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Erst kommt das Wohlbefinden dann die Gesundheitsfürsorge

Drei Jahre Gesundheitsprojekt „gesund.zeit.raum“

Informationen zum Gesundheitsprojekt „gesund.zeit.raum“ gibt es bei der Diakonie Düsseldorf unter www.diakonie-duesseldorf.de

Ein Smoothie gehört auch zum gesunden Frühstück, dass es einmal in der Woche in den Obdachloseneinrichtungen der Diakonie gibt. Foto: Diakonie Düsseldorf

Düsseldorf (evdus). Das Gesundheitsprojekt für Wohnungslose „gesund.zeit.raum“ der Diakonie Düsseldorf zeigt nach drei Jahren positive Ergebnisse.

„Uns ist aufgefallen, dass Viele Wohnungslose, die unsere Obdachloseneinrichtungen besuchen, gesundheitliche Probleme haben, aber keinen Arzt aufsuchen, sei es aus Scham oder aufgrund früherer schlechter Erfahrungen in ihrer Lebenssituation mit Ärzten oder Krankenhäusern“, sagt Antonia Frey, Abteilungsleiterin für Beratung und soziale Integration bei der Diakonie Düsseldorf.

Das war der Grund, vor drei Jahren das ganzheitlich ausgerichtete Gesundheitsprojekt für Wohnungslose „gesund.zeit.raum“ gemeinsam mit dem forschenden Pharmaunternehmen Janssen und der Firma Johnson & Johnson ins Leben zu rufen. 

Gesundes Frühstück und „Well-being-Tage“

Neben einem Arztmobil, das einmal pro Woche vor der Diakonie-Tagesstätte Shelter Station macht, Einzelfallhilfen für Brillen oder Rezeptgebühren, einem wöchentlichen gesunden Frühstück in den drei Diakonie-Einrichtungen für Menschen ohne Obdach lädt die Diakonie zu „Well-being-Tagen“ ein. Hier geht es um das soziale Miteinander der Betroffenen mit Kaffeetrinken, Spielen und Bewegungsangeboten.

Das Arzneimittelunternehmen Janssen Deutschland fördert das Projekt mit einer sechstelligen Summe jährlich. Wichtig ist für Dr. Ralf Angermund, Direktor des Medizinischen Fachbereichs Hämatologie bei Janssen Deutschland, „dass wir Wohnungslose nachhaltig gesundheitlich, seelisch und sozial unterstützen und sie wieder an das Gesundheitssystem heranführen können“. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens helfen regelmäßig tatkräftig zum Beispiel beim Frühstück oder der „Frag-den-Doc-Sprechstunden“ in den drei Obdachloseneinrichtungen Café Pur, Shelter und Horizont der Diakonie während ihrer Arbeitszeit und in ihrer Freizeit mit. Dadurch erhalten Viele eine andere Perspektive auf Menschen am Rande der Gesellschaft und tragen ihre persönlichen positiven Erfahrungen weiter. 

Gesundheitsprojekt wissenschaftlich begleitet

Professor Reinhold Knopp vom Institut für sozialraumorientierte Praxisforschung und –entwicklung hat gemeinsam mit Professorin Anne van Rießen das Gesundheitsprojekt „gesund.zeit.raum“ wissenschaftlich begleitet und die Ergebnisse jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wichtig bei der Untersuchung war die Perspektive der Betroffenen auf das Projekt, die zum Beispiel durch face to face-Interviews ermittelt wurde. „Der Aspekt der ‚sozialen Gesundheit‘ und damit auch der sozialen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben darf nicht unterschätzt werden. Erst wenn sich Menschen angenommen, gesehen und wohl fühlen etwa beim gemeinsamen Frühstück, sind sie offen für ihre eigene Gesundheitsfürsorge“, sagt Knopp.

Mehr als drei Viertel der befragten Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen von einer subjektiven Verbesserung ihres Wohlbefindens durch das Projekt.

Ulrike Paas