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Ein Netzwerker geht in den Ruhestand

Abschied von Pfarrer Heinz-Werner Frantzmann


Von rechts nach links zu sehen sind Superintendent Heinrich Fucks, Diakoniepfarrer Thorsten Nolting, Pfarrer Heinz-Werner Frantzmann, Johanneskirchen-Pfarrer Dr. Uwe Vetter, Pfarrerin Claudia Weik - Schaefer von der Diakonie und Kaplan Henrik Land, katholische Gemeinde Eller. Foto: Sergej Lepke
Pfarrer Heinz-Werner Frantzmann im Kreise des Gospelchores PaterNoster aus Eller. Foto: Sergej Lepke
Heinz-Werner Frantzmann nimmt Abschied am zweiten Advent in der Johanneskirche. Foto: Sergej Lepke

    Pfarrer Heinz-Werner Frantzmann, Netzwerker zwischen den evangelischen Kirchengemeinden und der Diakonie, feierte am zweiten Advent mit Superintendent Heinrich Fucks (rechts im Bild) und Kollegen und einer großen Gemeinde seinen Abschiedsgottesdienst in der Johanneskirche. Nach 40 Jahren Dienst als Gemeinde- und Diakoniepfarrer geht er in den Ruhestand. „Heinz Frantzmann ist das Gesicht der gemeindeorientierten Diakonie. Gott im Alltag finden, davon kann er viele Geschichten erzählen. Viele Geschichten von der Alltagstheologie der Menschen die er besucht hat und mit denen er an den unterschiedlichsten Orten ins Gespräch kam“, sagte Heinrich Fucks bei seiner Verabschiedung.Frantzmann wird nicht ganz weg sein, ein Forschungsprojekt hat er sich vorgenommen: junge Senioren für das Ehrenamt gewinnen.

    Musikalisch wirkte der Gospelchor PaterNoster der Evangelischen Mirjam-Kirchengemeinde unter Leitung von Elke Wisse mit.

    Pfarrstelle „Kirchengemeinden und Diakonie“

    Geboren in Idar-Oberstein, ging es für den begeisterten Karnevalisten und Fan des Musikers Herbert Grönemeyer zum Theologiestudium nach Wuppertal und Heidelberg. 1980 führte der Weg in die Matthäi-Kirchengemeinde in Düsseltal. „Dort habe ich sehr viel gelernt. Insbesondere von meinem Mentor Friedhelm Gensichen“, erinnert sich Heinz-Werner Frantzmann. Später trat in den Pfarrdienst der damaligen Evangelischen Kirchengemeinde Eller ein, wo er von 1982 bis 2003 als Gemeindepfarrer tätig war und heute noch wohnt.

    Seit 2004 übernahm Frantzmann die neu geschaffene kreiskirchliche Pfarrstelle „Kirchengemeinden und Diakonie“ und arbeitete als Pfarrer an der Johanneskirche.

    „Kirche und Diakonie sind im evangelischen Düsseldorf in besonderer Weise miteinander verbunden. Diakonie Düsseldorf nimmt für die evangelischen Kirchengemeinden in Düsseldorf alle diakonischen Aufgaben wahr“, sagt Frantzmann.

    Richtschnur: „Wir leben Nächstenliebe“

    Das diakonische Leitbild „Wir leben Nächstenliebe“, war und ist Heinz-Werner Frantzmann stets Richtschnur gewesen. „Es geht um Zusammenarbeit und Annäherung. Nehmen wir als Beispiel die Lebensmittelausgabe. Das funktioniert ohne entsprechende Spenden und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen nicht. Ein anderes Beispiel sind Kindertagesstätten mit der Entlastung der Trägerschaft durch die Diakonie“, sagt der 65-Jährige. „Genauso dazu passt das Thema der sozialen Gerechtigkeit. Das war hier unter anderem an der Flüchtlingsarbeit zu sehen.“

    Auf die Frage, welche Aspekte seiner Arbeit er nach dem 8. Dezember kaum oder gar nicht vermissen werde, findet Heinz-Werner Frantzmann eine schnelle Antwort: „Beerdigungen und Trauungen zum Beispiel. Diese Amtshandlungen, die immer an Termine gebunden und nicht verschiebbar sind, werden mir sicher weniger fehlen, als die vielen Kontakte und Beziehungsflächen in den verschiedenen Arbeitsbereichen. Aber es ist für mich jetzt auch in Ordnung, in den Ruhestand zu gehen. Wenn ich noch irgendeine Tätigkeit übernehme, dann wird es etwas sein, was ich noch nie gemacht habe. Zum Beispiel Menschen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren für das Ehrenamt zu motivieren. Denn das ist deutlich schwieriger geworden.“

    Pläne für den Ruhestand

    Weiter vorangeschritten sind jedoch bereits die privaten Pläne für den Ruhestand. „2020 machen meine Frau und ich eine Kreuzfahrt zu den Seychellen. Und ich möchte mich handwerklich verbessern“, sagt Frantzmann mit einem Lachen. Vielleicht mit ein wenig Musik von Herbert Grönemeyer im Hintergrund? „Einer der besten Prediger, die ich kenne“, sagt er über den Mann aus Bochum. Darüber hinaus wird Frantzmann seiner Karnevalsgesellschaft „Hötter Jonges“ in Eller treu bleiben. Für „seine“ Johanneskirche hat er zum Abschied einen Wunsch: „Ich hoffe, dass sie weiterhin eine solche Präsenz in Düsseldorf haben wird. Denn die Stadtkirche ist einfach sehr lebendig.“ 

    Verfasser: Tobias Kemberg