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Drei Ausstellungen zum Thema Obdachlosigkeit

Kirchenkreis Düsseldorf unterstützt Ausstellungsprojekt

bis 14. Januar 2018, Mahn-und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 24, Stadtmitte,

Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten: Di-Fr und So 11-17 Uhr, Sa 13-17 Uhr, Mo geschlossen.

Straßenmusikant in der Düsseldorfer Innenstadt 1933,  Foto: Stadtarchiv Düsseldorf 

Düsseldorf (evdus).In den Ausstellungen zum Thema Obdachlosigkeit geht es vor allem um die Darstellung der Verfolgung einer wenig beachteten Opfergruppe des nationalsozialistischen Regimes, aber auch um die Sichtbarmachung eines Phänomens unserer Gegenwart. Obdachlose, Bettler und andere soziale Außenseiter wurden aus der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ gnadenlos ausgegrenzt.

Die Rassenlehre des Nationalsozialismus erklärte sie zur Gefahr für den deutschen „Volkskörper“, zu „Asozialen“, die überflüssig seien. Behörden, Polizei und Gerichte, Wohlfahrtsverbände und Gesundheitsämter machten sich daran, Menschen ohne festen Wohnsitz, Alkoholiker und Suchtkranke, Gelegenheitsprostituierte, Kleinkriminelle und verarmte Wanderarbeiter zu erfassen, sie „kriminalbiologisch“ zu untersuchen, sie zu sterilisieren oder in die Konzentrationslager zu verschleppen.

Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. erstellte Wanderausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“ im Forum der Gedenkstätte erklärt Voraussetzungen, Grundlagen und Stationen der nationalsozialistischen Verfolgung. Unsere eigene Schau „Ohne Obdach. Ohne Schutz. Soziale Außenseiter im nationalsozialistischen Düsseldorf“ im Julo-Levin-Raum beleuchtet das Thema aus Düsseldorfer Sicht. Wie wurden Menschen, denen man die Mitgliedschaft in der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ absprach, in Düsseldorf verfolgt? Was geschah mit ihnen? Die Ausstellung skizziert auch Biografien von Düsseldorferinnen und Düsseldorfern, die Opfer der Verfolgung wurden, wie Klara Kerz, die als Wohnungslose wegen Kleindiebstahls aus zerbombten Gebäuden hingerichtet wurde.

Ohne Geschichte und Gegenwart miteinander zu vermischen, lenkt der Schweizer Fotograf Leo Gesess in seiner Installation „Mittendrin und doch nicht dabei“ im historischen Luftschutzkeller den Blick auf Obdachlose und ihre Hunde im heutigen Stadtbild. Wie viel Beobachtung, wie viel Beachtung wird ihnen zuteil? In der multimedialen Ausstellung werden die Besucher selbst zum Teil des Düsseldorfer Stadtbildes. (Hinweis: Der historische Luftschutzkeller ist nicht barrierefrei zugänglich.)

Die Mahn-und Gedenkstätte dankt der Landeszentrale für politische Bildung NRW und allen Kooperationspartner für die freundliche Unterstützung der Ausstellungen: Altstadt Gemeinschaft e.V. - Amt für soziale Sicherung und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf - AWO Kreisverband Düsseldorf e.V. - Bahnhofsmission Düsseldorf - BürgerStiftung Düsseldorf - Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. - Caritas-Verband - Der Paritätische Gesamtverband - DGB Region Düsseldorf/Bergisch Land - Diakonie Düsseldorf - Dominikanerkonvent St. Joseph - DRK Kreisverband Düsseldorf e.V. – fiftyfifty - grenzenlos e.V. - Heimatverein Düsseldorfer Jonges e.V. - House of Adwordtising - Katholischer Gemeindeverband - Kirchenkreis Düsseldorf - Ordensgemeinschaft der Armen-Brüder des heiligen Franziskus Sozialwerke e.V..