Zu dem von der Synode beschlossenen Satzungsentwurf sagte Fucks: „Wir bleiben, und deshalb werden wir manches anders machen. Der vorliegende Satzungsentwurf verabschiedet das Abteilungsmodell und die dazugehörigen Fachausschüsse Verkündigung, Seelsorge und Bildung.“ An die Stelle der Fachausschüssen werden Arbeitsgruppen treten, die den Kreissynodalvorstand und die Kreissynode in der Arbeit unterstützen werden. Das Abteilungsmodell sei ein wesentliches Element und Instrument zur Fusion der drei Kirchenkreise gewesen. Es habe zu seiner Zeit vorbildlich gewirkt, betonte Fucks und dankte all denjenigen, die sich über viele Jahre in den Fachausschüssen engagiert haben.