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„Das macht sonst keiner in der Stadt“

Neues Programm bei der Evangelischen Stadtakademie

Das Team der Evangelische Stadtakademie hat das neue Programm vorgestellt - Dr. Uwe Gerrens (Studienleiter), Dr. Gabriela Köster (Studienleiterin), Dr. Dietrich Knapp (Akademieleiter, von links). Foto: Ulrich Erker-Sonnabend

Programm der Stadtakademie im Internet

www.estadus.info

Düsseldorf (evdus). Nicht alles, was mit Religion zu tun hat, lässt sich einfach sagen – manchmal fehlt einem die Traute, manchmal fehlen einem die Worte. Und manchmal fehlt einem einfach nur der Ort, wo man über Religion sprechen kann. Einen solchen Platz gibt es in Düsseldorf seit vielen Jahrzehnten – die Evangelische Stadtakademie im Haus der Kirche, Bastionstraße 6.

Hier sind religiöse und theologische, aber auch philosophische und politische Fragen sowie auch Debatten zu Themen aus der Kunst und Literatur gut aufgehoben.

Die Akademie macht 80 Angebote zu diesen Themenbereichen – und ist damit in Düsseldorf einzigartig. Andere Fort- und Weiterbildungsinstitute bieten das alles in einer solchen Breite von Theologie bis Literatur nicht an. „Was wir bieten, macht sonst keiner in der Stadt“, sagt Akademieleiter Dr. Dietrich Knapp denn auch. Soeben hat er mit dem Team der Stadtakademie das neue Programm für das erste Halbjahr 2018 vorgestellt.


Bekannte Persönlichkeiten

Bei den verschiedene Vorträgen, Seminaren und Kursen geben sich bekannte Personen aus dem Geistesleben der Bundesrepublik ein Stelldichein. Zum Beispiel der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert, der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani, der derzeit angesagte Theologe Gerd Theißen sowie der ZDF-Journalist und Moderator Christian Sievers.

Sievers kommt zur offiziellen Semestereröffnung (19. Februar, 19 Uhr, in der Volkshochschule (VHS), Bertha-von-Suttner-Platz 1). Die macht die Stadtakademie gemeinsam mit der VHS. Hier stellt der Mann von der „heute“-Sendung sein neues Buch vor. Es geht dabei um den Qualitätsjournalismus in Zeiten des Facebook-Gezwitschers und der Fake News: „Grauzonen – Geschichten aus der Welt hinter den Nachrichten“, so der Titel.

Norbert Lammert stellt die Frage nach der viel diskutierten Leitkultur. Es geht dabei um einen schwierigen Begriff, der aber auf einen Kanon gemeinsamer Erfahrungen, Einstellungen und Überzeugungen hinweist, als Mindestmaß der Verbindlichkeit, was womöglich für eine Gesellschaft notwendig ist (19. März, 18 Uhr, Haus der Kirche, Bastionstraße 6).

Gerd Theißen hat sich in der theologischen Welt einen Namen gemacht mit einem kritischen Katechismus, der Glaubensätze poetisch formuliert, die nichts Vorschreibendes haben. Der liberale Theologe – er lehrte an der Uni Heidelberg – und Germanist hält einen Vortrag über die Wandlungen eines fundamentalistischen Verfolgers zum Versöhner. Es geht um den Apostel Paulus. „Vielleicht ist er ein Beispiel dafür, dass eine Bekehrung auch fanatische Menschen in versöhnliche Menschen verwandeln kann? Wenn das so wäre, wäre er eine Hoffnung für die Welt auch heute“, heißt es in der Ankündigung (11. April, 18 Uhr, Haus der Kirche, Bastionstraße 6). Von Theißen ist gerade ein Roman zum Thema erschienen.

Navid Kermani berichtet am 23. März (19.30 Uhr, Haus der Kirche, Bastionstraße 6) von einer Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan. Dabei stößt er auf die Spuren der Gebiete, die den Juden im Zarenreich zugeteilt waren; er hält sich zwischen Südpolen und Weißrussland in den so genannten „Bloodlands“ auf, der Gegend, in der die Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs gleichermaßen unter der Massenvernichtung der Nazis wie der Sowjets litten; er reist entlang des Risses zwischen Ost und West, wo der Kalte Krieg anzudauern scheint, der Ukrainekonflikt spielt eine Rolle. Und stets begegnet er Menschen, die innerlich zerrissen auf der Suche nach Heimat sind.

Veranstaltungsbeginn ab 15. Januar

Weitere Veranstaltungen nehmen sich biblischer Themen an, aber auch den Frauenrechten in der Türkei, der Postwachstumsökonomie oder dem Außenseiter als Motiv der bildenden Kunst. Auch die beliebte Akademie am Morgen ist wieder dabei, in der es donnerstags gleich mehrere parallele Angebote aus Theologie, Literatur und Kunst gibt. Einige Veranstaltungen finden auch in Stadtteilen und Kirchengemeinden statt.

Die Veranstaltungen der Evangelischen Stadtakademie beginnen in der kommenden Woche, ab dem 15. Januar.

Das gesamte Programm gibt es im Internet unter www.estadus.info. Das Programmheft liegt im Haus der Kirche und vielen evangelischen Kirchen der Landeshauptstadt aus, telefonisch zu bestellen unter 0211.9 57 57-746.