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Düsseldorfer Appell mahnt am Weltfriedenstag zu Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Frieden 

Redner:innen bei Kundgebung vor dem nordrhein-westfälischen Landtag rufen zur Teilnahme an der Bundestagswahl auf


Superintendent Heinrich Fucks, Sprecher des Düsseldorfer Appells, rief zur Kundgebung für Demokratie und Frieden auf. Foto: Sergej Lepke
Kundgebung am Landtag NRW am Weltfriedenstag, 1. September 2021. Foto: Sergej Lepke
Für Jonas Einck von der Evangelischen Jugend ist der Klimaschutz das zentrale Thema, mit dem sich Politiker:innen beschäftigen sollten. Foto: Sergej Lepke
Anja Weber, die Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes NRW, mahnte eine andere Sicherheitspolitik an. Foto: Sergej Lepke
Maria Fischer, Vorstandsvorsitzende der Diözesangruppe Düsseldorf vom Bund Katholischer Unternehmer. Foto: Sergej Lepke

    Düsseldorf (evdus). Mit einer Kundgebung vor dem Landtag NRW rief der Düsseldorfer Appell am Mittwoch, 1. September, alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, am 26. September an der Wahl des Deutschen Bundestages teilzunehmen und demokratische Parteien zu wählen.

    Die Kundgebung am Weltfriedenstag fand unter dem Motto „Demokratie - Rechtsstaat - Frieden“ statt. Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf und Sprecher des Düsseldorfer Appells, Heinrich Fucks, erklärte, er sehne sich „nach Bildern einer guten Zukunft in schweren Zeiten.“

    Der Düsseldorfer Oberbürgermeister, Stephan Keller (CDU), rief bei der Kundgebung dazu auf, „immer wieder für Frieden, Freiheit, Weltoffenheit und Toleranz“ einzutreten. Deutschland, NRW und Düsseldorf brauchten „Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft, auch, damit Werte wie Pluralität und Toleranz gelebt werden“ könnten. Keller kritisierte zudem Beleidigungen, tätliche Angriffe, Hass und Gewalt von Rechts, denen die Bürgerinnen und Bürger entgegen treten müssten. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs mit all seinen schrecklichen Folgen müsse den Menschen auch in Deutschland „eine Lehre“ sein. Alle Demokrat:innen müssten zusammenstehen und gemeinsam für den Erhalt der Werte in dieser demokratischen Gesellschaft kämpfen, so der Oberbürgermeister weiter.

    Engagement für Demokratie stärken

    Anja Weber, die Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes NRW, erinnerte bei der Kundgebung vor dem Parlament in Düsseldorf daran, dass Gewerkschafter:innen in Deutschland am Antikriegstag bundesweit auf den Straßen und Plätzen seien, um daran zu erinnern, dass an diesem Tag im Jahr 1939 mit dem Überfall von Nazi-Deutschland auf Polen der Zweite Weltkrieg begann. Der Tag erinnere auch daran, „dass Deutschland angesichts der Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten besondere Verantwortung für den Frieden trägt,“ sagte Weber. Die Gewerkschafterin kritisierte die deutschen Rüstungsausgaben von rund 47 Milliarden Euro jährlich und warnte davor, diese mit der NATO-Zielvorgabe um weitere 20 Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen. Weber forderte zudem die kommende Bundesregierung auf, endlich den UN-Vertrag über das Atomwaffenverbot zu unterzeichnen, das weltweite Engagement für Demokratie, ökologischen Wandel und soziale Gerechtigkeit zu stärken und - angesichts des Desasters in Afghanistan „eine andere Sicherheitspolitik“ einzuführen. Die müsse sich auf soziale Sicherheit konzentrieren, Konfliktvermeidung und Krisenprävention in den Mittelpunkt stellen und „Fluchtursachen bekämpfen, statt immer neue Fluchtursachen zu schaffen.“ Zudem erwarte die DGB-Landesvorsitzende von der nächsten Bundesregierung, sie müsse „klare Kante gegen Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Völkischen Nationalismus“ zeigen.

    Der ehemalige Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Michael Szentei-Heise, kritisierte den Antisemitismus und die Judenfeindlichkeit, die in den vergangenen Jahren in Deutschland wieder stärker geworden sei. Nicht wenige der Juden in Deutschland machten sich inzwischen Gedanken darüber, ob möglicherweise schon bald der Zeitpunkt gekommen sein könnte, Deutschland den Rücken zu kehren und auszuwandern.

    Düsseldorfer Appell - überparteiliches, bürgerschaftlich verfasstes Bündnis gegen Rassismus

    Jonas Einck von der Evangelischen Jugend wies in seinem kurzen Statement darauf hin, dass man sich auch in Deutschland „im Krieg mit der Natur“ befände.

    Heinrich Fucks vom Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf zitierte am Ende der gut einstündigen Kundgebung aus dem biblischen Psalm 85. Er wünsche sich gerade in den jetzigen schweren Zeiten, dass „in unserem Lande Ehre wohne, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen, dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue.“

    Der Düsseldorfer Appell, 1991 in einer Zeit vieler ausländerfeindlicher Übergriffe gegründet, versteht sich als überparteiliches bürgerschaftlich verfasstes Bündnis gegen Rassismus, Antisemitismus und religiösen und politischen Extremismus.

                                                                                                                                                Autor: Andreas Rehnolt

     Hier die Beiträge der Redner:innen der Kundgebung:

    Welche Parteien vertreten welche Positionen? Für alle, die noch nicht wissen, welche Partei sie wählen sollen, können der Wahl-O-Mat und weitere Tools bei der Entscheidung helfen.