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„Ausgleich zum stressigen Job“

Claudia Balkhausen von der Freiwilligenzentrale MachMit im Interview

Noch Fragen? Wer Interesse an einem Ehrenamt hat, kann sich an Claudia Balkhausen wenden unter Telefon 73 53 362 oder per Mail an: claudia.balkhausen@diakonie-duesseldorf.de. Mehr Informationen zur Freiwilligenzentrale MachMit gibt’s unter: www.freiwilligenzentrale.info

Claudia Balkhausen berät Ehrenamtliche, welche Tätigkeit zu ihnen passt. Foto: Kristin Riechert

Düsseldorf (did). Claudia Balkhausen ist Koordinatorin der Freiwilligenzentrale MachMit der Diakonie Düsseldorf, die zu allen Fragen rund ums ehrenamtliche Engagement in Düsseldorf informiert und berät. Im Interview erklärt sie, worauf bei der Wahl des Ehrenamts zu achten ist und warum auch Kurzentschlossene ehrenamtlich tätig sein können.

Frau Balkhausen, die freie Zeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist heute knapp bemessen – warum entscheiden sich Jugendliche trotzdem für ein Ehrenamt?

Das kann die verschiedensten Gründe haben. Viele junge Leute engagieren sich zum Beispiel ehrenamtlich, um die Zeit zwischen Schule und Ausbildung sinnvoll zu überbrücken. Für junge Berufstätige kann das Ehrenamt ein Ausgleich zum stressigen Job sein, denn anderen Menschen zu helfen – das bestätigen Forschungen – macht einfach glücklich. Ein weiterer positiver Effekt: Wer ehrenamtlich tätig ist, erwirbt ganz nebenbei soziale Kompetenzen. Damit lässt sich zum Beispiel bei künftigen Arbeitgebern punkten, für die die sogenannten Social Skills eine immer größere Rolle spielen.

Die Zukunft ist schwer planbar und viele junge Leute wissen nicht, wie lange sie sich überhaupt engagieren können. Sollten sie lieber die Finger vom Ehrenamt lassen?

Viele Menschen meinen, sie müssten sich für Jahre verpflichten, wenn sie sich für ein Ehrenamt entscheiden. Das stimmt nicht. Bei uns können junge wie alte Menschen zum Beispiel auch einmalig für ein paar Stunden engagieren – etwa bei einem Fest in den Tagesstätten für Wohnungslose. Oder nehmen Sie die Lebensmittelausgabe: Da suchen wir immer Helferinnen und Helfer, die mit anpacken – auch wenn es nur für ein paar Wochen ist. Außerdem gibt es viele Tätigkeiten, bei denen sich die Ehrenamtlichen ihre Zeit frei einteilen können – zum Beispiel beim Besuchsdienst für ältere Menschen im Pflegeheim. Das ist vor allem für Berufstätige mit unregelmäßigen Arbeitszeiten interessant.

Und worauf sollte ich achten, bevor ich mich für ein Ehrenamt entscheide?

Am besten ist es, sich beraten zu lassen, um zu klären, welches Ehrenamt überhaupt zu mir passen könnte. Kann ich gut mit Menschen umgehen oder bin ich eher der zurückhaltende Typ? Welche meiner Stärken kann ich einbringen und wie viel Zeit kann ich erübrigen? Kann ich mir vorstellen mich erst schulen zu lassen oder möchte ich lieber direkt loslegen? Außerdem ist es sinnvoll, einen Schnuppertag in der Einrichtung zu vereinbaren, die für eine ehrenamtliche Tätigkeit in Frage kommt. So sehe ich gleich, ob mir das Ehrenamt, für das ich mich entschieden habe, liegt, oder ob ich doch lieber nach etwas anderem Ausschau halten sollte. 

Verfasserin: Petra Warrass

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