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„Dem Antisemitismus entgegenwirken“

Evangelische Stadtakademie präsentiert ihr Halbjahresprogramm für Düsseldorf

Team der Evangelischen Stadtakademie - Harald Steffes, Dr. Dietrich Knapp, Dr. Uwe Gerrens, Dr. Gabriela Köster(von links) mit Albert Einstein. Foto: evdus

Das gesamte Programm der Evangelischen Stadtakademie Düsseldorf ist im Haus der Kirche, Bastionstraße 6, Carlstadt, erhältlich, unter der Rufnummer der Stadtakademie 0211/957 57 746 und im Internet unter www.estadus.info

Düsseldorf (evdus). „Der Antisemitismus hat zugenommen wie Hassmails und Briefe - inzwischen oft mit Klarnamen - an Jüdinnen und Juden, Beleidigungen von jüdischen Schülerinnen und Schülern auf Schulhöfen und Angriffe auf Kippa tragende Juden deutlich zeigen. Und diese tragische Entwicklung erschreckt mich zutiefst“, sagte der Leiter der Evangelischen Stadtakademie Düsseldorf bei der Präsentation des bisher umfangreichsten Halbjahresprogrammes der Evangelischen Stadtakademie mit zahlreichen Veranstaltungen, Kursen und Foren auf 92 Seiten. Deshalb ist die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus auch ein Leitthema in diesem Jahr.

Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus

Am 31. Januar referiert die jüdische Autorin Juna Grossmann des Buches „Schonzeit vorbei“ über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus. Mit ihrer Zusammenstellung antisemitischer Erlebnisse will Grossmann, Betreiberin des Bloggs irgendwiejuedisch.de, aufrütteln, Zivilcourage zu zeigen und sich an die Seite von Jüdinnen und Juden zu stellen.

„Antisemitismus und Migration“ heißt eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf am 12. Februar. Islamwissenschaftler Dr. Michael Kiefer beschäftigt sich mit Antisemitismus unter Muslimen und mit der Frage, welche Rolle der Nahost-Konflikt dabei spielt.

„Frieden in der Stadt – ein Projekt der Religionen?“

Zur Diskussionsveranstaltung „Frieden in der Stadt – ein Projekt der Religionen?“ am 6. Februar, an dem Vertreter unterschiedlicher Religionen und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel teilnehmen, sagt Studienleiter der Stadtakademie Dr. Uwe Gerrens: „Das einmal im Jahr stattfindende Fußballspiel ‚Pfarrer gegen Imame‘ und der Karnevalswagen der Religionen in Düsseldorf sind gute Beispiele dafür, wie ein multireligiöses Miteinander in der Stadt aussehen kann. Gemeinsame Regeln für uns alle sind der Rechtsstaat und die Rechtsordnung“.

„Gegensätze austragen kann man hier lernen“

Seit über 50 Jahren ist die Evangelische Stadtakademie Düsseldorf ein Ort für die Auseinandersetzung mit den Themenbereichen Theologie und die Grenze zu den Naturwissenschaften, Philosophie, Geschichte, Politik und Kultur. An den Veranstaltungen nehmen neben Protestanten auch viele Katholiken, Muslime, Juden, Agnostiker, Menschen mit ganz unterschiedlichen Verortungen aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern teil. „Bei uns wird lebhaft diskutiert. Man kann hier lernen, Gegensätze mit Argumenten auszutragen ohne in Aggression und Hass zu verfallen, was leider heute in Diskussionen oft zu beobachten ist“, sagt Knapp.

Kirchofs Buch „Beherzte Freiheit“

Die Evangelische Stadtakademie ist in Düsseldorf gut vernetzt. So findet zum Beispiel einmal im Semester unter dem Markenzeichen „bildung hoch drei“ gemeinsam mit der Volkshochschule Düsseldorf (VHS) und dem ASG-Bildungsforum eine Veranstaltung mit prominenten Referentinnen und Referenten in den Räumen der VHS am Berta-von-Suttner-Platz statt. Am 14. März ist Paul Kirchof, Richter am Bundesverfassungsreicht a.D., Professor für öffentliches Recht an der Universität Heidelberg, eingeladen. Er stellt sein Buch „Beherzte Freiheit“ vor und plädiert für eine neue Kultur der Freiheit.

Gemeinsam mit der Heinrich-Heine-Universität, der VHS und dem Heinrich-Heine-Institut lädt die Stadtakademie zur Veranstaltungsreihe „Forschung im Fokus“ ein und greift Themen auf, die zurzeit in Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert werden. Am 4. April ist Professor Stephan Schiller vom Institut für Experimentalphysik der Heinrich-Heine-Universität zu Gast und referiert über seine Forschung zu Fundamentalkonstanten und -kräften der Natur.

„Zum Amen gehört das Aber – Ambivalenz und Glaube“

Studienleiterin Dr. Gabriela Köster weist auf eine Veranstaltung „Zum Amen gehört das Aber – Ambivalenz und Glaube“ am 13. März im Haus der Kirche hin. Referent Professor Michael Klessmann, Theologe aus Berlin, plädiert in seinem gleichnamigen Buch dafür, dass Zweifel, Unsicherheit und Anfechtung angesichts der Weltverhältnisse als dauerhafter und notwendiger Bestandteil des Glaubens gelten.

„Karl Barth – ein Theologe voller Widersprüche“

Im Karl Barth-Jahr 2019 beschäftigt sich auch die Stadtakademie mit Karl Barth, einem Theologen voller Widersprüche. Am 26. Februar gibt Studienleiter Harald Steffes Einblicke in Leben und Denken des wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts. Und ab 10. Mai heißt es in einer Veranstaltungsreihe „Aufbruch der Theologie ins 20. Jahrhundert – Karl Barts Lektüre des Römerbriefes wird 100 Jahre“.

Dass die Reformation kein rein deutsches Ereignis, sondern ein europäisches Ereignis war, zeigt die Stadtakademie zum Beispiel in ihrer Veranstaltung „Ketzerei in Venedig? – die noch unbekannte Geschichte der Lagunenstadt zwischen Reformation und Inquisition“. Am 7. Februar stellt Kunsthistorikerin Cristina Gregorin ihr gleichnamiges Buch mit zahlreichen Fotografien vor.

Verfasserin: Ulrike Paas