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Düsseldorfer Majdanek-Prozess 1975-1981

Veranstaltungsreihe erinnert an die Urteilsverkündung vor 40 Jahren

Majdanek-Prozess 1975-1981: Erinnerung an 40 Jahre Urteilsverkündung im Düsseldorfer Majdanek-Prozess.
Der Majdanek-Prozess gilt als einer der längsten und spektakulärsten Verfahren der deutschen Rechtsgeschichte. Foto: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf
Ehemalige SS-Angehörige und Wachleute des Konzentrationslagers Majdanek bei Lublin waren angeklagt. Überlebende aus der ganzen Welt kamen als Zeugen nach Düsseldorf. Foto: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf
Die ersten Freisprüche und dann recht milde Urteile sorgten für weltweite Empörung und für handfeste Proteste vor dem Gerichtsportal. Foto: RP-Archiv

    Düsseldorf (evdus). Am 30. Juni dieses Jahres jährt sich zum 40. Mal die Verkündung der Urteile im Majdanek-Prozess, der von 1975 bis 1981 vor dem Düsseldorfer Landgericht stattfand. Er gilt als einer der längsten und spektakulärsten Verfahren der deutschen Rechtsgeschichte. 

    Ehemalige SS-Angehörige und Wachleute des Konzentrationslagers Majdanek bei Lublin waren angeklagt – wegen Mordes und Beihilfe zum Mord in zehntausenden Fällen. Überlebende aus der ganzen Welt kamen als Zeugen nach Düsseldorf, um hier über ihre schrecklichen Erlebnisse in Majdanek zu sprechen. Die ersten Freisprüche und dann recht milde Urteile sorgten für weltweite Empörung und für handfeste Proteste vor dem Gerichtsportal.

    Veranstaltungsreiche "Majdanek-Prozess 1975-1981"

    Vom 30. Juli bis 17. August 2021 gedenken die Evangelische und Katholische Kirche, die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf diesem historischen Ereignis mit Ausstellungen, Zeitzeugen-Gesprächen und Theateraufführungen in gebührender Weise. Hier lesen Sie den Bericht über die Auftaktveranstaltung am 30. Juni im Andreas Quartier.

    Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf beteiligt sich mit zwei Kabinettausstellungen. 

    „Majdanek-Prozess 1975-1981“
    Vom 1. Juli bis zum 20. August präsentiert eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte im Obergeschoss des Andreas Quartiers an der Mühlenstraße 34, dem ehemaligen Sitz des Land- und Amtsgerichts, große  Leuchtkörper mit historischen Dokumenten und Fotos zum Majdanek-Prozess. Sie geben Einblick in die  Geschichte des Lagers Majdanek, den langen Weg zum Düsseldorfer Verfahren, den Prozess selbst und dessen Nachwirkungen. Sie kann dort tagsüber besucht werden. Der Zutritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, während des Besuchs muss eine medizinische Maske getragen werden.

    „Majdanek-Portraits“
    Im historischen Luftschutzkeller der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29,  werden vom 1. Juli bis zum 10. September Digitalisate und Nachdrucke der beeindruckenden Gemälde von Minka Hauschild gezeigt. Auf der Grundlage des Films "Der Prozess" von Eberhard Fechner (D, 1984) malte die Düsseldorfer Künstlerin Minka Hauschild 43 Portraits der Prozessbeteiligten. Die Bilder (Öl auf Leinwand) entstanden in den Jahren 1995 und 1996. Von 2013 bis 2018 waren sie Teil der Dauerausstellung des Jüdischen Museums Berlin (JMB). Sie gehören heute zur Sammlung des JMB. Die 1962 geborene Meisterschülerin von Prof. Jan Dibbets (Kunstakademie Düsseldorf) lebt heute in Düsseldorf. 
    Öffnungszeiten: dienstags bis freitags und sonntags 11 bis 17 Uhr, samstags 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist ebenfalls frei und während des Besuchs muss eine medizinische Maske getragen werden.

    Theaterproduktion „IM PROCESS“
    Die Produktion "IM PROCESS – Ein performativer Akt zu Majdanek III" des Theaterkollektivs Pièrre.Vers taucht tief in das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte ein. Das Ensemble zeigt eindrücklich in die Verhandlungen vor dem Düsseldorfer Landgericht und schafft es, dem Erinnern eine Bühne und den Überlebenden von Majdanek eine Stimme zu geben.
    Aufgeführt wird das Stück am 20. September, sowie vom 22. bis 26. September jeden Abend im Rahmen des Düsseldorf Festivals! in der Bergerkirche, Berger Straße 18 b, Altstadt. Infos unter www.duesseldorf-festival.de.

    Zeitzeugengespräch
    Nach mehr als fünf Jahren Prozessdauer wurde am 30. Juni 1981 das Urteil im Prozess zur juristischen Aufarbeitung der Verbrechen im Konzentrationslager Majdanek gesprochen. Dieter Hanschel war damals Pflichtverteidiger eines der Angeklagten. Im Gespräch mit Superintendent Heinrich Fucks vom Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf wirft Hanschel am Donnerstag, 29. Juli, einen Blick zurück auf diese Jahre: persönliche Erfahrungen, öffentliche Wirkung des Prozesses und juristische Konsequenzen aus diesem Prozess.

    Vor 40 Jahren endete der Majdanek-Prozess. Er gilt als das aufwendigste und längste NS-Verfahren der deutschen Justizgeschichte vor dem Düsseldorfer Landgericht. Auf der Anklagebank saßen 15 ehemalige SS-Wachleute und Aufseherinnen des Konzentrationslagers Majdanek bei Lublin (Polen).

    Die Veranstaltung fand im Haus der Kirche, Bastionstraße 6, statt.

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    Abschlussveranstaltung
    Am 17. August findet um 17 Uhr die Veranstaltungsreihe ihren Abschluss mit einer Podiumsdiskussion mit dem damaligen Staatsanwalt OStA Wolfgang Weber. die Veranstaltung findet statt im Foyer des heutigen Landgerichts Düsseldorf, Werdener Str. 1, 40227 Düsseldorf.