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Ein starkes Zeichen für Toleranz

Christen, Juden und Muslime gemeinsam auf Toleranzwagen 2020 beim Rosenmontagszug in Düsseldorf

Hier ein Radiobeitrag für Antenne Düsseldorf zum Toleranzwagen 2020 im Düsseldorfer Rosenmontagszug.

Als Schneewittchen (Superintendent Heinrich Fucks) und die sieben Zwerge führen Pfarrerinnen und Pfarrer, Mitarbeitende und Ehrenamtliche aus dem Evangelischen Kirchenkreis auf dem Toleranzwagen 2020 mit. Foto: Sergej Lepke
Schneewittchen, alias Superintendent Heinrich Fucks, im Gespräch auf dem Toleranzwagen an Rosenmontag. Foto: Sergej Lepke
Mit Helau und Kamelle trotzten die Karnevalisten dem zeitweise fallenden Regen. Foto: Sergej Lepke
Der Toleranzwagen 2020 setzte ein Zeichen für den Zusammenhalt der Religionsgemeinschaften in der Landeshauptstadt. Foto: Sergej Lepke

    Düsseldorf (evdus). Am Rosenmontag, 24. Februar,  war der von Jaques Tilly gebaute Toleranzwagen 2020 Teil des Düsseldorfer Karnevalszuges. Zu den Gästen auf dem Wagen zählten Superintendent Heinrich Fucks und seine Pressesprecherin Christiane Otte vom Evangelischen Kirchenkreis, Frank Heidkamp, kommissarischer Stadtdechant der Katholischen Kirche Düsseldorf sowie André Kuper, Präsident des Landtages Nordrhein-Westfalen (NRW), Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW, stellvertretender Ministerpräsident und Michael Szentei-Heise, Verwaltungsdirektor jüdische Gemeinde Düsseldorf und Ataman Yildirim, Präsident „Orient Okzident Express – Engagierte Muslime im Rheinland".

    „In Zeiten von Antisemitismus und Islamophobie braucht es einen Wagen der Religionen im Karneval, der zeigt, dass wir friedlich miteinander leben und feiern können“, sagt Superintendent Heinrich Fucks vom Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf bei der Vorstellung des Toleranzwagens im Haus der Kirche.

    Zum zweiten Mal setzt sich der von Wagenbauer Jaques Tilly gestaltete Toleranzwagen im diesjährigen Rosenmontagszug durch Düsseldorfs Innenstadt in Bewegung. Fröhlich nebeneinander abgebildet sind eine evangelische Pfarrerin, ein jüdischer Rabbiner, ein katholischer Pastor und ein muslimischer Iman. Daneben sind die Johanneskirche, St. Lambertuskirche, die Synagoge und die Moschee in Hassels, die im Frühjahr eröffnet werden soll, zu sehen. Über dem Wagen prangen die Logos der beiden großen Kirchen, der Jüdischen Gemeinde und der von engagierten Muslimen im Rheinland gegründete Verein „Orient-Okzident-Express“. 

    „Karneval ist gelebte Vielfalt“

    Der neue Vereinsvorsitzende Ataman Yildirim ist zum ersten Mal auf dem Toleranzwagen im Karneval dabei. „Am Straßenrand beim Rosenmontagszug feiern viele Muslime mit. Karneval bedeutet gelebte Vielfalt. Ich freue mich, dass Muslime nicht nur Konsumenten sind sondern jetzt auch Player. Sie gestalten den Rosenmontag mit“, sagt er. Der Verein ist offen für Menschen jeden Alters, Religion und Nationalität. Zu den Vereinsmitgliedern gehören auch homosexuelle, muslimische Geflüchtete.

    „Düsseldorf setzt mit dem Toleranzwagen ein Zeichen in dieser Zeit des um sich greifenden Antisemitismus“, sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel. Nach dem Motto des kölschen Songs der Bläck Fööss „Drink doch eine met“ darf beim Karneval jeder mitmachen, Arme wie Reiche gleichermaßen. Er wünscht sich Nachahmer für das Projekt. 

    „Unser Rad schlägt um die Welt“

    Frank Heidkamp, kommissarischer Stadtdechant des katholischen Gemeindeverbands Düsseldorf, verweist zum diesjährigen Karnevalsmotto „Unser Rad schlägt um die Welt“ auf die Legende, nach der Graf Adolf von Berg nach seinem Sieg in der Schlacht bei Worringen im Jahr 1288 den Kölner Erzbischof Graf Siegfried zu Westerburg besiegt hat und die Erwachsenen jubelten und die Kinder vor Freude ein Rad schlugen.

    32 Plätze stehen auf dem interreligiösen Karnevalswagen zur Verfügung. Jede Religionsgemeinschaft darf acht Plätze an ihre Mitglieder vergeben.

    Alles koscher auf dem Toleranzwagen

    Zur Verpflegung sagt Michael Szentei-Heise, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf: „Bei uns ist alles koscher. Es gibt Lachs- und Käsebrötchen, die können alle essen“. Er freut sich, dass Muslime in diesem Jahr im Karneval dabei sind.

    Walter Schuhen, Brauchtumsmanager der Jüdischen Gemeinde, stellt am Ende der Präsentation des Karnevalswagen der Religionen den eigens dafür kreierten „Toleranzorden“ vor: Die vier Religionsvertreter schlagen in jeweils einem miteinander verbundenen Ring ein Rad.

    „Toleranzorden“ für Minister Dr. Joachim Stamp und Staatssekretärin Serap Güler

    In diesem Jahr verleiht der Kreis der Initiatoren des Toleranzwagens 2020 einen neu aufgelegten „Toleranzorden“ an Dr. Joachim Stamp, stellvertretender Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI), sowie an Serap Güler, Staatssekretärin für Integration.

    Die Übergabe der Orden fand am Freitag, 31. Januar, am Toleranzwagen in der Wagenbauhalle Düsseldorf, statt. Die Halle befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Rheinbahndepots Am Steinberg.

    Ein starkes Zeichen für Toleranz

    Christen, Juden und Muslime fahren in diesem Jahr gemeinsam auf dem Toleranzwagen 2020 beim Rosenmontagszug in Düsseldorf mit. Damit setzen die Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften ein deutliches Zeichen der Toleranz in den Straßen der Landeshauptstadt. Mehr denn je ist es wichtig, im Schulterschluss zu signalisieren, dass Antisemitismus, Extremismus und Diskriminierung keinen Platz in der Gesellschaft haben dürfen.

    Stamp und Güler haben das Projekt „Toleranzwagen für Düsseldorf“ von Beginn an unterstützt. Im Anfangsjahr 2018 setzte sich Stamp mit der Jüdischen Gemeinde in Verbindung, um ihr Vorhaben zu unterstützen.

    Staatssekretärin Serap Güler befürwortet das integrative Projekt und begrüßt insbesondere den neu gegründeten muslimischen Karnevalsverein „Orient Okzident Express e.V.“, der allen Menschen – egal welcher Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung – offen steht.

    Darüber hinaus wurde im letzten Jahr im MKFFI die Koordinierungsstelle Muslimisches Engagement in NRW eingerichtet. Für ihr Engagement bekommen beide von den Initiatoren den Toleranzorden verliehen.

    An der Übergabe nahmen teil: Superintendent Heinrich Fucks (Evangelischer Kirchenkreis Düsseldorf), Michael Szentei-Heise (Verwaltungsdirektor Jüdische Gemeinde Düsseldorf), Stadtdechant Frank Heidkamp, (Katholischer Gemeindeverband Düsseldorf) und Ataman Yildirim (Vorsitzender Orient-Okzident-Express – Engagierte Muslime im Rheinland). 

                                                                                                                                                                             Ulrike Paas