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Fahrhaus und Fahrgarten

Ein Projekt der Tersteegen-Kirchengemeinde zum Reformationsjahr

Pfarrerin Felicitas Schulz-Hoffmann und Pfarrer Jürgen Hoffmann im „Fahrgarten“, Foto:privat

Düsseldorf (evdus). Die Evangelische Tersteegen-Kirchengemeinde hat ein besonders Projekt zum Reformationsjubiläum gestartet. Vor der Tersteegenkirche in Golzheim steht seit neuestem ein Bauwagen und dazu ein mobiler Garten – das „Fahrhaus“ und der „Fahrgarten“, wie Pfarrerin Felicitas Schulz-Hoffmann erklärt: „Nicht Pfarrhaus und Pfarrgarten, sondern beides ist tatsächlich fahrbar - als Bauwagen (Fahrhaus) und bepflanzte Schubkarren (Fahrgarten). Es ist eine Hommage an Katharina von Bora, der starken Frau an Martin Luthers Seite und Begründerin des Evangelischen Pfarrhauses, die ganz selbstverständlich einen eigenen Pfarrgarten bewirtschaftete.“

Seit einiger Zeit schon steht das „Fahrhaus“ am Tersteegenplatz in Golzheim. Gestaltet wurde die Außenhülle des Bauwagens mit einem Portrait von Katharina von Bora, angefertigt von der Düsseldorfer Künstlerin Uscha Urbainsky. Der Wagen macht aus einer „toten Wiese eine belebten Platz“, so Pfarrer Jürgen Hoffmann. Das Pfarrehepaar Schulz-Hoffmann und Hoffmann teilen sich die Pfarrstelle in der Tersteegen-Kirchengemeinde.

„Viele gute Ideen“

Das „Fahrhaus“ fungiert als kleiner Veranstaltungsort der Gemeinde vor den Türen der Kirche. Hier treffen sich Menschen und trinken eine Tasse Kaffee und sprechen miteinander. „Erstaunlich, was unser kleines Reformationsprojekt bewirkt: Menschen werden aufmerksam, bleiben stehen, lassen sich einladen, kommen ins Gespräch, bei einer Tasse Kaffee oder einem gemeinsamen Essen. Viele gute Ideen sind hier in den letzten Monaten entstanden. Eben noch war das Fahrhaus Bücherei, jetzt – ganz aktuell – lädt es als Raum der Stille ein, inne zu halten, zu sich zu kommen, zu beten. Jeder kann kommen. Das Fahrhaus ist 24 Stunden geöffnet.“

Bibliothek, Kiosk und Gebetshaus

Der „Fahrhaus“ genannte Wagen wird von mehreren Teams aus der Gemeinde thematisch bespielt. Derzeit ist das „Fahrhaus“ zum Beispiel eine Bibliothek mit Büchern und Leseplätzen. Die Konfirmanden hatten das „Fahrhaus“ neulich zu einem Kiosk umgestaltet.

Demnächst soll das „Fahrhaus“ ein Gebetsort werden, wenn dort zu festen Zeiten des Tages 5-Minuten-Gebete angeboten werden.

Was das „Fahrhaus“ im Jahr 500 nach der historischen Reformation deutlich macht, sagt Jürgen Hoffmann so: „Für uns ist es ein lebendiger Ort, an dem Menschen zusammenkommen und einander und Gott begegnen. Nicht zuletzt werden wir in diesem Oktober erinnert: Kirche lebt nicht aus der Erinnerung an Reformation. Es ist immer Zeit für Reformation.“