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Fucks ist neuer Superintendent für Düsseldorf

Zum ersten Mal hauptamtliche Besetzung

Der neue Düsseldorfer Superintendent Heinrich Fucks. Foto: Sergej Lepke
Die Kreissynode Düsseldorf hat auf ihrer Tagung in Kaiserswerth gewählt. Foto: Sergej Lepke

    Düsseldorf (evdus). Die rund 107.000 Evangelischen in der Landeshauptstadt haben einen neuen Superintendenten.

    Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf hat auf ihrer Tagung im Kaiserswerther Theodor-Fliedner-Gymnasium den Gerresheimer Pfarrer Heinrich Fucks in das Amt des höchsten Repräsentanten der Evangelischen Kirche in Düsseldorf gewählt. Fucks erhielt von 157 möglichen Stimmen 92. Die Kreissynode ist das Wahlgremium eines Superintendenten. In ihr sind Abgeordnete der 18 Gemeinden und der Arbeitszweige des Düsseldorfer Kirchenkreises vertreten.

    Zur Wahl stand zum ersten Mal eine hauptamtliche Besetzung des Superintendentenamtes. Fucks wurde für die kommenden acht Jahre als Superintendent im Hauptamt gewählt.

    Bisher wurde das Superintendentenamt in Düsseldorf als Amt neben der Arbeit in der Gemeinde oder einer Funktionspfarrstelle ausgeführt. Das bedeutete, dass die jeweilige Amtsinhaberin oder der Amtsinhaber die leitende Tätigkeit neben seiner eigentlichen Stelle ausführte. So musste jedesmal für eine Entlastungsstelle gesorgt werden, damit die ursprüngliche kirchliche Aufgabe weiterhin umgesetzt werden konnte. Das ist nun mit dem Hauptamt nicht mehr nötig, weil der jetzt gewählte das Amt als alleinige Aufgabe übernimmt.  

    Superintendent führt den Vorsitz

    Die Superintendentin oder der Superintendent trägt nach den Vorgaben der Rheinischen Kirchenordnung Verantwortung für die Leitung des Kirchenkreises, führt den Vorsitz der Kreissynode und des Kreissynodalvorstandes (Leitungsgremium des Kirchenkreises), vertritt den Kirchenkreis in der Öffentlichkeit und führt die Aufsicht über die Kirchengemeinden und Presbyterien, die Verbände und ihre Organe. 

    „Wir brauchen Netzwerke unterschiedlicher Partner“

    Der jetzt gewählte Fucks hat diese Aufgaben schon seit Anfang dieses Jahres ausgeführt. Er war bisher als Synodalassessor der Vertreter der bisherigen Superintendentin Henrike Tetz. Tetz wechselte zu Beginn des Jahres als Oberkirchenrätin in das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Kreissynode hatte im Frühjahr beschlossen, die Superintendentenstelle als eine hauptamtliche Stelle auszuschreiben. Daraufhin hat der Nominierungsausschuss des Kirchenkreises die eingehenden Bewerbungen gesichtet. Das Gremium hat der Synode zwei Kandidaten zur Wahl vorgeschlagen - aus Düsseldorf Pfarrer Heinrich Fucks und aus Moers Pfarrer Torsten Maes. Auf Maes entfielen 61 Stimmen.

    Fucks, Jahrgang 1961, ist seit 2003 Gemeindepfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Gerresheim. Zur Kandidatur hat ihn motiviert, angesichts der Herausforderungen kirchlicher Zukunft, geistlich, kulturell und sozial zu wirken. Dabei geht es ihm um Antworten auf die anstehenden Veränderungen in den Gemeinden und im Kirchenkreis. Fucks nennt beispielhaft die „demographische Entwicklung, das Zusammenwirken von Ehren- und Hauptamt, die Finanzierung kirchlicher Aufgaben.“

    Fucks in seiner Bewerbungsansprache: „Wir werden nicht mehr nur auf Mitgliedschaft setzen können. Der Kirchenkreis wie die Gemeinden brauchen Netzwerke unterschiedlicher Partner und Freundeskreise, die mit ihnen leben und für sie auch eintreten. Alltagsatheismus schleicht sich ein, der nicht so einfach hinzunehmen ist.“

    Theologisch sind Fucks über die Jahre die interkulturelle Dimension der Theologie sowie der jüdisch-christliche Dialog wichtig geworden. Konstant begleitet Fucks die Frage nach dem Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaften.

    Fucks gilt als eloquenter Prediger, der mit Leidenschaft Theologie betreibt, ökumenisch offen ist und den sein Humor auszeichnet. Er sagt: „Das Leben der Kirche ist vielfältig und international. Die evangelische Kirche wird gehört. Sie ist konfliktfähig und klar. Nachhaltigkeit ist ein wesentliches Kriterium kirchlichen Handelns.“

    Der neugewählte Superintendent wird am 16.Dezember im Gottesdienst um 10 Uhr in der Johanneskirche, Martin-Luther-Platz, in sein Amt eingeführt. 

    Hier gibt es Eindrücke von der Synode im Bild.