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Bis 30. Juli - Cranach – Medienstratege Martin Luthers

Große Cranach-Ausstellung in Düsseldorf

Museum Kunstpalast Ehrenhof 4-5, Düsseldorf

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 11 Uhr bi 18 Uhr und donnerstags und samstags von 11 Uhr bis 21 Uhr

Eintritt: dienstags bis freitags zwölf Euro, ermäßigt 9,50 Euro und samstags und sonntags sowie an Feiertagen 14 Euro, ermäßigt elf Euro. Kinder unter sieben Jahren haben freien Eintritt. Kinder von einem bis 17 Jahren zahlen einen Euro. Ein Audioguide ist im Eintrittspreis inbegriffen.

www.cranach2017.de
Adam und Eva als Blickfang in der Düsseldorfer Cranach-Ausstellung Foto: ues
Moderner Luther - Herr Martin als Musumswächter vor Adam und Eva von Dorothee Goltz. Foto: ues
Cranachs "Junker Jörg" Foto: ues
Vielfache Justizia. Ein Projekt von Leila Pazooki. Foto:ues
Martin Luther und Katharina von Bora Foto:ues
Im Austellungsatelier können Kinder und Erwachsene so arbeiten wie in Cranachs Werkstatt - dabei kam das Portrait von Martina Luther heraus. Foto: ues

    Düsseldorf (evdus).Düsseldorf (evdus). „Lucas Cranach der Ältere – Meister, Marke, Moderne“ - vom 8. April bis zum 30. Juli ist im Jubiläumsjahr der Reformation im Museum Kunstpalast eine Ausstellung mit über 200 Werken von Lucas Cranach d.Ä. zu sehen.. Er ist einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Renaissance und prägte das Bild von Luther.

    „Ohne Cranach wäre die Reformation vor 500 Jahren nicht so erfolgreich gewesen. Denn Martin Luthers Bibelübersetzung 1517 wurde in der Cranach-Werkstatt massenhaft gedruckt und verbreitet“, sagt Professor Gunnar Heydenreich, Kurator der Ausstellung und Leiter des Cranach Digital Archives - ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Museum Kunstpalast in Düsseldorf mit der Technischen Hochschule Köln.

    Karrierestart in Wittenberg

    Cranachs Karriere begann in Wittenberg. Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen, berief ihn 1505 zum Hofmaler. Neben zahlreichen Altarwerken, Zeichnungen, Drucken und Gemälden schuf er Porträts seiner Dienstherren und der Reformatoren Philipp Melanchthon und Martin Luther, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband.

    „Cranach war der Medienstratege Luthers. Als Luther auf dem Reichstag 1521 in Worms für vogelfrei erklärt und in einer fingierten Entführung auf die Wartburg nach Eisenach gebracht wurde, ließ man die Öffentlichkeit in dem Glauben, Luther sei getötet worden. Cranach malte daraufhin 1521 ein Porträtbild Luthers, der unter dem Pseudonym "Junker Jörg" auf der Wartburg lebte und die Bibel übersetzte. Die Botschaft des Bildes: Luther lebt!  Cranach verbreitete so, dass Luther nach der abgekarteten Entführung am Leben war. "Cranach gab den Deutschen ihren Reformator zurück“, sagt Daniel Görres, ebenfalls Kurator der Ausstellung und im Cranach Digital Archive tätig. 

    Cranach erschaffe neue Bildthemen. Das werde zum Beispiel in seinem Werk „Christus und die Ehebrecherin“ von 1532 deutlich, sagt Görres. Anstelle eines strafenden Gottes bewahre Jesus in seinem Bild die des Ehebruchs beschuldigte Frau vor der Steinigung. Durch die Bildinschrift „Wer von euch ohne Sünde sei, werfe den ersten Stein“ verweise Cranach auf die Bibel und die Vergebung der Sünden, ganz im christlichen Verständnis Martin Luthers.

    Wettstreit mit Dürer

    Lucas Cranach befand sich mit dem Maler Albrecht Dürer in einem künstlerischen Wettstreit. Ein Beispiel dafür ist sein um 1510 entstandenes Bild von Adam und Eva, die sich an einen Kupferstich Dürers 1504 anlehnt: Dürer zeigt Adam und Eva unter dem Baum der Erkenntnis kurz vor dem Sündenfall wie Eva unter Mitwirkung der Schlange Adam den Apfel gibt. Und Cranach gibt die Situation nach dem Sündenfall wieder: Adam blickt irritiert zu Eva, die den angebissenen Apfel in der Hand hält.

    Die Ausstellung spannt einen Bogen zu Werken von Künstlerinnen und Künstlern der Moderne und der Gegenwart. So sind zum Beispiel Collagen, Lithografien und Gemälde von Andy Warhol, Pablo Picasso und Leila Pazooki zu sehen, die sich von Cranachs Kunst inspirieren ließen.

    Begleitprogramm der Evangelischen Stadtakademie zur Cranach-Ausstellung 

    Eine Gesprächsreihe „Perspektivwechsel“ des Museum in Kooperation mit der Evangelischen Stadtakademie Düsseldorf widmet sich Themen zu Luthers Reformation aus theologischer und kunsthistorischer Perspektive. So geht es zum Beispiel am 14. Mai, unter der Überschrift „Lasst die Kinder zu mir kommen - die Kindersegnung, ein typisch protestantisches Bildthema?“, um die biblische Erzählung der Kindersegnung, die in zahlreichen Varianten von der Cranach-Werkstatt verarbeitet wurde.

    Neben Führungen und Vorträgen, Workshops und Seminaren für Erwachsene zur Bilderschau Cranachs können sich Kinder und Jugendliche im Cranach-Atelier des Museums ganz praktisch mit dem Künstler der Reformation und seiner Kunst auseinandersetzen. Unter dem Motto „Aus eins mach viele – Kopieren wie die alten Meister“ können die jungen Besucherinnen und Besucher am Beispiel von Porträts die Arbeitsteilung der Cranach-Werkstatt nachvollziehen. Bildvorlagen werden mit geschwärzten Transparentpapieren per Hand und maschinell an Kopieren vervielfältigt und dann individuell gestaltet und verfremdet.

    Adam und Eva als Blickfang in der Düsseldorfer Cranach-Ausstellung .@Foto: Ulrich Erker-Sonnabend