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Corona: Glücksspiel geht im Netz weiter

Diakonie warnt anlässlich des Aktionstags Glücksspielsucht vor Online-Anbietern

Viele Spielsüchtige greifen in Corona-Zeiten zu Online-Glücksspielen. Foto: pixabay.com

Düssseldorf (did). Sie verlieren oft hunderte Euro an einem Tag, machen zum Teil horrende Schulden und gefährden Beziehungen und Familien. Rund 200.000 pathologische Glücksspieler*innen gibt es schätzungsweise in Deutschland, bei noch einmal so vielen Menschen ist das Verhalten zumindest problematisch. Anlässlich des bundesweiten Aktionstags Glücksspielsucht am 30. September warnt die Diakonie Düsseldorf jetzt besonders vor Online-Glücksspielen. 

„Wir sehen seit Jahren einen Anstieg der Menschen, die online spielen“, sagt Denise Schalow, Leiterin des Suchtberatungs- und Therapiezentrums der Diakonie. „Es ist zu befürchten, dass sich diese Situation in Corona-Zeiten noch verschärft.“

Genaue Statistiken liegen noch nicht vor und sind auch schwierig zu erstellen, weil der Markt des Online-Glücksspiels noch völlig ungeregelt ist. „Aber wenn Spielstätten schließen oder Menschen aus Angst vor einer Ansteckung dort nicht mehr hingehen, besteht natürlich die Gefahr, dass sie andere Wege suchen, um der Sucht nachzugehen. Dazu kommt, dass für Glücksspielsüchtige die ständige Arbeit am Computer im Home Office eine Hochrisikosituation sein kann, weil das nächste Glücksspielangebot nur einen Klick weit entfernt ist.“

Viele suchtkranke Menschen hätten außerdem in der Corona-Zeit unter Einsamkeit und fehlenden sozialen Kontakten gelitten, sagt Denise Schalow. „Das sind natürlich Faktoren, die den Suchtdruck tendenziell erhöhen.“ Umso wichtiger sei es, Beratungs- und Therapieangebote aufrechtzuerhalten. Die Diakonie Düsseldorf habe zum Beispiel schnell sichere Videotelefonie in der Einzel- und Gruppentherapie eingesetzt, was für viele ein wesentlicher Rettungsanker in der Zeit eingeschränkter Außenkontakte war.

Die Diakonie Düsseldorf berät und begleitet rund 150 pathologische Glücksspieler*innen und ihre Angehörigen im Jahr. Im vergangenen Jahr durchliefen außerdem 31 Teilnehmer*innen eine ambulante Rehabilitation, die in der Regel von den Rentenversicherungen oder Krankenkassen übernommen wird.