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Gemeinsam an den Rhein oder in den Park

Spaziergangs-Tandems der Evangelischen Friedens-Kirchengemeinde in Bilk unterwegs

Wer sich für das Projekt „Spaziergangspat:innen“ interessiert, erhält Informationen bei Karin Martini unter Telefon 0211. 60 00 15 15 und per Mail unter seniorenbuero@friedenskirche.eu

Im Botanischen Garten in Düsseldorf unterwegs von links: Erika Kadalla, Linda Börner mit Sohn und Karin Martini. Foto: Andreas Vollmert

Bilk (evdus). Spazieren gehen ist eine der wenigen Freizeitbeschäftigungen, die in der Zeit der Corona-Pandemie noch unbedenklich möglich sind. Auch ist erlaubt, dass zwei Menschen gemeinsam durch den Park oder in den Wald gehen. Kein Wunder, dass das Spaziergangspatenprojekt der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde in Bilk so gut ankommt.

Karin Martini ist verantwortlich für die Seniorenarbeit in der Kirchengemeinde. Sie hat das Projekt „Spaziergangspat:innen“ vor mehreren Jahren an den Start gebracht für solche Menschen, die nicht mehr allein vor die Tür gehen möchten oder können. Gründe gibt es viele, weiß sie. „Der Freundes- und Bekanntenkreis wird einfach kleiner. Oder ein Umzug steht an, dann muss man sich ja völlig neu orientieren. Oder die körperlichen Einschränkungen: ich brauche einen Stock, einen Rollator, oder ich sehe nicht mehr gut. Das ist auch oft ein Grund, weshalb die Leute Spaziergangspaten suchen.“ 

30 Spaziergangs-Patinnen und -paten sind im Einsatz

Mittlerweile sind 30 Patinnen und Paten im Einsatz. Eine davon ist Linda Börner. Die junge Frau hat vor wenigen Monaten einen Jungen geboren. „Ich habe Elternzeit und habe mich gefragt, wie man was Gutes tun kann. Ich wollte auch ein bisschen was zurückgeben. Da ich eh gern spazieren gehe, hat sich das angeboten. So bin ich auf das Programm aufmerksam geworden.“

Heute trifft sie mit ihrem Sohn im Botanischen Garten hinter der Heinrich-Heine-Universität Erika Kadalla. Die Rentnerin winkt schon von Weitem: „Ich habe ja nun das Alter und ich bin glücklich, dass ich noch so laufen kann und möchte es wahrnehmen, solange es noch geht.“ Die beiden wollen nun schauen, ob exotische Pflanzen bereits ihr Winterquartier verlassen haben. An anderen Tagen wagen sie von Bilk aus auch eine ausgiebige Tour ans Rheinufer oder in den Südpark. „Ich lass mich da immer überraschen. Mir ist es vollkommen egal wohin. Man entdeckt das wieder, was man gesehen hat oder eben was Neues. Es ist eine ganz tolle Sache.“ 

Austausch über Lieblingsrezepte und Blumenpflege

Auf ihren Spaziergängen tauschen sich Alt und Jung aus: ob über Blumenpflege, Lieblingsrezepte oder spannende Ausflugsziele. Linda Börner ist völlig überrascht, wieviel sie sich zu erzählen haben. „Und wenn wir spazieren waren, machen wir schon wieder den Treffpunkt ungefähr fürs nächste Mal. Wenn zwei drei Wochen dazwischenliegen, telefonieren wir auch zwischendurch mal.“

In Corona-Zeiten hat das Projekt weiteren Zulauf bekommen. Karin Martini begrüßt auch Studierende, die viel zu Hause vor dem Rechner sitzen und etwas Sinnvolles tun wollen. Den Neulingen erklärt sie die Abstands- und Hygieneregeln. „Die freie Wahl des Zeitumfangs und die positiven Erlebnisse machen das Engagement für Freiwillige sehr attraktiv. Für die Kirchengemeinde sind die Spaziergangs-Tandems eine unverzichtbare Bereicherung.“

Auch Linda Börner empfindet große Zufriedenheit, zumal Erika Kadalla ihren Neugeborenen fest ins Herz geschlossen hat, denn: „Der hat derzeit nicht viel Kontakt zu anderen. Die Oma wohnt relativ weit weg. Da ist es umso schöner, dass wir uns gefunden haben.“

                                                                                                                               Autor: Andreas Vollmert 

Hier ein Radiobeitrag für die Sendung "Himmel bei Antenne Düsseldorf und Erde" zu Ostern mit dem Spaziergangspaten-Tandem Erika Kadalla und Linda Börner mit Sohn: