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Elf neue Seelsorgerinnen und zwei Seelsorger zum Dienst berufen

Notfallseelsorge-Gottesdienst in der Johanneskirche 

Wer sich für eine Ausbildung zur Notfallseelsorgerin - und Notfallseelsorger interessiert, der erhält bei Pfarrer Olaf Schaper hier Informationen.

Pfarrer Olaf Schaper beim Beauftragungsgottesdienst 2019. Foto: Archiv 

Düsseldorf (evdus). Sie sind da, wenn Beistand gebraucht wird – bei Feuerwehreinsätzen, wenn der Rettungsdienst kommt, bei Polizeieinsätzen. Die Düsseldorfer Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger stehen Menschen in schwierigen Situationen zur Seite. Sie leisten Erste Hilfe für die Seele. Die Hilfe der ökumenischen Notfallseelsorge ist unaufdringlich, verschwiegen, ökumenisch und überkonfessionell sowie unentgeltlich. Geleistet wird der Dienst nicht nur von hauptamtlichen Seelsorgern der Evangelischen und der Katholischen Kirche, sondern auch von vielen Ehrenamtlichen. Jetzt haben elf Frauen und Männer ihre Ausbildung zur Notfallseelsorgerin und zum Notfallseelsorger beendet.

In einem feierlichen Beauftragungsgottesdienst am Montag, 21. Juni, in der Johanneskirche nehmen die neuen Seelsorgenden ihr Ausbildungszeugnis von Notfallseelsorger Olaf Schaper, Leiter der Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche entgegen.

Den Gottesdienst eröffnen Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth, verantwortlich für das Handlungsfeld Seelsorge im Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf, und Stadtdechant Frank Heidkamp von katholischer Seite. Beide sprechen ein Grußwort, ebenso Polizeipräsident Norbert Wesseler, Feuerwehrchef David von der Lieth und für das Team der Notfallseelsorge Pfarrer Dirk Holthaus und Sharon Majhen.

„Wir bilden Interessierte über ein Jahr lang zu ehrenamtlichen Notfallseelsorger:innen aus. Wir bereiten die Seelsorgerinnen und Seelsorger auf den Einsatzfall vor, auf biographische Einschnitte, Brüche, Krisen, mit denen Menschen aus Düsseldorf urplötzlich konfrontiert sein können. Wir schulen, was ist da hilfreich, was die Betroffenen stärken könnte“, sagt Pfarrer Olaf Schaper.

Umfangreiche Vorbereitung auf den Notfall-Einsatz

Die Seelsorgenden haben an zehn Wochenenden Inhaltliches und Organisatorisches in der Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr kennengelernt. Die elf Frauen und Männer haben sich mit Abschiedsritualen der Notfallseelsorge beschäftigt, weil Betroffene immer wieder um einen Segen bitten. Mit Suizid, Überbringen von Todesnachrichten, dem Tod im innerhäuslichen Umfeld und auf der Straße bei Unfällen.

Zudem haben die Seelsorger:innen gelernt, wie in Ausnahmesituationen mit Menschen kommuniziert wird. Die unterschiedlichen Einsatzarten der Notfallseelsorge haben sie in Rollenspielen trainiert. Durch die Coronapandemie musste das Praktikum im Polizeistreifenwagen und auf dem Rettungswagen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Die jetzt zum Dienst Berufenen stehen im Zivilleben in unterschiedlichen Berufen. Ein Sicherheitsingenieur, eine Ordensfrau sind dabei. Zwei Mitarbeiterinnen, die in der Gastronomie selbstständig waren, ein Feuerwehrmann und eine Studienrätin haben die Notfall-Seelsorgeausbildung absolviert.

Die Zwischenüberschrift kommt genau hier hin.

Zum Einsatz werden sie über die Zentrale von Feuerwehr und Polizei gerufen. die Evangelische Kirche in Düsseldorf stellt dafür ein Einsatzfahrzeug zur Verfügung. Mit ihrer Berufung werden die neuen Notfallseelsorgenden auch ihre Ausrüstung bekommen – einen Rucksack, Dienstkleidung und einen Teddybären für Kinder, die Mama oder Papa verloren haben. Ein Kreuz und eine Bibel sind ebenfalls dabei. Jeder der elf neuen Seelsorgenden hat einen Pieper. Über den kommt der Ruf zum Einsatz. Wenn das Gerät sich meldet, rufen die Notfallseelsorger:innen in der Leitstelle der Feuerwehr die Informationen ab, die sie zum Einsatz benötigen.

„Die Beauftragung schützt und versichert sie, stattet sie mit dem Beichtgeheimnis aus und lässt sie ein lebendiges Stück Kirche sein: Seelsorge ist die Muttersprache der Kirche“, sagt Pfarrer Olaf Schaper.