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„Here I Stand“

„Martin Luther, die Reformation und die Folgen“, um diese Themen geht es in einer Ausstellung mit dem Titel „Here I Stand“, die sich den Umbrüchen des 16. Jahrhunderts widmet und die bis zum 31. Oktober in der Evangelischen Kirchengemeinde Unterrath zu sehen. Poster bringen mit Grafiken Stationen der Reformationsgeschichte nahe.Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober zu sehen.

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Fragen über Fragen

Jeder, der einmal den Katechismus Martin Luthers auswendig lernen musste, weiß: Evangelisch-Sein und Reformation haben ganz viel mit Fragen zu tun. Das nimmt das Stadtmuseum in einer Ausstellung zum Reformationsjahr 2017 auf und stellt Fragen in den Mittelpunkt. Es geht dabei nicht um eine Nacherzählung der Reformationsgeschichte.

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düsseldorf festival mit Luther

Das düsseldorf festival! vom 13. September bis 2. Oktober mit Musik, Theater, Neuem Zirkus und Tanz ist eine feste Größe in der Kulturszene im Herbst in der Landeshauptstadt.„Evangelisch in Düsseldorf“ ist mit einigen Konzerten dabei. Zum Beispiel mit einem Reformationsoratorium mit Musik aus Johannn Sebastian Bachs Kantaten und Lutherliedern. - Jetzt Karten dafür reservieren.

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Düsseldorfer über Luther

Düsseldorfer sprechen über ihre Wahrnehmung von Martin Luther und der Reformation. Sie äußern sich auch über ihre Entscheidung evangelisch zu sein sowie darüber, was ihnen evangelisch bedeutet. Eine kurze O-Ton Collage mit denStimmen von Gemeindemitgliedern, Presbytern sowie Pfarrerinnen und Pfarrern.

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Spuren der Reformation

Carolin Ulbricht (Foto) hat sich auf Spurensuche zu den Stätten der Reformation im Süden Deutschlands begeben und ihren Fotoapparat mitgenommen. Ihre Farbfotos aus Worms, Speyer, Heidelberg, Bretten und Marburg sind jetzt im Haus der Kirche, Bastionstraße 6, Carlstadt, zu sehen – bis 6. Oktober.

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Luther: „Holt mich hier raus!"

Düsseldorf (evdus) Unter jungen Leuten sind sie Kult: Escape-Rooms – Räume, in die man sich einschließen lässt und aus denen man wieder raus kommt, wenn man Rätsel und Geheimnisse gelöst hat und dabei den Schlüssel für die Ausgangstür gefunden hat. Ein solcher Escape-Room führt jetzt in die Welt Martin Luthers.

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500 Jahre Reformation  - das Programm zum Jubiläumsjahr - 2. Auflage, aktualisiert

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Luther seine 95 Thesen. Er wollte, dass das Evangelium als wahrer Schatz der Kirche leuchtet. Das Reformationsjahr 2017 erinnert daran. Wir laden Sie herzlich ein, das besondere Jahr 2017, 500 Jahre nach dem historischen Ereignis der Reformation, zu gestalten und zu feiern.

Herzliche Einladung zum Reformationsjahr 2017

 Superintendentin Henrike Tetz © Foto: evdus

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen. Er wollte, dass das Evangelium als wahrer Schatz der Kirche leuchtet.

Am Reformationstag erinnern wir uns daran und an den Ursprung der Evangelischen Kirche.

Die Kernaussage der Reformation Martin Luthers ist: Gottes Freundschaft zu uns steht fest – ohne unser Zutun. Deshalb können Christen sich in großer Freiheit für die Belange anderer einsetzen und auch ihr eigenes Leben gestalten. Dieser Gedanke gilt im Jahr 2017 seit 500 Jahren. Daran erinnert sich die Evangelische Kirche im kommenden Jahr mit vielen Gottesdiensten, Ausstellungen und Veranstaltungen.

Dabei geht es nicht um einen Blick zurück, sondern im Zentrum stehen Lebendigkeit, Zukunftsgewissheit und Gemeinschaft. Denn wir sind aufeinander angewiesen. Diese Haltung ist wichtig, damit Menschen mit sich selbst klar kommen und miteinander leben können. Sie hilft uns, darauf zu vertrauen, dass wir gegenseitige Unterstützung erfahren und unsere Gesellschaft lebensdienlich ist. Zu erfahren ist das, wenn sich zum Beispiel viele ehrenamtlich in Besuchsdiensten, in der Telefonseelsorge oder bei der Begleitung von Flüchtlingen engagieren. Christen gestalten unsere Stadtgesellschaft selbstverständlich mit.

Christliche Freiheit wirkt sich ganz konkret aus. Die Reformation ist ein befreiendes Ereignis.

Wir laden Sie herzlich ein. Wir freuen uns, wenn Sie die Einladung der Evangelischen Kirche in Düsseldorf annehmen und mit uns das besondere Jahr 2017 gestalten und feiern.

Ihre Pfarrerin Henrike Tetz
Superintendentin
des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf  

Stichwort Reformation

Margarete Preis @ Foto: Thomas Götz

Margarte Preis, Presbyterin aus Urdenbach, zum Stichwort Reformation

„Reformation bedeutet für mich: die Freiheit, mit dem eigenen Kopf nach bestem Wissen und Gewissen – auch gegen Obrigkeiten – entscheiden zu dürfen und die Gewissheit, mich – auch wenn ich dabei Fehler mache und neu denken muss – von Gott getragen zu wissen.“

Martin Luther - oder: Die Erfindung der Rückbildungsgymnastik

Pfarrer Dr. Martin Fricke @ Foto: Thomas Götz 

Pfarrer Dr. Martin Fricke, Leiter der Abteilung Bildung des Kirchenkreises Düsseldorf

„Wie die Jungfrau zum Kind kam die Welt zum Evangelischen - vor 2000 Jahren. Die Welt sang: O du fröhliche. Aber sie vergaß die Rückbildungsgymnastik. Reformation heißt nichts anderes als Rückbildung. Beginnen wir also mit der Rückbildungsgymnastik!“

Was ist was?

Abendmahlsgeschirr der Johanneskirche @ Foto: Ulrich Erker-Sonnabend 

Der älteste reformierte Kirchbau in Düsseldorf ist die Neanderkirche. Der Abendmahlstisch, darüber die Kanzel. @ Foto: Thomas Götz

Der älteste lutherische Kirchbau in Düsseldorf ist die Bergerkirche in der Altstadt. Heute ist sie eine Kirche mit künstlerisch gestaltetem, modernem  Innenraum.@ Foto: Sergej Lepke 

Gottesdienst und Kirche - lutherisch, reformiert

Evangelisch sind sie alle, die sich zu einer Kirche der Reformation zählen. Im Rheinland sind die verschiedenen protestantischen Konfessionen gemeinsam unterwegs, so hat die Evangelische Kirche im Rheinland lutherische und reformierte Wurzeln. Was macht eigentlich den Unterscheid zwischen lutherisch und reformiert aus?

Die Liturgie und die Musik

Martin Luther übernahm im Großen und Ganzen die katholische Liturgie, wo sie der Rechtfertigungslehre nicht entgegenstand, und übersetzte sie ins Deutsche. Wichtig waren ihm Choräle, die eine Beteiligung der Gemeinde am Gottesdienst ermöglichten und gleichzeitig eine pädagogische Funktion erfüllten. Musik war für Luther eine Gottesgabe; aus dieser Haltung entstand eine reiche Tradition an protestantischer Kirchenmusik. Die reformierten Theologen standen der Musik im Gottesdienst misstrauisch gegenüber, weil sie eine Ablenkung von der reinen Wortverkündigung fürchteten. Zwingli wollte sie am liebsten ganz verbannen; Calvin ließ das Singen von schlichten Psalmliedern zu, die zu einer eigenen musikalischen Tradition führten. Wegen der Konzentration auf die Predigt gibt es auch keine liturgischen Gesänge oder Wechselgesänge. Aus der katholischen Tradition wurde nur das übernommen, was nach damaligem Kenntnisstand biblisch begründet war. Zudem ist die Liturgie in reformierten Gottesdiensten regional sehr unterschiedlich.

Der Segen

Der Segen wird nicht, wie in lutherischen Gottesdiensten, zugesprochen; der Gottesdienst endet mit einer Segensbitte. Damit wird ein Unterschied im Amtsverständnis deutlich: Aus reformierter Sicht handelt es sich nicht um ein Pfarramt, sondern um einen Pfarrdienst. Pfarrerinnen und Pfarrer unterscheiden sich nicht von anderen Gemeindegliedern.

Die Kirchenausstattung

Die theologischen Programme spiegeln sich auch in der Kirchenausstattung wider, Reformierte Kirchenräume sind betont schlicht, damit nichts die Wahrnehmung des Wortes Gottes stört. Reformierte Kirchen haben keine Bilder und meistens kein Kreuz, niemals ein Kruzifix. Auch auf Kerzen und Paramente wird meistens verzichtet. Die Kanzel als Symbol des in der Predigt gesprochenen Wortes steht in einer reformierten Kirche oftmals mittig über dem Abendmahlstisch (nicht Altar).

Die reformierten Theologen Zwingli und vor allem Calvin legten das Bilderverbot der Zehn Gebote wörtlich aus und lehnten jede Darstellung Gottes und Christi ab. Luther dagegen sah religiöse Bilder als nebensächlich an und billigte ihnen eine erbauliche Funktion zu. Den Bildersturm, also die Zerstörung oder Entfernung des vorhandenen Bilderschmucks, lehnte er ab.

In der Folge wurde in lutherischen Kirchen auch der katholische Bilderschmuck beibehalten, soweit er mit reformatorischen Glaubensinhalten vereinbar war.

Die Bibelübersetzung

In lutherischen Kirchen wird hauptsächlich die mehrfach überarbeitete Bibelübersetzung Marin Luthers verwendet. Auch in reformierten Kirchen wird sie benutzt; vor allem in der Schweiz ist die klassische reformierte Übersetzung aber die Zürcher Übersetzung, die sehr nah am jeweiligen Urtext bleibt.

Eine auffällige Unterscheidung ist die Zählung der Zehn Gebote: Die reformierte Zählung richtet sich nach der jüdischen Tradition und sieht das Bilderverbot als eigenständiges, Zweites Gebot, während Luther die katholische Tradition beibehielt und das Bilderverbot unter das Erste Gebot fasste.


Anke von Legat. Erstveröffentlichung in der evangelischen Zeitung Unsere Kirche, Nummer 32, 2017