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„Das sind die wahren Top-Models“

Wohnungslose beim Foto-Shooting

Die Ausstellung ist vom 10. April bis 4. Mai jeweils dienstags bis samstags von 10 Uhr bis 18 Uhr im Foyer der Johanneskirche, Martin-Luther-Platz 39, zu sehen. www.johanneskirche.org

Ein Bild aus der Ausstellung im Foyer der Johanneskirche. Foto: Copyright Getty Images

Stadtmitte (evdus). Schon von weitem sind sie über dem Eingangsportal der Johanneskirche zu sehen: In 30 Meter Höhe hängende, großformatige Bilder von Obdachlosen in niegelnagelneuen Outfits. Zum Beispiel das Foto vom Obdachlosen, der für ein Foto-Shooting in die Rolle eines Schneiders schlüpfte. Das Bild weist auf die Ausstellung „Repicturing Homeless“ im Foyer der Johanneskirche hin. An den Seiten neben dem Haupteinhang hängen weitere Bilder.

Diakonievorsitzender Pfarrer Thorsten Nolting freut sich über dieses deutlich zu sehende Signal in die Stadt hinein, Obdachlose einmal anders als gewohnt mit einem veränderten Blick zu sehen.

Die Düsseldorfer Agentur Havas hat zusammen mit der weltweit größten Foto-Agentur Getty Images ein Projekt zur anderen Wahrnehmung von wohnungslosen Menschen geschaffen. Gemeinsam mit der Wohnungsloseninitiative fiftyfifty holten sie Verkäuferinnen und Verkäufer des Straßenmagazins ins Rampenlicht und ließen sie für Stock-Fotoaufnahmen posieren, zum Beispiel als Koch in einer Küche, als Servicekraft in einer Bar, als Geschäftsmann am Schreibtisch, als Professor an einer Tafel oder als Schneider in einem Atelier. Der Erlös des Verkaufs der Fotos kommt der Wohnungsloseninitiative fiftyfifty zu Gute.

„Menschen so akzeptieren, wie sie sind“

„Die Kirche ist der richtige Ausstellungsort für diese Fotos. In der jüdisch-christlichen Tradition geht es darum, Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind. Im Neuen Testament heißt es ‚Denn Arme habt ihr allezeit bei euch‘. Mit dieser Ausstellung zeigen wir ein Lehrstück im Brechtschen Sinne: Jeder kann im Leben abstürzen und dann ist der Weg zur Wohnungslosigkeit kurz. Es geht für jeden von uns darum, sich so anzunehmen wie man ist“, sagt Hubert Ostendorf, Religionspädagoge und Gründer von fiftyfifty in Düsseldorf. Er sieht in den abgelichteten Obdachlosen die wahren Top-Models.

Ein Video über das Fotoshooting-Projekt gibt es hier:

Ein weiteres Bild aus der Ausstellung im Foyer der Johanneskirche. Foto: Copyright Getty Images